Tag-Archiv | Mondpriesterin

Die neun Musen als Mondpriesterinnen

Die Göttin Vesta, die erste Priesterin des Mondkultes war im Matriarchat sowohl die Stammeskönigin als auch die beste Tänzerin, die zu höchster Weisheit und Erkenntnis Gottes führte. Um sich hatte sie die 9 Mondtänzerinnen, die Musen, aus deren kreativen, kunstvollen und ekstatischen Tänzen die gesamte Kunst hervorging. Sie bewohnten meist einen Berg, wie den Parnass, den Helikon oder den Olymp.

Mondtänzerin

Diese Mondpriesterinnen tanzten auf besonderen Tanzplätzen, sogenannten Steinkreisen, die je nach Größe aus 9, 18 oder 27 Steinen bestanden. In der Mitte ragte ein Obelisk empor. Das Ganze diente als Sonnen- und Mondkalender, an dem man je nach Lichteinfall die jeweiligen Feste ablesen konnte. Wir sehen diese Tanzplätze noch heute in Stonehenge oder in Deutschland sind sie als Hexenringe, in Frankreich als Druidenringe bekannt.

Da die Astronomie auf sehr genauen Berechnungen aufbaute, war Urania die wichtigste Muse.

Für die spiralförmigen Bewegungen der Tänzerinnen wurden labyrinthförmige Plätze angelegt. Die doppelte Spirale war sowohl Sinnbild der Mondgöttin als auch der Gebärmutter. Im Inneren der Spirale begegneten die Mondtänzerinnen in der Ekstase dem Göttlichen, dessen Licht sie wieder mit nach außen nahmen um es in die Welt zu tragen. Die Struktur der Tänze war von Himmelserscheinungen, Ritualen und Tanzplätzen vorgegeben, dazwischen hatten die Mondtänzerinnen aber den Freiraum, sich je nach ihren Gefühlen frei in Gestik und Ausdruck bis zur Ekstase zu bewegen.

Auch heute finden wir noch in Kathedralen wie Reims oder Chartres die Labyrinthmuster von der Muse des Tanzes, Terpsichore, der wir diese Choreografien und Tanzplatzgestaltung verdanken.
Zum Tanz gehören auch die rhythmischen und ekstatischen Gesänge, zu denen Polyhymnia, die Muse des Chorgesanges mit nackten Füßen (Versfüße) den Takt angab.
Im Frühjahr stimmte Erato die heitere Liebeslyrik an und im Herbst intonierte Kalliope die Trauergesänge.
Euterpe verdanken wir die Erfindung der Musikinstrumente.

Die orgiastischen Freudentänze sollten die Götter mit den Menschen verbinden um den ganzen Kosmos fruchtbar zu machen. Sie wurden von Thalia, der Muse der Heiterkeit, des Lachens und der Komödie angeführt. Melpomene, die Muse der Tragödie war für die Opferrituale zuständig. Somit waren Komödie und Tragödie Mysterienspiele im Zyklus der Jahreszeiten.

Klio rezitierte am Anfang der Feste die Geschichte. So verbanden die Tänze der Musen die verschiedenen Künste in einem getanzten Kalender zu einem Weltbild. Die getanzte Geschichte konnte magisch wirken und so durch die Phasen der Mondgöttin und des Sonnengottes das Wachstum auf der Erde beeinflussen.

Wer noch mehr über die Musen erfahren möchte, kann Hesiod lesen, er erzählt in 9 Büchern über die 9 Musen oder sich ORPHIC HYMN ΤΟ ΤΗΕ MUSES hingeben:

anschließend wünsche ich Euch, dass ihr von der Muse geküsst werdet, damit sich Eure schöpferischen Kräfte entfalten.