Tag-Archiv | Monte Luppia

Im Labyrinth des Monte Luppias

Über uns türmten sich schon wieder Wolken auf. Deshalb liefen wir zügig weiter, den Pilgerweg entlang, vorbei an blühenden Wiesen und wunderschönen Ausblicken auf den See.

Als die Sonne wieder heiß zu brennen anfing, umfing uns der kühle Wald vom Monte Luppia. Nur leider war der wieder total verhext. Es ging immer leicht bergauf und manchmal wurde der Weg enger und steiniger oder war vom Gebüsch überwachsen.

Wir fanden einen felsigen großen Platz mit einer unglaublich schönen Aussicht auf Garda, Bardolino und den Gardasee. Die Blumen, die hier wuchsen, hatten wir noch nie gesehen. Irgendwo hier mussten die Graffitis der Steinzeitmenschen sein, die 1964 hier entdeckt worden sind.

Wir machten eine Weile Rast und genossen die feinen Energien dieses Kraftplatzes und lauschten den Gesängen der Naturgeister. Wir konnten unten am Berghang im Olivenhain sogar den riesigen Pool unserer Ferienanlage entdecken.

Aber die Wolken kamen bedrohlich näher und wir mussten irgendwie von diesem steilen Felsen wieder herunter kommen. Also mussten wir zum letzen Schild zurück. Diesem folgten wir, bis wir merkten, dass der Weg in die falsche Richtung führt. Da es der einzige Weg war, der nach unten führte, folgten wir dem dann trotzdem.

Manches kam mir irgendwie bekannt vor, wie der alte Brunnen. Den hatte ich doch schon mal gesehen. Aber hier waren wir ja noch gar nie gewesen…

Wir kamen an verwunschenen alten Gemäuern vorbei, mit Schildern, dass die Gebäude einstürzen können. Wir liefen aber einfach weiter, dem Pilgerpfadschild nach. Kurz vor Torri del Benaco drehten wir wieder um, weil wir ja nach Garda wollten. Wir pfiffen auf die Schilder und liefen nur noch parallel zum Gardasee. Das war dort, wo die Sirenen sangen.

Bachbettgeröllweg

Wir liefen wieder einen Weg, der immer enger wurde und im Gestrüpp endete. Dann zwängten wir uns einen engen Trampelpfad entlang, der wenigstens nach unten und in die richtige Richtung verlief. Aber er wurde immer mehr zum Bachbett. Inzwischen war uns das auch egal, Hauptsache wir kamen vor dem Regen zurück.

Lampe im Müllsack

Wir rollten, rutschten und hangelten uns mit der Lampe im Riesenkarton im Müllsack und den Rucksäcken dieses Bachbett voller Geröll hinab, bis uns plötzlich eine Italienerin mit Fahrrad und Kopfhörern entgegen kam. Sie musste zuerst das Fahrrad auf die Felsen herauf wuchten. Dieses Mal war ich diejenige die fragte, ob es hier nach Garda geht.

Zu meiner Erleichterung zeigte sie in die Richtung aus der sie kam.

Es war hier viel steiler als auf dem Foto, aber an der Stelle musste ich mich gut festkrallen und hatte keinen Finger frei um zu fotografieren:

Felshangweg

Wir rutschten und hangelten uns also weiter das Bachbett hinab und hofften, dass es nicht so ein Gewitter gibt wie gestern. Bei jeder Kurve des Bachbettes hoffte ich, dass das Geröll mal aufhört, aber es ging Kilometerweit so weiter und mit uns ächzten die Waldgeister.

Als endlich wieder ein Schild kam, waren wir erstaunt, dass das ein Weg sein sollte. Er führte uns aber zu dem Wegkreuz, das wir schon kannten und so mussten wir uns nur noch einen uns bekannten Weg zur Uferpromenade hinab schleppen und ich dann konnten wir unsere müden Füße im Gardasee abkühlen.



http://www.youtube.com/watch?v=7PcrHXUmamk&feature=c4-overview&list=UUx7owFxywDsgLXSMhTDtydQ

Inzwischen war es halb neun Uhr abends und wir waren richtig froh, dass es noch nicht geregnet hatte. Es reichte sogar noch für eine Runde Schwimmen im Pool.

Der Pilgerweg von Garda nach Torridel Benaco

Eigentlich wollten wir mal wieder zum Punta San Viligio um die Sirenen zu besuchen.

Wir liefen also frühmorgens, als noch niemand unterwegs war, auf dem Pilgerweg die Uferpromenade in Richtung des umgekippten Baumes entlang. Kurz bevor der Weg wieder in den Fluten versank konnten wir einen unheimlichen engen dunklen Weg bergauf zur stark befahrenen Straße emporsteigen. An der Straße entlang kam dann ein Aussichtspunkt, wo wir uns neben dem Müll die wunderbare Landschaft um Garda bewunderten.

Der Pilgerweg ging noch ein bisschen weiter an der Straße entlang. Dann konnten wir in einen blumenumsäumten Feldweg flüchten, auf dem keine Autos zugelassen waren.

Nachdem wir fünf Minuten diesen Weg bergauf gelaufen sind, kam dann dort doch ein Auto mit einem Pärchen vorbei. Sie liefen mit Angelruten in die Wiesen am Steilhang. Was man da wohl angeln kann???
Später fuhr dann auch noch ein Polizeiauto diesen Feldweg entlang.

Wir liefen weiter durch den verzauberten Wald an den Hängen des Monte Luppias, an vielen Schildern vorbei. Wieder fragten uns Wanderer nach dem Weg nach Garda.

Wir wählten den Pilgerweg, der durch ein steiles Bachbett voller Geröll und Steine hinab führte und kamen dann an wunderschönen alte Gärten und Häusern vorbei. Alle Straßen, die nach unten führten waren Sackgassen und Privatwege. So stand es jedenfalls auf den Schildern. Also winkten wir den Sirenen in der Baia delle Sirene zu und liefen weiter:

http://www.myvideo.de/movie/9168258
Von Garda nach Torri del Benaco – MyVideo

Nach mehr als zwei Stunden erreichten wir in glühender Hitze schweißtriefend Torri del Benaco.

Die Luft war schwül und drückend. Am Horizont türmten sich bedrohlich dunkle Wolken auf. Wir schauten uns noch eine Stunde lang das hübsche Hafenstädtchen mit seinen verwinkelten Gassen an:

http://www.myvideo.de/movie/9168267
Torri del Benaco – MyVideo

Dann schafften wir es gerade noch trockenen Fußes bis zum Bus, als Himmel und Hölle über uns hereinzubrechen schienen…