Tag-Archiv | Moskitos

Ankunft im Dschungelhotel in Swamimalai

Unterwegs kamen wir bei einer Kirmes vorbei, mit Riesenrad, Karussell und Ständen aller Art .

Riesenrad

Die Götter feierten natürlich mit.

Kirmes

In unserem Hotel, in Swamimalai wurden wir mit Violine und Maultrommeln begrüßt.

Reception

Da das Hotel aus dem 18. Jahrhundert mitten im Naturschutzgebiet im Dschungel lag, gab es auch überall viele Insekten, die mit entsprechenden Mitteln vergiftet wurden und wir mit, wenn wir uns zu lange im Badezimmer aufhielten, wo die Mücken durch die Lüftungsöffnungen hereinkamen.

Shivastatue

Mit duftenden Blumenmalas und einheimischen Obst wurden wir in unserem Bungalow empfangen, so dass wir über die großen Spalte in der Tür hinwegsahen, durch die auch die Moskitos hereinkommen konnten.

Das vorgefundene Obst und unser Reiseproviant mussten wir möglichst schnell verspeisen und da sich in Windeseile klitzekleine Dschungelameisen über die Reste hermachten. So trugen wir die Schalen ganz weit weg.

Abends gab es gleich ein Konzert indischer Musik und da die Anlage recht groß war, hatten wir etwas Mühe dort hin zu finden. Zumal das Personal immer mit dem Kopf wackelte, wenn es „ja“ meinte.

Fahrt nach Orchha

Unterwegs kamen wir an einem Fahrradfahrer vorbei, der 3 Affen bei sich hatte. Wir hielten an und urplötzlich startete er eine Show mit seinen Affen, die große Angst vor ihm hatten und vor ihm tanzten. Weil wir nicht wollten, dass er die Tiere weiter quält, sprangen wir schnell zurück ins Auto, doch ein Affe raste hinterher und griff blitzschnell in Andis Hosentasche um seinen Geldbeutel zu stehlen. Zum Glück erwischte der dressierte Affe nichts Wichtiges.

Später fanden wir ein Schild, auf dem stand geschrieben:

Please do not give money to street performers! They take the monkeys, keep the father’s baby away, forcing it to perform until they give it back for the night (bitte geben Sie Straßenschaustellern kein Geld. Sie nehmen dem männlichen Tier das Baby und zwingen es so Kunststücke darzustellen, auf dass sie das Baby abends wiederbekommen).

Auf unserem Weg zum Maharadschahotel in Orchha staunten wir, an wie vielen Gefängnissen wir vorbei kamen und fragten uns, was hier wohl alles für Gefahren lauerten.

Im Hotel drohten uns ebenfalls Gefahren. Auf dem Weg zu unseren Zimmern konnte man sich beim Treppenaufgang, der für Lilliputaner gebaut worden war, zweimal den Kopf einschlagen. Es existierte sogar ein Schild „mind your crown“ (achten Sie auf Ihren Kopf).

Swimmingpooljpg

Weil das Wasser vom Monsun über die Platten und dann ins Bassin lief, bestand auf den nassen Fliesen beim Swimmingpool große Rutschgefahr in die eklige Brühe des Pools, die wohl auch nicht gechlort war.

Klimaanlage

Vor dem Fenster am Eingang zur Wohnung stand eine Wasserschüssel unter der Klimaanlage, die immer geleert werden musste, damit sie nicht überläuft und die Fliesen rutschig werden. Die klapprige Tür, war mit einem riesengroßen Vorhängeschloss mit Kette gesichert, damit wir und unsere Mitbewohner, ein Frosch, eine große Schnecke, ein Gecko und eine Maus sicher sind. Wer hätte gedacht, dass in einem Maharadschahotel die Wände schimmelig und die Armaturen undicht sind?

Fahrerunterkunftjpg

Als wir unseren Fahrer besuchen wollten, wunderten wir uns, warum er im Taxi und nicht in seiner Unterkunft schlafen wollte, obwohl wir doch dann am nächsten Tag wieder soviele Moskitos im Auto erschlagen müssen. Wir waren total geschockt, als wir den vom Maharadschahotel generöserweise für ihn zur Verfügung gestellten düsteren Raum (ein Raum für alle Fahrer)betraten. Es stank ekelhaft nach Urin und die Decken sahen so verlaust aus, dass auch kein größeres Tier hier seine Nacht zubringen würde. Ebenso grässlich sah der offene Wartesaal in der Stadt aus.

WartesaalOrchha

Dann erkundeten wir eines der Mausoleen und beobachteten, wie ein heulender Hund im Gebäude verschwand. Schwarzmilane, Geier und andere Vögel kreisten in Schaaren um die Türme. Ich empfand die Athmosphäre irgendwie bedrohlich, als ob die Geister der Vergangenheit noch anwesend wären und fühlte mich wie in einem Vampirfilm. Die Luft flirrte…

Mausoläumjpg

Als wir heißhungrig in unser Hotel zurückkamen, erschreckte uns an diesem Abend aber nur ein Schild im Restaurant:

Your Order will take minimum 30 minutes! Ihre Bestellung wird mindestens eine halbe Stunde dauern.

Dann haben wir uns in unserem Zimmer auf unsere Müsliriegel gestürzt und uns mit unseren Wasserflaschen zugeprostet, auf die Kinder der Mutter Ganges!

Wo, verflixt noch mal, gibt es in Indien indische Bücher?

Als wir mit zweistündiger Verspätung völlig genervt von der Terroristenhysterie an den Flughäfen endlich in Lucknow eintrafen, wartete schon eine blutrünstige Meute im Taxi auf uns. Wir erschlugen bestimmt 30 von ihnen und hofften, dass es keine Malaria übertragende Moskitos waren, weil uns schon etliche gestochen hatten. Aber bei dem großartigen Empfang im Hotel mit einem netten Radjputen vergaßen wir unsere Stiche schnell wieder.

Radjpute

Wir machten uns bald wieder auf den Weg zum Botanischen Garten. Auf den Straßen tummelten sich jede Menge von Menschen, Kühen, Hunden, Ziegen. Als wir sahen, dass die Kühe den ekligen Müll, der überall herumlag fraßen, beschlossen wir keine Milch mehr zu trinken.

Im Botanischen Garten durften wir nicht fotografieren. Vielleicht befürchtete jemand, wir könnten die Baumgeister in unserer Kamera verschwinden lassen. Abmalen war kein Problem. Jetzt befinden sie sich in meinem Notizbuch.

Dann wollten wir ein richtiges indisches Buch kaufen, also eines, das in Hindi geschrieben ist. Wir liefen von einem Buchladen zum anderen und fanden Unmengen von hochspezialisierter englischer Fachliteratur. Sogar „Mein Kampf“ vom Adolf auf Deutsch lag da herum. Wir krochen bis in die hintersten Winkel der Läden in unheimlich dunkle modrige stinkende Keller hinter Kellern und fanden Bücher, die noch verpackt, aber staubig waren und aussahen, als ob sie 100 Jahre alt wären, aber wir fanden kein Buch auf Hindi. Wir haben aber auch keine Inder indisch lesen gesehen. Schließlich sind im Norden 80% aller Inder Analphabeten und die gebildeteren Mittelschichtler lesen Englisch.

Dann versuchten wir es mit CDs und DVDs, die überall angeboten wurden. Aber niemand wollte uns Original- CDs verkaufen, es gab fast nur Raubkopien. Wie wir die durch den Zoll kriegen sollten, konnte uns auch keiner sagen.

Auf dem Weg zurück ins Hotel kamen wir wohl in die Rushhour. Es fuhren plötzlich 5 Personen zusammengequetscht auf einem Motorrad vorbei. Genauso überfüllt waren die Rikschas, die Busse oder auch Lastwagen auf denen die Menschen aneinandergedrängt standen. Am Straßenrand wuschen sich Menschen und zogen neue Unterhosen an oder ließen sich kämmen oder die Ohren putzen.

Müllsammler

Dazwischen wühlten Leute aus der Müllsammelkaste im überall verstreuten Abfall herum. Der Straßenlärm war ohrenbetäubend, weil jeder hupte so viel er wollte und so lange er konnte.

Wir überlegten uns, wo wir hingehen könnten, um uns von dem Lärm zu erholen. Wir dachten, der Zoo wäre nicht schlecht….