Tag-Archiv | Namaste

Wie Verbeugungen wirken

Asiaten verbeugen sich heute noch zur Begrüßung, so wie wir es früher auch taten:

Im alten chinesischen Kaiserreich mussten sich die Besucher demütig vor dem Kaiser auf den Boden werfen und bis sich die Stirn am Boden abgekühlt hatte und er vernünftig mit ihnen reden konnte.

So weit ging nicht mal Obama beim japanischen Kaiser:

und bei der japanischen Kaiserin schon gar nicht.

Angela weigerte sich schlichtweg sich ihm zu unterwerfen:


und die anderen Politiker wollten ihm auch nicht auf diese demütigende Weise ihren Respekt erweisen.

Buddhisten haben damit weniger Probleme. Sie reinigen sich damit nämlich vom Stolz und vom Ego:

http://www.buddhismus-heute.de/archive.issue__28.position__3.de.html

Wie würde es in unserer Welt wohl aussehen, wenn alle (besonders unsere Volksvertreter)sich gegenseitig so sehr respektieren könnten:

Ich falte jetzt wie die traditionellen Inder dezent meine Hände, verbeuge mich nur leicht und schreibe:

Namaste

(„ich verbeuge mich vor dir“ )

Wie man in Indien zu einer Mantramaschine kommt

Freitag der 13. Ist eigentlich ein Tag an dem bei mir immer Pakete mit schönen Dingen eintrudeln. Aber wie sollte das diesmal wohl möglich sein, weit weg von der Heimat, irgendwo in Südindien…

Auf der Reise zwischen Mahabalipuram und Pondicherry machen wir Mittagspause und wollen bei 40°C etwas shoppen gehen. Wir schauen alles an und nichts gefällt uns. Plötzlich fällt uns ein, dass wir in Indien doch eine Mantramaschine kaufen wollten. Aber wo?

Überall gibt es nur kleine Buden, die aussehen wie zugemüllte Garagen und die großen Schilder mit der fremdartigen Schrift können wir nicht lesen. Wir können nun erahnen, wie sich Analphabethen fühlen mögen. Also stellen wir unsere Augen auf Elektronikartikel – Laden und finden einen, in den wir schnell hineingehen, bevor uns einfällt, dass wir die Sprache ja gar nicht können.

Da wir uns albern vorkommen mit Deutsch oder Schwäbisch zu beginnen, fragen wir mal höflich. Do you speak English? Eifriges Nicken, aha nix English. Hindi? Fehlanzeige, die Amtssprache Hindi kann keiner, außer uns. Also Gebärden. Wenn wir nur noch wüssten, wie so eine Mantramaschine aussieht!

Dieses elektronische Gerät, bei dem man die verschiedenen Mantren per Knopf auswählen kann, haben wir vor einiger Zeit im Tempel in Kirchheim bewundert.

Gebärde „Stecker“: 2 Finger spreizen, zur Verwunderung des erstaunten Verkäufers und der sich vermehrenden zuschauenden Indern eine Box aus dem Regal nehmen, Finger dranhalten und eine nicht vorhandene Steckdose suchen. Dazu singen. Nun ging der Verkäufer an ein Regal und kam mit einem normalen Stecker zurück. Nein, das wollten wir nicht. Vielleicht dachte er dann, wir wollten ein Radiogerät.

Wir kamen uns vor, wie in einer TV-Rateshow, bis irgendwer die Idee hatte, dass es hier sowas nicht gibt, aber vielleicht 2 Straßen weiter.

Leider haben wir 2 Straßen nicht als solche erkannt und kamen 4 Straßen weiter zu einer Elektronik-und Klamottenbude. Diesmal können wir uns schon etwas besser verständlich machen und werden von der Tochter des Ladenbesitzers in die richtige Elektronikbude gebracht.

Nun sind wir zu dritt, die Tochter des Ladenbesitzers beherrscht wenigstens die Sprache, aber der Ladenbesitzer versteht nur Bahnhof.

Ich versuche wieder, meinen Wunsch zu verdeutlichen. Inzwischen hat sich das halbe Dorf vor der Bude versammelt und diskutiert eifrig mit. Der Ladenbesitzer behauptet so was nicht zu haben und ich weiß ganz genau daß sie in dieser Bude irgendwo zwischen den vielen Paketen steht, ich fühle das! Er will mich aber nicht hineinlassen um sie alle zu inspizieren. Also falte ich die Hände, verbeuge mich, Hände in Namastestellung und singe Oooomm Mani Padme HUUUUUUUMMMMM.

Ein Dorfbewohner reißt plötzlich die Augen auf, grinst und blubbert (so hört sich das Tamilische an) blubbblubblubbblubbbluubbb. Das hieß wohl, das ist der laute Kasten aus dem Tempel, der solange Mantras ausstößt, bis genug im Klingelbeutel drin ist.

Endlich kapiert das wohl auch der Ladenbesitzer und auf einmal manifestiert sich aus seinen Händen, wie die Asche des Sai Baba, ein Päckchen aus dem die Mantramaschine erscheint.

Mantramaschine

Om Sai Ommmmmhm

Ganz so schön wie auf dem Video hören sich die Mantras aus der Mantramaschine zwar nicht an, aber sie sind viiiel lauter!

Mudras – Sind die Götter taub?

Wenn Deine Gebete nicht erhört werden, warum probierst du es nicht einfach mal mit der Gebärdensprache der Götter?

Im Hinduismus und im Buddhismus werden uns in der Kunst durch eine komplexe Körpersprache ihre Absichten kundgetan. Wir finden sie auf Darstellungen von Buddhas, Bodhisattwas oder Göttern.

Mudras sind symbolische, mystische Handgesten, 500-1000 Jahre älter als Buddha. Sie können uns zu den Bewusstseinszuständen führen, die sie symbolisieren. Durch Mudras wird also eine Beziehung zur Gottheit hergestellt. Mit vor unserer Brust gekreuzten Armen bezeugen wir unsere vollkommene Hingabe an die Gottheit und nicht wie von einigen pessimistischen selbsterklärten Körpersprachespezialisten behauptet wird, ein Verschließen vor dem Gegenüber.

An der Spitze eines Fingers befinden sich etwa 4000 Nervenfasern, die im Kontakt mit den Organen und dem Zentralnervensystem stehen. Finger-Mudras wirken wie Akupressur und können zur Heilung eingesetzt werden.
Beim Jnana- Mudra berührt der Daumen den Zeigefinger. So werden Kreislauf, Tastsinn, Nervensystem und Gehirn stimuliert. Man kann damit Schlaflosigkeit, Gedächtnismangel und Depressionen beheben und Glücksgefühle erleben. Es erhöht die Intelligenz .Diese Schwanenschnabel- Gebärde hat verschiedene Bedeutungen, und heißt auch Putzen einer Lampe, Malen, Perlen, Jasmin, Segen, Gänsehaut.

Im klassischen indischen Tanz werden ganze Geschichten mit den Händen und Fingern erzählt.
Mudras werden auch im Alltag, beim Namaste- Gruß mit den gefalteten Händen, verwendet.

abhayamudra heisst „Fürchte dich nicht“ :
Mudra

Ein erhobener Zeigefinger warnt uns.
Zeigt die geöffnete linke Hand nach unten, ist die Gottheit bereit , uns einen Wunsch zu erfüllen.

Zwar wird behauptet, man könne Mudras überall machen, aber im Stau die Arme ums Lenkrad schlingen könnte gefährlich werden…und wer weiß welche Krankheit der Arzt diagnostiziert, wenn er uns damit im Wartezimmer erwischt…?.

hier noch etwas Lustiges: