Tag-Archiv | Natur

Am See des Vergessens

Traurig war ich auf der Suche nach einem Ort der Ruhe und des Friedens, nach einem Ort an dem ich wieder fühlen kann, nach dem glitzernden See des Vergessens.

Der Dunst schwebte durch das Tal und der Horizont schien sich aufzulösen, als ich stumm und sprachlos einsam am Ufer des Sees entlang lief. Die Atmosphäre war hier äußerst mystisch und gespenstisch, weil der Reif die Farben und Geräusche in eine grauweiße Landschaft reduzierte. Auch die Hügel waren in weißgraue Schleier gehüllt.

Die Zeichen der Natur sprachen ihre eigene Sprache und der Alltag verschwand für eine Weile. Meine Gedanken versuchten den Schleier der Zeit zu lüften, blickten zurück und versuchten vorwärts zu schauen.

https://www.youtube.com/watch?v=xLCoF8Mteso

Ich stapfte über das vermodernde Laub und fühlte den Winter am See zwischen dem Schilf, der wie ein Spiegel in den Tiefen der Seele lag. Die Natur ruhte erstarrt in glänzender Sonne.

Ein einsamer Reiher versuchte sich unsichtbar zu machen und flog davon, als er merkte, dass es ihm nicht gelang. In der Stille vernahm ich wieder die Schreie des Schmerzes.

http://www.songtexte.com/songtext/nenia-calladhan/der-see-des-vergessens-4bf6af96.html

Die Naturgeister in den Offenen Gärten

0907_acanthus

Da ich keine Lust hatte, den Sonntag ins Wasser fallen zu lassen, hatte ich heute die Gelegenheit ergriffen um durch Privatgärten zu bummeln und zu schauen, wie es in anderen Gärten ausschaut:

https://www.youtube.com/watch?v=sqE0Um6au60&feature=youtu.be

Natürlich fand ich jede Menge Quell- und Wassernymphen. Bei dem Nieselwetter, wo ab und zu die Sonne hervor lugte, hatten sie richtig Spass.

Nur die Pflanze Akanthus erzählte ihre traurige Geschichte, dass sie einst als sie noch die Nymphe Acantha war, dem liebestollen Apoll sein Antlitz zerkratzte, als er sie vergewaltigen wollte. Aus lauter Wut verzauberte er sie in die Pflanze, die die Künstler seit der Antike überall auf den Kunstwerken und Säulen abbildeten.

Hier ist noch ein anderer verwunschener Garten vom vorletzten Jahr vom Tag der Offenen Gärten zu sehen: https://www.youtube.com/watch?v=DtWo4OzJYZk

Noch verstecken sich die Elfen vor den Frostgeistern

Draußen in der Natur, selbst im kalten Winter fühle ich die Gegenwart der Göttin.

Es beginnt mit einem leichten Frösteln, welches einer geheimnisvollen inneren Freude weicht. Dies berührt mich oft so stark, dass meine Tränen fließen, wenn sie mir zu nahe kommt.

Frostgeister

Elfen schauen immer mal wieder durch die verschneiten Büsche, verschwinden aber genauso schnell, wie sie gekommen waren. So kann ich sie gar nicht danach fragen, ob sie der Göttin denn nicht vertrauen. Sie fürchten sich nämlich vor den düsteren Frostgeistern, die gar so bedrohlich dreinschauen und die Landschaft in ihrem harten Griff halten:

In dem Maße, wie die erwachende Mutter Erde allen ihren Kindern die Freude am Leben schenkt, einem Gefühl geliebt und beschützt zu sein, genau so werden sich die Frostgeister in ihr eigenes Reich zurückziehen. Bald wird der Wald wieder von Leben erfüllt sein.

Warum bleiben die meisten Menschen lieber zuhause, anstatt diesem Wunder der Erneuerung beizuwohnen, dass sich jedes Jahr von neuem in der Natur abspielt?

HAIKU 俳句

Haiku ist eine traditionelle japanische Gedichtform in Symbolsprache, bei der die Natur, in der sich die Seele spiegelt und die damit verbundenen Gefühle beschrieben werden.

Ghost Haiku

Wenn ich die Zither schlage bedeutet das z. B., dass ich mich in Meditation versenke.

Es muss nicht alles streng logisch sein. Das Haiko kommt aus einer Zeit als das analytische Denken noch nicht gefragt war.

Sinneseindrücke, die etwas beim Dichter ausgelöst haben, werden im Haiku wiedergegeben.

Hier habe ich selbst mal probiert einige Haikus zu verfassen:

Wie eine Wurzel,
tief in die Erde dringt,
so hoch fliegt meine Seele.

Ihr wandelbaren Geister,
empfangt die Zaubergesänge,
einer zwischen den Welten Wandelnden.

Das Tor zur Anderswelt öffnet sich.
Ich schwebe zwischen den Welten,
wie eine Schlafwandlerin.

Die Zither schlagend mit trällerndem Gesang,
wandle ich durch den Sommergarten.
Der Vollmond leuchtet mir den Weg.

Feen wiegen sich,
tanzen zwischen den Nebelschwaden,
die das Mondlicht küsst.

Wasser murmelt leise.
Uralte Eichen raunen,
weise Laute wie Runen.

Leider gibt es dabei so viele Regeln zu beachten, dass mein Haiko bestimmt nicht am Kaiserlichen Hof von China angekommen wäre.

Samurai und Zen-Mönche schrieben ihre Todesgedichte oft in dieser Form.

Während des japanischen Ultranationalismus wurde man sogar dafür gefoltert, wenn man nicht alle Regeln einhielt.

Habt Ihr nicht Lust, noch ein paar Haiku- Zeilen hinzu zu fügen?

Osterwasser aus dem Osterbrunnen

Osterbrunnen

Osterbrunnen mit dem lebensspendenden Wasser wurden bereits in heidnischen Zeiten mit Eiern als Fruchtbarkeitssymbolen geschmückt um das Ende der entbehrungsreichen Zeit zu feiern:

Die Natur liefert nun viel frisches Grün und bunte Blumen, die mit bunten Bändern zu hübschen Kunstwerken verarbeitet wird.

Endlich ist Natur nach dem langen Winter wieder erwacht:

Das hier geschöpfte Osterwasser hat ebenso heilkräftige Wirkung wie dasjenige,das ich in der Natur schöpfte. Hierüber habe ich bereits vorletztes Jahr geschrieben:

http://dschjotiblog00.blog.de/2012/04/09/osterwasser-kleinen-schweiz-13474253/
An welchen Orten habt Ihr denn schön geschmückte Osterbrunnen gefunden?

Die Zeit bis Imbolc

Imbolc bedeutet „Schafe zum Säugen anlegen“, weil um diese Zeit die ersten Schafe geboren werden.

In der Natur ist es immer noch eisig kalt, obwohl es jetzt abends länger hell ist. Umso überraschter war ich, als ich meine neu gekauften Winterlinge eingrub und daneben bereits Kornblumen wuchsen. Auch auf den Wiesen entdeckte ich mehrere Gänseblümchen.

Ich traf sogar die Lichtgöttin Brigid, die aber in ihrem blauen Kleid noch kräftig fror, als sie die Samen weckte und die Bäume wachrüttelte. Zaghaft lugten die Elementarwesen und Fruchtbarkeitsgeister aus der Erde hervor.

Noch aber hat die dunkle, schwarze Göttin die Percht und ihr Gefolge, die Herrschaft über die Natur:

In der Nacht vom 1. Februar auf den 2. Februar aber wird keltische IMBOLC oder das Fest der BRIGID oder LICHTMESS gefeiert und Orakel werden befragt. Dann wird die wilde Frühlingsenergie wieder hervorbrechen…

Rauhnächte oder die Nichtzeit

Zwischen dem Mond- und Sonnenjahr fehlen 12 Nächte, die die alten Kelten als Nicht- Zeit kannten. Weihnachten (wih heißt heilig) bedeutete einen Zeitraum von 11 Tagen und 12 Nächten, den Rauhnächten, die zwischen dem Sonnenjahr (365Tage) und dem Mondjahr (12mal 29,5 Tage gibt 354) Tage liegen.

Rauhnacht

Es sind die 12 Rauhnächte zwischen den Jahren in der die physikalischen Gesetze außer Kraft gesetzt sind und die Grenzen zu anderen Welten und Bewusstseinsebenen verschwimmen und alles geschehen kann. Das Tor zur Geister- und geistigen Welt klafft besonders weit auf.

Ich habe heute beim Einkaufen eine Klobürste erworben und damit meine Chakren gereinigt. Danach habe ich auch ein wenig Hagazussa gespielt.

Ich nahm nämlich ein wundersames Flimmern wahr und als die ersten Sonnenstrahlen durch den Nebel krochen, konnte ich ein paar Geister erblicken, die ich natürlich gleich fotografiert habe. Sie bemerkten mich gar nichtund ich konnte hingerissen ihrem Zaubergesang lauschen:

Manche Menschen versuchen zu Weihnachten mit Räucherwerk böse Geister auszutreiben oder zu Silvester die Geister und Dämonen mit Feuerwerk zu verscheuchen.

Die Nichtzeit ist auch eine Zeit des Stillstandes, in der man weder Geschäfte abschließen noch Wäsche waschen sollte. In dieser Zwischenzeit, sollten sich die Menschen anstatt zu arbeiten, besinnen und im Kreise ihrer Lieben die Wiederkehr des Lichtes feiern.

Hängt man weiße Unterwäsche auf lockt man lüsternen Geister an.
Wer draußen nur seine Wäsche aufhängt, könnte noch Schlimmeres erleben.

Draußen tobt nämlich die wilde Jagd Wotans (Odins) mit dem einäugigen achtfüßigen Schlachtross Sleipnir durch die Lüfte zusammen mit den Verstorbenen, auf der Jagd nach einem Eber, begleitet von seinen Raben Mugin und Munin („der Gedanke und die Erinnerung“) und den Wölfen Geri und Freki („der Gierige und der Gefräßige“).

Deshalb feiere man besser daheim mit Julbier, reichlich Kerzen– und Lichterschmuck, Plätzchen, warmen Met und einem Festtagsschmaus und opfere wie unsere Vorfahren Äpfel, Nüsse und Honig.

Während die Natur draußen unter ihrem Schneekleid oft leblos erscheint, schenkt die große Mutter dem Sonnengott neues Leben. Mit den länger werdenden Tagen erwacht auch die Natur und das Leben wieder um uns herum und wir erkennen, dass jeder Tod nur ein vorübergehender Schlaf ist.

Ich wünsche Euch noch ein paar besinnliche Rauhnächte.