Tag-Archiv | Odin

Die verzauberte Gegend um die Brunnensteighöhle

In diesem Naturschutzgebiet treten jede Menge Karstquellen an die Erdoberfläche. Überall ragen bemooste Kalktuffgespenster und Klingen in die Landschaft, über die das Wasser rieselt. Wasser, der Geist des Lebens tritt hier aus Brunnen und Quellen überall aus der Erde hervor.

Ich erbat den Segen der Quellnymphen, deren Zaubergesang ich schon von Weitem vernahm.
Die Blumendevas lieben diesen Ort über alles, ebenso wie männliche Inspiration des Grünen Mannes.

Ihn fragte ich um Rat, wie ich meine verschwundenen Dateien (files aborted) von Windows 8.0 wiederfinden kann. Ein Quellgeist, der die Täter durchs Fenster verschwinden sah, riet mir die Temporary Files rauszuwerfen und dafür meine Datendatei wieder reinzuschreiben. Keinesfalls sollte ich zukünftig meine Daten in einer Wolke sichern, in der sie stündlich ausspioniert werden können!

Bemooste Treppen führten den weißen Hang hinauf und ich konnte nicht widerstehen ihnen zu folgen. Der Weg führte mitten durch die weiße Pracht der Märzenbecher hindurch. Der Wald und die Weisheit der Natur flüsterten mir zu, was ich vergaß.

Tief schaute ich in Odins Auge um die Geheimnisse des Seins zu ergründen.

Einst bat der Riese Odin den Hüter der Brunnen der Erkenntnis um einen Schluck aus seiner Quelle. Als Gegenwert dafür, dass er die innere Sicht erhielt, gab er eines seiner beiden Augen her, das nun auf dem Grunde ruht.

Bemooste Felsen und Baumstümpfe säumten den glitschigen steilen Weg nach oben. Unter den Wurzeln der Esche, bei einer Quelle lugten die drei Nornen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft hervor.

Als ich nur noch weiter kletterte und mich an den Wurzeln festhielt, nur um nicht wieder zurück zu müssen, griff die Gegenwart mich bei der Hand und zog mich empor, wo ein lieblicher Wasserfall den Hang hinab plätscherte.

Weiter oben bei der Brunnensteighöhle wurde der Weg wieder breiter und trockener. Von der Hochebene aus konnten wir sehen, wie auf dem Wanderparkplatz immer mehr Autos parkten und wie die Pilgerscharen sich ins Autal ergossen um ihre Augen an der Blütenpracht der Märzenbecher zu weiden.

Wie sieht eigentlich ein göttliches Pferd aus?

In Indien heißt es, dass Kühe heilig sind und Pferde göttlich. Ich versuche nun dahinter zu kommen, wie so ein göttliches Pferd aussieht:

Al Buraq
In der besonderen Nacht der Himmelsfahrt des Propheten Mohammeds übergab ihm der Erzengel Gabriel ein geflügeltes Pferd mit dem Gesicht einer schönen Frau, den Burak. Auf diesem Pferd flog Mohammed in Begleitung des Erzengels Gabriels zum Tempelberg nach Jerusalem. Nachdem Mohammed das islamische Ritualgebet verrichtet hatte, führte ihn Erzengel Gabriel durch die sieben Paradiese zu Allah.

Chiron
Chiron ist ein heilkundiger griechischer Zentaur, mit dem Oberkörper eines Menschen und dem Unterteil und Beinen eines Pferdes. Er symbolisiert die Harmonie des Menschen mit dem Pferd und vereint die Vernunft des Menschen mit der Kraft und des Pferdes.

Sein Vater ist Kronos und seine Mutter die Nymphe Phylra. Er lehrte freundlich und bereitwillig das Jagen, die Medizin und die Musik. Zu seinen Schülern gehörten Äskulap, Achilles, Jason und Herkules.

Chiron verletzte sich an einem von Herkules‘ vergifteten Pfeilen. Es gab kein Gegengift und dem unsterblichen Zentauren droht das Schicksal, ewig grausame Schmerzen erleiden zu müssen. Die Götter stellten ihn deshalb als Sternbild Schütze mit seinem Pfeil und Bogen sichtbar ans Firmament.

Pegasus
Dichter schwingen sich an diesem unsterblichen weißen Hengst mit Flügeln zu den geistigen Höhen hinauf. Sein Vater war der Meeresgott Poseidon.
Beim Aufstampfen mit seinen Hufen entstehen überall solche Quellen wie die Musenquelle auf dem Berg Helikon.

Sleipnir
Die Bauern ließen die schönsten Ähren auf dem Feld für Sleipnir stehen. Sleipnir war das achtbeinige Lieblingspferd des nordischen Gottes Odin. verfügt über außergewöhnliche Fähigkeiten. Blitzschnell konnte es über die die Meere und durch die Luft jagen.

Die Ohren der Marwari-Pferde Rajastans sehen aus wie zwei sich küssende Papageien:

Fazit: das göttliche Pferd sieht aus wie ein weißes Pferd, mit 8 Beinen und 2 Flügeln mit einem Gesicht wie eine Frau mit zwei sich küssenden Papageien auf dem Kopf.

Corvus Corax, der Kolkrabe

Er ärgert gerne größere Greifvögel durch gezielte Sturzflüge, weil er genau weiß, dass sie ihm nichts anhaben können. Dank seines ausgeprägten Spürsinns für Fressbares und weil er so ziemlich alles frisst, findet er immer tierische oder vegetarische Nahrung. Besonders gerne ließ er sich früher auf den Galgenhügeln und Schlachtfeldern nieder um sich an den Toten satt zu fressen. Heute sieht man ihn eher auf Mülldeponien.

in der Morgenröte
erheben sich zwei Raben
von des Walvaters Schultern herab
sie fliegen Asgards Höhen
nach Midgard herab
durchstreifen Wälder und Flure
die höchste Berge und Täler
sie sind die Augen und die Ohren

kehrt heim zur Mittagsstunde
und flüstert eurem Herrn
was geschah in Midgard
bringt Kunde von einer Schlacht
so schüttelt Odin seinen Speer
und ruft sein Roß Sleipnir
mit Walküren eilt er hinab
die auserwählten Krieger zu holen

schwarze Federn am Himmelszelt
künden vom Schicksal unserer Welt
blickt auf Midgard nieder
und kehrt nach Asgard wieder
laßt vom Wind euch treiben
denn nichts wird ewig bleiben
Leben kommen Leben vergehen
und ihr habt alles gesehen

refr.
fliegt,ihr Raben,fliegt hinaus
kündet eurem Herrn vom Schicksal der Welt
flieg Gedanke,flieg Erinnerung
Augen des Allvaters.

Er nistet an einsamen, schwer zugänglichen Orten und lebt lebenslang mit seinem Partner zusammen. Während der Brutzeit wird das Weibchen liebevoll von dem Männchen gefüttert und sind die Jungen erst einmal geschlüpft, werden sie von beiden Rabeneltern eifrig umsorgt.

Woher kommt dann aber die abfällige Aussage von den Rabeneltern?

Der Übeltäter war der Domherr Konrad von Megenberg. In seinem 1350 erschienenem „Buch der Natur“ behauptete er, Raben würden ihre Jungen aus dem Nest werfen. Vielleicht hat er da eine Bibel falsch übersetzt, z. B. Hiobs Bemerkung, Raben würden ihre Jungen aus Mangel an Speisen herumirren lassen oder weil Moses Raben für unreine Tiere hielt. Dabei hielt auch Noah einen Raben als Kundschafter und dem Propheten Elias brachten die Raben auf seiner Flucht „Brot am Morgen“ und „Fleisch am Abend“.

Rabe

Dieser intelligente, neugierige und kluge Vogel galt auch den Germanen und den Indianern als heilig. Die Mayas verehrten ihn, weil er den Mais entdeckte. Die chinesische Mythologie weiß, dass ein dreifüßiger Rabe in der Sonne haust. In der Persischen und Griechischen Kultur war er der Begleiter der Götter des Lichtes.

Göttliche Raben begleiteten die Wanderzüge der Kelten unter Bellovesus und Segovesus. Raben waren Kundschafter auf den Segelschiffen der Wikinger um ihnen Land anzuzeigen, wie bei Noah. Flüsterten sie vielleicht auch noch andere Botschaften in ihre Ohren, so wie es das Rabenpärchen Hugin (Gedanke) und Munin (Erinnerung/ Gedächtnis) beim Göttervater und Rabengott Odin zu tun pflegte?

Als Todesbote wurde der Rabe ehrfürchtig bezeichnet, als Mittler zwischen den Lebenden und den Geistern. Durch sie kam das Wissen, Leben und Macht aus den verborgenen Bereichen nach Midgard. Beim Opfer an Odin gilt das Krächzen zweier Raben, dass das Opfer angenommen wurde.

Julfest – Midwinter – Rauhnächte

Ju(hu)l , heute am 21. Dezember ist Wintersonnenwende und jetzt nimmt das Sonnenlicht wieder zu.
Früher wurde dieser Tag mit Julfeuern und brennenden Räder gefeiert, die ins Tal rollten.Weihnachten (wih heißt heilig) bedeutete einen Zeitraum von 11 Tagen und 12 Nächten, den Rauhnächten, die zwischen dem Sonnenjahr (365Tage) und dem Mondjahr (12mal 29,5 Tage gibt 354) Tage liegen.
In dieser Zeit der Lücke stehen die sonstigen “Gesetze” still, denn es ist ja eine Zwischenzeit, eine Zeit, in der das Tor zur Geister- und geistigen Welt besonders weit auf ist.
In dieser Zwischenzeit, sollten sich die Menschen anstatt zu arbeiten, besinnen und im Kreise ihrer Lieben die Wiederkehr des Lichtes feiern.Sogar demjenigen, der draußen nur seine Wäsche aufhängt, könnte Schlimmstes widerfahren, denn:
Draußen tobt die wilde Jagd Wotans (Odins) mit dem einäugigen achtfüßigen Schlachtross Sleipnir durch die Lüfte zusammen mit den Verstorbenen, auf der Jagd nach einem Eber, begleitet von seinen Raben Mugin und Munin („der Gedanke und die Erinnerung“) und den Wölfen Geri und Freki („der Gierige und der Gefräßige“).

Deshalb feiere man besser daheim mit Julbier, reichlich Kerzen– und Lichterschmuck, Plätzchen, warmen Met und einem Festtagsschmaus und opfere wie unsere Vorfahren Äpfel, Nüsse und Honig.

Während die Natur draußen unter ihrem Schneekleid leblos erscheint, schenkt die große Mutter dem Sonnengott neues Leben. Mit den länger werdenden Tagen erwacht auch die Natur und das Leben wieder um uns herum und wir erkennen, dass jeder Tod nur ein vorübergehender Schlaf ist.

Noch ein paar besinnliche Rauhnächte,

Dschjoti

Die Erdmutter Fjörgyn und die (Un)moral der Götter.

In der Nordischen Mythologie ist Jord ( laut Edda auch Joerd ,Fjörgyn, Hlódyn, Nerthus, Besla ) die Personifikation der unbewohnten und der nicht kultivierten Erde, die Göttin der Wildnis und der Primitive Erde. Ihre Formen breitet sie in den Landschaften aus: mal üppig, mal wüst.
Sie ist die Tochter des Riesen Annar und der Göttin Nótt ( Nat, Nacht)und die Schwester von Auð and Dagr. Sie wurde als urmütterliche Naturgottheit schon verehrt, als es den Tyr- und Odinsglauben noch gar nicht gab.

Die Erdgöttin Jörð zeugte mit Odin den mächtigen Thor. Odins Gattin Frigg ist übrigens auch eine Tochter Fjörgyns (Jörð). Da sich das Götterleben wohl nicht in unserer materiellen Welt, sondern auf einer feinstofflichen Ebene abspielt, wo andere Gesetze herrschen, sollten wir auch nicht unsere moralische Messlatten anlegen.

Der römische Geschichtsschreiber Tacitus schreibt, wie man der Erdgöttin Nerthus zu Ehren einen reich geschmückten, von Kühen gezogenen Wagen durch die Gegend fuhr und dass wegen der festlichen Stimmung die Waffen ruhten.

Jord erschuf den Baum, der die drei Äpfel der Jugend trägt. Sie vertraute die Äpfel und den Ort des Baumes nur Idun an, der Göttin der Jugend und der Unsterblichkeit.

Ruf der Ahnen – Asatru

Ásatrú (Ase = Gottheit) und „trú“ (Treue bzw. Glaube). So bezeichnet die Ásatrú („Asentreue“) die Treue zu germanischen Göttern (Asen und Wanen). Es bedeutet aber auch „alte Sitte“.
Wickinger 1
Götter
• Wodan / Odin , der einäugige Himmels- und Windgott. Auch Allvater
• Donar / Thor der Donnergott, ist Wodans Sohn.
• Fro Ing / Frey ,der germanische Fruchtbarkeitsgott.
• Freya , die Göttin der Liebe.
• Frick , Wodans Gemahlin, oder Frau Holle.
• Ziu / Tyrist der einhändige Ase, der Gott des Krieges und der Treue .

Die Anhänger des Ásatrú verstehen sich als die Kinder der Götter. Gebetet wird in aufrecht stehender Haltung mit erhobenen, zu den Seiten ausgebreiteten Armen, in Richtung Norden.
Die Natur wird von einem Teil der Ásatrú-Anhänger als beseelt empfunden. Gegenstände werden als beseelt empfunden und haben ein eigenes Schicksal. Diesen Gegenständen, meistens Waffen, werden Namen gegeben. Ein bekanntes Beispiel ist Sigurds Schwert Gram, das seine Macht und Kraft in sich trägt.

1972 wurde die Ásatrú in Island als offizielle Religion anerkannt.
Anfang des 20. Jahrhunderts lebte der alte Glauben auch in Deutschland wieder auf. Inzwischen gibt es viele verschiedene Gruppen von Asatru, vom Neuheidentum bis hin zu Rechtsextremismus.

Das Jólablót, auch Vetrarsólstöðublót wird zur Wintersonnenwende, d.h. um den 21. Dezember gefeiert. Es entspricht dem deutschen Weihnachten oder dem skandinavischen Julfest.