Tag-Archiv | Om mani padme hum

Wie man in Indien zu einer Mantramaschine kommt

Freitag der 13. Ist eigentlich ein Tag an dem bei mir immer Pakete mit schönen Dingen eintrudeln. Aber wie sollte das diesmal wohl möglich sein, weit weg von der Heimat, irgendwo in Südindien…

Auf der Reise zwischen Mahabalipuram und Pondicherry machen wir Mittagspause und wollen bei 40°C etwas shoppen gehen. Wir schauen alles an und nichts gefällt uns. Plötzlich fällt uns ein, dass wir in Indien doch eine Mantramaschine kaufen wollten. Aber wo?

Überall gibt es nur kleine Buden, die aussehen wie zugemüllte Garagen und die großen Schilder mit der fremdartigen Schrift können wir nicht lesen. Wir können nun erahnen, wie sich Analphabethen fühlen mögen. Also stellen wir unsere Augen auf Elektronikartikel – Laden und finden einen, in den wir schnell hineingehen, bevor uns einfällt, dass wir die Sprache ja gar nicht können.

Da wir uns albern vorkommen mit Deutsch oder Schwäbisch zu beginnen, fragen wir mal höflich. Do you speak English? Eifriges Nicken, aha nix English. Hindi? Fehlanzeige, die Amtssprache Hindi kann keiner, außer uns. Also Gebärden. Wenn wir nur noch wüssten, wie so eine Mantramaschine aussieht!

Dieses elektronische Gerät, bei dem man die verschiedenen Mantren per Knopf auswählen kann, haben wir vor einiger Zeit im Tempel in Kirchheim bewundert.

Gebärde „Stecker“: 2 Finger spreizen, zur Verwunderung des erstaunten Verkäufers und der sich vermehrenden zuschauenden Indern eine Box aus dem Regal nehmen, Finger dranhalten und eine nicht vorhandene Steckdose suchen. Dazu singen. Nun ging der Verkäufer an ein Regal und kam mit einem normalen Stecker zurück. Nein, das wollten wir nicht. Vielleicht dachte er dann, wir wollten ein Radiogerät.

Wir kamen uns vor, wie in einer TV-Rateshow, bis irgendwer die Idee hatte, dass es hier sowas nicht gibt, aber vielleicht 2 Straßen weiter.

Leider haben wir 2 Straßen nicht als solche erkannt und kamen 4 Straßen weiter zu einer Elektronik-und Klamottenbude. Diesmal können wir uns schon etwas besser verständlich machen und werden von der Tochter des Ladenbesitzers in die richtige Elektronikbude gebracht.

Nun sind wir zu dritt, die Tochter des Ladenbesitzers beherrscht wenigstens die Sprache, aber der Ladenbesitzer versteht nur Bahnhof.

Ich versuche wieder, meinen Wunsch zu verdeutlichen. Inzwischen hat sich das halbe Dorf vor der Bude versammelt und diskutiert eifrig mit. Der Ladenbesitzer behauptet so was nicht zu haben und ich weiß ganz genau daß sie in dieser Bude irgendwo zwischen den vielen Paketen steht, ich fühle das! Er will mich aber nicht hineinlassen um sie alle zu inspizieren. Also falte ich die Hände, verbeuge mich, Hände in Namastestellung und singe Oooomm Mani Padme HUUUUUUUMMMMM.

Ein Dorfbewohner reißt plötzlich die Augen auf, grinst und blubbert (so hört sich das Tamilische an) blubbblubblubbblubbbluubbb. Das hieß wohl, das ist der laute Kasten aus dem Tempel, der solange Mantras ausstößt, bis genug im Klingelbeutel drin ist.

Endlich kapiert das wohl auch der Ladenbesitzer und auf einmal manifestiert sich aus seinen Händen, wie die Asche des Sai Baba, ein Päckchen aus dem die Mantramaschine erscheint.

Mantramaschine

Om Sai Ommmmmhm

Ganz so schön wie auf dem Video hören sich die Mantras aus der Mantramaschine zwar nicht an, aber sie sind viiiel lauter!

Mein inneres Kind

Mein innere Kind Kystl summt vor sich hin und lacht. Weil es so gerne im blauen Sand spielt, ist es überall blau. Es spielt mit der wunderschönen lichtdurchfluteten göttlichen Mutter.

Kystl1

Doch plötzlich entschwebt sie zum Himmel empor. Kystl denkt, das sei ein neues Spiel und schnappt sie an den Zehen und versucht sie festzuhalten. Aber sie wird immer kleiner und durchsichtiger, bis sie fort ist. Nun sitzt es da und weiß nicht wie ihm geschehen ist. Seine liebe göttliche Mutter ist mitsamt ihren Lotusfüßen verschwunden. Es ist allein.

Da kriecht ein eisiges Wesen aus einer anderen Welt die linke Seite seines Rückens entlang und krallt sich um seinen Hals. Es drückt so fest, dass ihm die Luft weg bleibt. Da erwacht Kystls Wille und er vertreibt es einfach mit einem tiefen Atemzug. Doch dieses kalte Wesen gibt nicht auf. Wieder kriecht es an ihm empor und würgt ihn noch fester. Es scheinen nun mehrere Wesen zu sein, die ihn mit ihrer Eiseskälte würgen. Atmen allein reicht nicht mehr aus. Nun besinnt sich Kystl des Mantras, das ihn seine geliebte göttliche Mutter einst lehrte: „om mani padme hum“, murmelt es wieder und wieder. Das hilft. Die scheußlichen Kreaturen lassen von ihm ab und entschwinden in die Dunkelheit.

Nun schlägt Kystl die Augen weit auf, und erholt sich kurz von seinem Schrecken an dem warmen Licht seiner Salzlampe um sich sogleich wieder in seine Meditation zu vertiefen. Es sucht nach seinen göttlichen Eltern, die es aber nur als hellen Lichtschatten wahrnimmt. Im Laufe der Zeit will Kystl mehr über die beiden in Erfahrung bringen. Aber nun hört es den leisen vibrierenden Summton, der sich ankündigt, wenn sein Wecker daran denkt zu erklingen. Das innere Kind räkelt und streckt sich, zupft an seinen Lotusfüßen und ist schon wach, als der laute Gongschlag des Weckers ertönt.

Was macht euer inneres Kind?