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Interaktive Whiteboards statt Tafeln. Wollen wir so Energie sparen?

Überall fliegen jetzt die Tafeln aus den Schulen heraus, weil angeblich alle eine Kreidestauballergie entwickelt haben und jede Schule in der Anschaffung von neuen Unterrichtsmitteln die modernste sein will.

Jetzt wird endlich wieder etwas verdient, freuen sich die entsprechenden Firmen, die die Hardware und die Software zu der elektronischen Tafel liefern und den Service machen.

Angeblich hält eine Lampe für den mit dem Whiteboard verbundenen Beamer mehrere Jahre. Aber dann dürfen sich keine Schüler im Gebäude befinden. Es bleibt abzuwarten, wann die ersten Whiteboards mit Graffitis verziert sind. Die große weiße Fläche lädt doch dazu ein.

Jetzt kann sich der Lehrer während seines Unterrichtes mit den vielfältigen Funktionen beschäftigen und die Schüler haben ihre Ruhe. Sie müssen auch nicht mehr die Stimmen der Tiere nachmachen, das macht jetzt alles der Lehrer mit seiner Multimediashow interaktiv selber.

Aber auch früher schon haben sich Pädagogen an ihren Tafelbildern, die in der Tat vortrefflich gelungen sind, ergötzt:

http://iwba.wordpress.com/2011/01/24/tafelbilder/

Was haben damals wohl die Schüler in der Zeit gemacht, während der Lehrer malte?

Natürlich muss man erst einmal einen Laptop einschalten, damit das Whiteboard überhaupt genutzt werden kann.Die Fenster müssen verdunkelt werden, damit das grelle Tageslicht nicht hereinkommt. Damit aber noch genug zu sehen ist, wird dann das Deckenlicht eingeschaltet.

Aber wenn der Strom dann eines Tages nicht mehr aus der Steckdose kommt, werden alle Schulen und Büros Hometrainer bzw. Schooltrainer bekommen, also Fahrräder auf denen man die Energie selbst erstrampeln darf.

So kommen Schüler in den Genuss von Sport, Malen, usw. gleichzeitig, lernen also Multitasking. Wenn sie mal wieder keinen Bock haben, springt sicher der Lehrer ein und zeigt ihnen, wie lange er mit 80km pro Stunde den Berg rauf fahren kann während Filme über den Unterrichtstoff angeschaut werden.

Aber nicht nur für Firmen und Schulen wird das Whiteboard angeboten, sondern auch für die private Nutzung.

Soll ich jetzt nächstens für meine Verwandten eine Urlaubspräsentation vorbereiten oder mit meinen Freundinnen eine Kochpräsentation inszenieren? Wie wäre es mit einem interaktiven Lohnsteuerjahresausgleich oder einem interaktiven Weihnachtsbaum?

Ach ja, damit die Kinder in der Schule keine Nachteile haben und weil die meisten Lehrer ja sowieso zu alt und zu blöd sind, um mit der Technik klarzukommen, müssen die Eltern natürlich mit den Kindern daheim üben, wie sie mit dem Finger oder einem Spezialstift schreiben und wie der Tafelanschrieb, bzw. der Whiteboardanschrieb abgespeichert wird! Da wird die Wirtschaft ordentlich angekurbelt, wenn in jedem Wohnzimmer ein Whiteboard hängt.

Wie der Unterrichtsstoff bei den Klassenarbeiten ganz leicht per Handy wieder abgerufen wird, bekommen die Kinder sicher schneller raus als den Erwachsenen lieb ist. Aber dann werden eben Klassenarbeiten abgeschafft und Lernfelder eingeführt.

Hauptsache der Euro rollt und alle sind beschäftigt und niemand kommt auf die Idee zu demonstrieren für mehr Menschlichkeit und mehr direkten Kontakt unter den Menschen, ohne Whiteboard und Computer dazwischen.

http://www.taz.de/1/zukunft/wissen/artikel/1/der-schwierige-start-der-digitalen-tafel/