Tag-Archiv | Palast

Im Palast der Zauberin Esi

Dunkle schwere Erdenergie trat durch unsere Füße in unsere Körper ein. Einatmend zogen wir sie nach oben ins Becken und glichen die Energie unserem Rhythmus an.

Unsere Wimpern wuchsen lang und dicht. Unsere Arme bewegen sich schlangengleich und unsere Hände glitten in Wellen und Kreisen durch die Luft.

Unsere Hüften kreisten um unsere Mitte und wir tanzten und schwebten zwischen den Sternen, während der ganze Körper wogte.

Kamelritt

Das Becken kippten wir und ließen den Brustkasten wellenförmig gleiten um uns in Kamele zu verwandeln. Wie eine Woge richteten wir während des Kamelganges unseren Oberkörper immer wieder auf.

Durch die lieblichen Weisen unserer Musik hindurch drangen raue, gurgelnde Kamellaute von den Sportlern in der Halle nebenan in unseren Saal.

Nun wussten wir endlich, wie es sich anfühlt ein Kamel zu sein, dessen Körper, Seel e und Geist ganz im Einklang mit sich selbst sind.

Am Anfang spürte ich noch meine Spannungen, dort wo sich die Energien stauten. Langsam aber wurden die Bewegungen geschmeidiger, als sich die Widerstände aufzulösen begannen. Blockaden wurden gelöst und Schlacken ausgeschieden.

Endlich konnten die Gefühle frei fließen und frische Lebenskraft durchströmte mich. Schauer der Erregung durchrieselten uns und wir empfanden äußerstes Wohlbehagen.

Wir hatten die Schleier gelüftet, die uns die Sicht auf das innere Glück versperrten.
Ich spürte wie meine Fußsohlen auf der Erde abrollen. Ich lasse los! So klang es in mir.

Vom Bauch aus strömte die Energie die Wirbelsäule empor und sprühte wie ein riesiger goldener Springbrunnen zu meinem Scheitel hinaus, weit ins Universum.

Tanjore oder Thanjavur

Unser Luxushotel lag an Fluss Kaveri.

Müllfluss

Auch der Swimmingpool lud nicht wirklich zum Baden ein, bei den abendlichen Monsunregen lief das ganze Dreckwasser hier hinein:

Was wurde hier wohl nachts, als die Touristen schliefen, heimlich in den Pool geleert?

Poolkröte

Morgens sind wir schon vor dem Frühstück zum Pool gerannt um die Kröten und Frösche vor dem Ertrinken zu retten, sie kamen nämlich nicht mehr von alleine dort heraus!

Motorrad

Wir liefen am Fluss Kaveri entlang. Um zu Fuß in den Ort zu kommen, mussten wir höllisch achtgeben, nicht überfahren zu werden. Es gab nämlich keine Gehwege und wenn doch einmal einer da war, war er mit Motorrädern oder Gerümpel vollgestellt und von riesigen Pfützen umzingelt.

Geschäfte

Die Läden luden auch nicht wirklich zum Einkaufen ein. Tanjore ist eine Stadt mit 340 000 Menschen, schmutzig und laut.

Den Feuerguru von Tajore haben wir zwar gerochen, aber leider nicht getroffen:

Wir besichtigten den Brihadeswarar Tempel der im Jahre 1010 auf dem Höhepunkt der Macht der Chola-Dynastie entstand. Hunderte von Vögeln umrundeten den Palast:

Natürlich mußte ich in die Tempelbüros hinein fotografieren:

Tempelbüro

Hier bestaunten wir einen liebevoll ausgestatteten Arbeitplatz des Chefs, als er gerade mal weg war:

Tempelschreibtisch

Im Bronzemuseum im Palast konnten wir wieder unzählige Götterfiguren bewundern.

Ausflug von Agra in die Geisterstadt Fatehpur Sikri

Beim Frühstück in unserem Luxushotel in Agra beobachtete ich, wie die Toasts vom Personal mit den Fingern beider Hände in den Toaster geschoben, herausgeholt und auf einem Teller gelegt wurden. Dann erschien der Kellner damit beim Gast und servierte die Toasts mit einer silbernen Zange. „Aber nicht auf meinen Teller, ich esse etwas anderes!“ Wir hatten nämlich inzwischen beobachtet, dass einige Inder bei ihrer Morgentoilette auf der Straße auch nicht die linke- Hand- Regel einhielten.

Beim Frühstücken meiner 5 selbstgeschälten Bananen und 3 selbstgepellten superhart gekochten 30-Minuten- Eier, beobachtete ich die Reinigungsarbeiten: Nachdem die ersten Gäste ihren Tisch verließen, deckten 3 Personen gleichzeitig den Tisch ab, drehten einfach die benutzten Platzdeckchen um, neuen Teller drauf und fertig für den nächsten Gast. „Ab morgen werden wir ganz bestimmt immer die ersten beim Frühstück sein!“

So kommen die Eier zum Hotel:

Eierwallajpg

Heute besuchten wir den riesigen grandiosen Palast der in den Sand gesetzten verlassenen Kaiserstadt Fatehpur Sikri.

Von jetzt ab nahm ich den Kampf mit den lästigen selbsternannten Guides auf. Ab jetzt ernannte ich mich auch zum Guide, schwenkte meinen Reiseführer und verkündete dies lautstark jedem der sich in unsere Nähe wagte. Die Kinder liefen ehrfürchtig davon und riefen: She is really a guide, she has a book! Sie ist tatsächlich eine Reiseführerin, sie besitzt ein Buch! So hatten wir unsere Ruhe und konnten gemütlich alles anschauen.

Dann kamen wir an ein riesiges, tiefes mit Wasserlinsen bedecktes Becken, in das ein Inder für uns für ein paar Rupien hineinspringen wollte. Ich hätte ihm lieber etwas gegeben, damit er nicht dort hineinspringt. Aber wir sind dann lieber schnell weitergelaufen, damit er nicht doch noch springt.

Abends erzählte man uns, dass die Schlepper oft 30% bekommen, wenn Touristen in den teuren Läden etwas kaufen. In einem Laden behauptete der Verkäufer, das von uns gesuchte Buch sei schon auf dem Weg zu uns und würde in ein paar Minuten eintreffen. Er spielte uns inzwischen schöne Musik auf seiner Sitar vor und dann fand er es lustig, dass ich bemerkte, dass 5 indische Minuten eine europäische halbe Stunde sei.

Dann führte er uns in einen engen düsteren Raum, sein Büro, in dem mehrere Leute arbeiteten. Wir hörten dort einige CDs an, bis ich eine Überwachungskamera für die Straße entdeckte. Nun war uns auch klar, woher er soviel über uns wußte, woher wir kamen, wann wir in Agra eingetroffen sind, wohin wir gingen…… Mir wurde immer mulmiger zumute.

Nachdem er uns dann sämtliche Gegenstände seines Geschäftes andrehen wollte und uns sogar einlud irgendwo hinzufahren, wo er ein Restaurant hätte und wir mit ihm speisen sollten, sind wir zum Warten auf das Buch erst mal ins Hotel zurückgegangen.

Nach einer weiteren Stunde stellte sich heraus, dass es das Buch gar nicht gibt. Wir kauften noch ein paar kleinere Dinge, als wir dann aber das Grammophon aus Uromas Zeiten kaufen sollten, lief ich zielstrebig zum Eingang, der natürlich verschlossen war. Ich schaute mich schon um nach einem geeigneten spitzen Gegenstand, als der Verkäufer eine andere Tür für uns öffnete und wir uns erleichtert verabschiedeten. Wir waren richtig froh, als wir wieder draußen waren.

Orchha , die indische Stadt aus dem Mittelalter

Wir wachten vom fröhlichen Gezwitscher der vielen grünen Papageien auf und die Sonne begrüßte uns auf unserem himmlischen Weg durch den grünen duftenden Maharadschagarten zum Speisesaal. Ein Monsunregen hatte überall den Staub weggewaschen und überall funkelten und glitzerten die Regentropfen auf den Pflanzen.Aber leider war es kein Weg ins Paradies.

InnenhofMaharadschahotel

Wir frühstückten an Tischen mit total verkleckerten Tischdecken, auf dem schmutzige Tassen standen. Die Kellner waren geübt im Einschenken, so dass jedes Mal eine große Pfütze entstand. An anderen Tischen konnten wir uns dann verkrumpelte Servietten zusammensuchen. Der Obstsalat stand 3 Tage lang immer wieder auf dem Büffet, weil niemand ihn essen wollte. Die Milch ( von Wasserbüffeln?), die sie uns zum Kaffee andrehen wollten, schöpften die Kellner aus einem großen Topf, in dem ein Brei drin war.

Vielleicht merkten manche Gäste nicht, was hier geschah, weil die Aussicht in den Garten so zauberhaft war.

Wir aßen nur Gekochtes und Bananen. Die leckeren Pfannkuchen und erst recht die Äpfel konnten wir mit den zur Verfügung gestellten Messern nicht schneiden. Ach ja richtig, hier isst man ja eigentlich mit den Fingern.

Und dann ist es passiert. Unsere Nachbarin rutschte auf den glitschigen nassen Fliesen vor den Zimmern aus und verletzte recht heftig ihren Arm.

Wir liefen zu den interessanten Gemäuern, den Palästen und Tempeln aus dem 17. Jahrhundert, zum Mahal hinter der Brücke, wo uns unzählige Guides auflauerten. Es war nicht ganz einfach ihnen klarzumachen, dass wir uns die Namen der vielen Herrscher, deren Grabmäler, die Chattris die das Ufer des Betwaflusses zieren, sowieso nicht merken können und außerdem alles in den Reiseführern genauestens beschrieben ist. Eigentlich wollten wir hier auf dem Lande ja nur mal etwas die himmlische Ruhe genießen, nach dem Spektakel der letzten Tage.

„Indien, das Land der Gegensätze“, kam mir beim Anblick des stinkenden Lakshmi Tempels mit Fledermauskacke, wofür man sogar Eintritt bezahlen soll, in den Sinn. Warum soll Lakshmi, die Göttin der Schönheit und des Wohlstandes, die nur hell erleuchtete Häuser besucht, um Glück und Wohlstand zu bringen, da wohnen?

Im Schulhof werden hier sogar Wildschweine gehalten. So werden die weggeworfenen Pausenbrote der Kinder wenigstens richtig verwertet.

Auf dem Rückweg bummelten wir über den bunten, quirligen Basar, kauften Geschenke, Obst usw. und fotografierten eine Bananensaftmaschine.

KosmetikstandOrchha

Hinter dem Marktplatz befand sich ein kühler Klostergarten, in dem die Menschen Picknick machten. Wir beobachteten, wie sich einige Affen anschlichen und einer ihr Essen klaute. Es gab ein großes Geschrei auf beiden Seiten und als ich dann noch mehr hungrige Affen mit gewaltigen Zähnen in den Bäumen entdeckte, verkrümelten wir uns schleunigst.

Wir beobachteten die Inderinnen in ihren hübschen bunten aber unpraktischen Saris. Sie mussten sich alle paar Minuten ihre wegrutschenden Dupattas (lange Schals) zurecht zupfen und mit ihrem Saum kehrten sie die Kuh-, Ziegen- und Menschenfladen auf.

Einige Jungen bewarfen zu ihrem Vergnügen Hunde mit Steinen, hörten aber auf, als ich mit ihnen schimpfte.

Eigentlich wollten wir ja in die schönen Bettwa- Bungalows bewohnen, die hier am Anfang gezeigt werden:

Auf diesem Video sieht man kurz nach 6:00 sehr schön einen von den richtigen indischen Geiern, die wir bereits von unserem riesigen Flachdach in aus der Ferne um die Paläste fliegen sahen.

Abends wollte ich nach dem Duschen neue trockene Handtücher holen, bekam aber nur stinkende und schmuddelig aussehende. Nur gut, dass ich mein eigenes, duftendes, buntes Handtuch im Notfallkit hatte.