Tag-Archiv | Parvati

Shiva Rudra, Uma & Co

Daksha lud einst seinen Schwiegersohn, den höchsten Gott Shiva nicht zum Opferfest ein, weil dieser keinerlei Respekt vor ihm zeigte und sich stattdessen nackt mit seinem Freund Bana, einem hinduistischen Dämon, auf Friedhöfen herumtrieb.

Andere Dämonen, die Bhutas unterstehen auch Shiva. Es sind die unruhigen Seelen gewaltsam Verstorbener, die Krankheiten und Unheil bringen, weil sie nicht ordnungsgemäß beerdigt wurden.

Shivas Frau Uma brachte sich um, weil sie die Familienschande im Streit ihres Vaters mit ihrem Ehemann nicht mehr ertrug. Daraufhin enthauptete Shiva seinen Schwiegervater, setzte ihm dann aber den Kopf einer Opferziege auf und erweckte ihn so wieder zum Leben.

Uma ist die Mutter der Welt, die sich nach den Vorstellungen der Hindu- Männer hingebungsvoll um ihren Pascha kümmert und seine Kinder großzieht. Uma wird von einem Löwen begleitet.

Uma entging aber ihrem Schicksal nicht. Sie wurde als Shivas Ehefrau Parvati wiedergeboren.

Devi bekämpfte einst auf ihrem Tiger den Dämonen Durga, der sich jedesmal in eine andere schrecklichere Gestalt verwandelte. In seiner Gestalt als Büffel erschlug Devi ihn schließlich und wurde fortan Durga genannt.

Werbeanzeigen

Shivaratri Shivas weibliche Hälfte Parvati

Shiva besteht, wie wir Menschen auch, aus zwei Hälften. Beide laden mich mit ihrem lieblichen Lächeln, das ihre Lippen umspielt ein, ihrem jeweils einzig richtigen Weg zu folgen.

Shiva Parvati

Shivas weibliche Hälfte, Parvati, deren Wangen im Purpur der göttlichen Gnade gefärbt sind, ist anmutig und ihr Blick war strahlend wie die Sonne. Sie umgarnt mich mit der Aussicht auf weltliche Freuden und Genüsse.

Shivas männliche Hälfte ist nur mit einem Fell bekleidet. Obwohl sein Antlitz tiefe Verinnerlichung zeigt, funkelt sein Blick wie die Sterne am Himmel, während er mich vor Parvatis honigsüßen und egosteigernden Wein warnte. Wo Freude ist, da ist auch Leid.

Er erinnert mich an die Vergänglichkeit des irdischen Lebens und lässt mich an meine Tränen und schlaflosen Nächte denken.

Ich erwähne aber auch, dass nicht nur Wege mit Disteln, Dornen und Gestrüpp ins Paradies führen.

Er empfiehlt mir, lieber aus dem kosmischen Milchozean trinken. Sein Reich sei nicht gespickt mit Einsiedlerhöhlen, in denen gefastet wird und wo man sich selbst kasteit. Es lauern in der Einöde auch nicht überall bösartige Dämonen, weil er sie mit seinem Dreizahn alle besiegen würde, meint er. Immerhin stände er ja auf dem Dämon der Unwissenheit. Während er dabei ärgerlich shimmyartig sein Haupt schüttelt, steigt ein wohlriechender Duft aus seinen Haaren. Der Klang Shivashallt durch die Nacht:

Shiva tanzt mit mir die kosmischen Sprünge, Funken schlagen aus seinen Augen, die mich in Ananda, den ekstatischen Zustand, in dem sich das Ego auflöst, bringt. Statt Abhängigkeit fühlte ich Freiheit.

Der Lauf Parvatis Sonne erscheint mir nun viel zu langsam. Shivas Glanz blendet mich und flößt mir Ehrfurcht ein.

Ich küsse seine lieblichen Lotusfüße, die bezeugen, wie gerne er damit über die Erde schreitet und blinzele dabei heimlich unter sein Fell.

In der Mitte seines Antlitzes liegt sein geschlossenes drittes Augen im Nebel, mit dem er alles wahrnimmt. Ich hoffe, dass er es nicht öffnet, denn dann würde er möglicherweise voller Wut mit den Füßen aufstampfen und mit seinem Feuer die gesamte Schöpfung vernichten.

Vorbereitungen zur Heiligen Nacht Shivas

Shiva 2

Maha Shivaratri symbolisiert die Vereinigung der Seele mit dem unbegrenzten Göttlichen. Es ist die Nacht, in der Shiva und Parvati ihre Hochzeit halten.

Vor dem Fest putzte und reinigte ich (spirituell) mit dem Dunst von Kurkuma-Wasser die Wohnung. Ganz besonders reinigte ich die Fenster um einen besseren Einblick in Shivas Reich zu gewinnen.

Daraufhin schmückte ich den Raum mit bunten Blumen, Tüchern und wohlriechenden Düften. Ich dachte daran, ihm als Opfer eine Walnuss als Symbol meines Intellektes darzubringen, weil der Lidl wegen der Feierlichkeiten geschlossen war und beim Aldi alle Kokosnüssen von den vielen Hindus, die hier leben, weggekauft worden waren.

Dann badete ich und kleidete mich in einen blauen Sari mit feinen Gedankenfäden, weil mir ein immaterieller weißer Sari ohne Bilder nicht steht. Um der Erleuchtung vorauszueilen färbte ich schon mal mein Haar golden.

Mit meinen frischgewaschenen und duftenden Lotusfüßen wollte ich zu diesem Anlass auch nicht in meinen irdischen Pantoffeln durchs Leben wandeln. Barfuß konnte ich statt des nüchternen Bodens der äußeren Wirklichkeit, den Reichtum eines farbigen Teppichs unter mir fühlen, während ich die lebhaften Bilder in meinem Inneren empfand.

Sorgfältig malte ich extra für Shiva auf meine Stirn drei Balken aus Kurkuma, Asche und Sandelholz.

Wenn die Gäste kommen, werden wir unsere Lieder zu Ehren Shivas singen, meditieren und während wir uns die ganze Nacht mit ihm beschäftigen, erwachen wir in der Traumwelt bis wir gegen Morgengrauen ermüdet einschlafen werden.

Shiva 1

In dieser Nacht, meditiere ich in einer anderen Welt und sehe die Gesichter der Menschen aus anderen Zeitaltern hervor grinsen und lasse sie im Nebel der Vergangenheit wieder verschwinden.

Himmlische Kräfte steigen auf und nieder, während ich mit meinem Bewusstsein durch die Zeitalter schwebe, traumhafte Bilder schaue und tanze:

Die Rituale, das Beten, Fasten und Singen, die ganze Nacht hindurch, werden mir wieder bewusst machen, dass alles nur ein Spiel ist. Es ist aber ein Spiel in dem ich Shivas Energie als Frucht der Erkenntnis mit den Händen begreifen kann.

Madurai

Morgens fanden wir im Speisesaal unseres Hotels nur schmutziges Geschirr. Wenn ich auf die Taste, auf der „Tea“ stand drückte, kam heiße Milch aus dem Hahn.

Überall in der Stadt spendeten uns Okrabäume ihren Schatten. Es wurde uns immer wieder erzählt, dass Okra das indische Viagra sei. Die Früchte heißen auch Ladyfinger oder Bhindi.

Wir wollten noch einkaufen gehen.Kurz bevor uns der Taxifahrer absetzen wollte, hatten wir einen Autocrash. Während die Fahrer sich einigten, wer schuld sei, hatten wir endlich mal genug Zeit die Stadt mit ihren Geschäften zu besichtigen. Nachdem wir nichts zum kaufen gefunden hatten, genehmigten wir uns eine eisgekühlte Cola und betrachteten das Gewusel in der Stadt.

Wir besichtigten den Meenakshi-Tempel noch einmal ausführlicher bei Tag. Hier gab es auch eine Säulenhalle, deren Säulen alle verschieden klangen, wenn man sie anschlug.

Besonders interessant war hier der heilige Tempelteich, der beurteilen kann, ob eine Literatur gut oder schlecht ist. Eigentlich wollte ich ja mein Reisetagebuch darauf schwimmen lassen, weil es heißt, gute Werke schweben an der Wasseroberfläche, schlechte sinken wie Steine herab. Dieser „ Golden Lotus Tank“ war leider ausgetrocknet und sah eklig grün und verschimmelt aus. Deshalb kann ich jetzt auch noch meine Erlebnisse aus Südindien in den Blog schreiben. 😉

Meenakshi Tempel

Dieser Miniatur Meenakshi Tempel in Madurai ist aus ist aus weißen Lotusstengeln erbaut.

weiße Miniaturtempel

Wir waren den Göttern wahrscheinlich nicht ehrerbietig genug, denn abends entdeckten wir, dass ein grünes Öl im Koffer ausgelaufen war und alle Hosen Flecken hatten.

Shiva und Parvati

Wunderschöne Säulenhallen sahen wir im Thirumalai Naicker Palace

Südindische Handwerksbetriebe und Mathematikaufgaben

Beim Nageshwara Tempel trafen wir die Kinder der Weberfamilie, die wir anschließend in ihrer Werkstatt nebenan besuchten.

weberei

In dieser Gegend wohnen alle Weber der Weberkaste der Umgebung in einer Weberkolonie.

Danach fuhren wir zu einer Siedlung, in der Witwen, Waisen und andere arme Leute wohnten. Trotzdem hatte jede Hütte ihren von der Regierung zur Verfügung gestellten Fernseher und die Kinder gingen zur Schule, in der sie Englisch und Mathematik lernten.

Rechenaufgaben

Dieses 10-jährige Mädchen aus der 4. Klasse machte gerade seine Rechenhausaufgaben, damit es abends eine Fernsehsendung anschauen durfte. Ich konnte in der 4. Klasse noch keine Gleichungen mit 2 Unbekannten rechnen:

hausaufg

Die Mathematik aus den alten Veden ist oft einfacher zu handhaben, als unser Dezimalsystem:

http://www.kraeuter-verzeichnis.de/vedische-mathematik/vedische-mathematik.htm

Außerdem hat das indische Zahlensystem bereits das römische Zahlensystem abgelöst und die Zahl Null wurde auch in Indien entdeckt.

Vielleicht sollten wir unsere Kinder zum Rechnen lernen nach Indien schicken, dann wird Deutschland bei Pisa besser.

Hier gab es einige kleinere Handwerksbetriebe. In der Seidenmalwerkstatt wurden die Farben aus Naturfarben selbst hergestellt:

Künstlerarbeitsplatz

Wir besichtigten auch die Bronzegießerei, in der schöne Skulpturen gegossen wurden.

Das Verfahren war wie vor hundert Jahren, mit Kuhdung als Heizmaterial.

Ich bewunderte eine riesige Bank, die mir der Besitzer gleich schenken wollte. Sie passte aber leider nicht ins Auto:

Truhe

Beim Steinmetz sahen wir verschiedene Figuren. Eine davon war halb Frau halb Mann (Shiva/shakti).

götterfiguren

Die Bronzegießereien hatten Götterfiguren in den unmöglichsten Stellungen ausgestellt.
Über Shiva sagt man, ein Bein hebt sich, eine Welt wird geschaffen, ein Bein senkt sich und die Welt wird vernichtet.

Eine Figur tanzt mit einem Bein gen Himmel. Das ist die Geschichte von Parvati und dem Ring, in der sie von ihrem Gatten Shiva ausgetrickst wird, weil sie seinen Ring aufhebt während er weitertanzt und somit den Tanzwettbewerb gewinnt.

BeinhochStatue

Ausflüge in Varanasi

Varanasi
Wir fuhren zum größten Hindutempel, dem Shiva- Parvatitempel der 1,3 Millionen Stadt mit noch viel mehr Pilgern.

Danach spazierten wir zwischen den schönen Gebäuden in den grünen Anlagen der Banaras Hindu Universität herum. Beim Chemieinstitut fanden wir lauter Chemieabfälle einfach am Straßenrand herumliegen. Jetzt wurde mir klar, woher die verschmähten Liebhaber ihre Säureflaschen nehmen, die sie über ihre Angebeteten gießen um sie zu verunstalten, damit sie auch ja kein anderer bekommt.

Chemiemüll

Im Affentempel Jai Sri Rama wurden mal wieder alle Taschen durchsucht und es gab ein fürchterliches Gedränge am Fraueneingang. Eine Wächterin grabschte und zwirbelte an meinen Speckröllchen herum und wollte mir mein Pfefferspray klauen, dann habe ich es ihr wieder entrissen und mich zuerst fluchend in die Männerschlange gerettet und dann wütend den Affentempel verlassen.

In den Durga Tempel am See durften wir nicht hinein, weil wir angeblich Carnivoren seien. Wenn das nicht Rassismus ist.

Als wir aus dem Jaintempel herauskamen, in dem ich wieder aufgepäppelt worden bin, ergoss sich ein Monsunregen über uns und aus der Lehmstraße wurde ein Fäkalienbach, durch den wir eiligst durchwateten um noch unser Hotel zu erreichen.

Den Wasserbüffeln machte der Monsunregen nichts aus:

WasserbüffelimGanges

Das Zimmer war überflutet, die Betten standen im Wasser und ich fing zum Entsetzen des Personals erst mal mit dem Aufwischen an, als ich mir überall Lappen zusammengesucht hatte. Dann kamen aber Leute und wischten die Fluten hinaus. Es war feuchtheiß und die Klimaanlage funktionierte nicht, weil nirgends die dazugehörigen Batterien aufzutreiben waren.

Das Kofferpacken war auch sehr mühsam, weil das Zimmer so winzig war und nebenan mit lautem Geklopfe die Terasse renoviert wurde. Aber irgendwann haben wir es doch noch geschafft. Nur das Taschenmesser war mal wieder weg.

Fest der Changing Woman, der sich wandelnden Frau

Die Navajo verehren das Heilige Volk, das sich mit dem Wind, auf einem Sonnenstrahl oder einem Donnerschlag fortbewegt. An der Spitze der Gottheiten steht die Changing Woman = die sich wandelnde Frau.

Erster Mann und Erste Frau fanden Changing Women als Baby in einer von Göttern geschaffenen Wiege auf einem heiligen Berg. Changing Woman war das Kind vom Geist (dem Verstand) und von der Sprache.

In vier Tagen wuchs sie zur Frau die den Navajo erklärte, wie sie ihr Leben in Übereinstimmung mit der Natur leben sollten.
Frauen bestimmten, was mit dem Land und den Tieren geschah.

Zudem glaubten die Navajo, dass jedes Lebewesen eine innere und eine äußere Form hätte, die immer wieder in Harmonie und Gleichgewicht gebracht werden mussten. Daher musste die innere Form sich mit dem Verstand und die äußere Form sich mit der Sprache vereinen.

Changing Woman repräsentierte eine Synthese von den beiden und hatte daher die Kraft aller Leben und aller lebenden Dinge, die Unsterblichkeit durch immerwährenden Wandel (= Changing) zu erreichen.
einst wanderte Changing Woman mit ihrem Mann, Vater Himmel, nach Westen zum Pazifik, zusammen mit sprechenden Tieren. Dann erschuf sie Menschen, genauso wie es Parvati, mit ihrem Sohn Ganesha tat.

http://dschjotiblog00.blog.de/2010/06/08/ganesha-4-koepfe-10-arme-zahn-8761827/

Indem Changing Woman sich ihre Haut an verschiedenen Körperstellen rieb, erschuf sie verschiedene Clans aus ihren Hautschuppen.

Bei den Diné gehen die Männer auf die Felder und singen, damit der Mais wächst. Die Weberinnen ziehen einen speziellen Faden als Geistpfad in ihre Teppiche.