Tag-Archiv | Periyar

Elefantenfarm bei Kumily

Am nächsten Morgen verspeiste ich die Dekoration im Restaurant, weil die noch nicht geschält war und ich nur selbst geschältes Obst essen wollte.

Die Dekobananen schmeckten mir zwar, waren allerdings sehr hart. Die Guave schmeckte wie ein Mix aus harter Birne und Quitte, war aber nicht so süß. Ich hätte sie lieber den Elefanten mitbringen sollen.

Überall wurde diese Woche „Happy Onam“ gefeiert:

http://dschjotiblog00.blog.de/2010/09/18/indische-ess-gewohnheiten-9415519/

An diesem Tag machten wir einen Spaziergang durch den Kardamomwald. Wir betrachteten die Maniokwurzeln und probierten wieder verschiedene Gewürze.

Elefantfarm

Dann ging es zu den Elefanten.

Elefantenohrgriff

Dieser hatte ein Loch im rechten Ohr damit man sich beim Aufsteigen darin festhalten zu kann.

So steigt der Elefantenfacharbeiter dann auf den Elefanten:

Die Touristen kamen auch hierher, um auf den Elefanten zu reiten und nicht um richtig aufzusteigen. Das sah dann so aus:

Touristenaufstieg

Elefantenritt zu Dritt:

Elefantenritt zu Dritt

Der Mahout lief nebenher, ich mit der Kamera hinterdrein und ich war jederzeit fluchtbereit, falls der Elefant wild werden würde. Als uns auf dem engen Pfad auch noch ein anderer Elefant entgegen kam, zwängte sich der Mahoutzwischen den Elefanten durch. Ich sah aber schon auf meinem Grabstein stehen: Sie wurde zwischen zwei Elefanten zerquetscht und schlug mich lieber in die Büsche.

Der Elefant suchte immer den Weg mit seinem Rüssel ab, damit er wusste, wo er laufen muss. Er konnte seine Zehen gar nicht sehen und nahm die Fährte des Weges mit dem Rüssel so gut wahr, dass er nie in einen der überall herumliegenden Scheißhaufen oder auf Steine trat.

Wir konnten beobachten, wie die Elefanten arbeiten. So sorgfältig arbeitet er und er wurde von seinem Mahout durch Druck auf bestimmte Stellen gelenkt:

Nachdem die Elefanten gearbeitet haben, sei es, dass sie Baumstämme oder Touristen durch den Wald geschleppt haben, dürfen sie sich im Pool erfrischen. Dort werden sie abgeschrubbt, dürfen spielen und bekommen frisches Wasser zu trinken.

Diesen hätte ich am liebsten zum Blumen gießen mit heim genommen, aber leider passte er weder ins Auto noch ins Flugzeug. 

Stattdessen durften wir ihn aber mit Obst füttern, was ihm sichtlich behagte.

Wir durften noch einmal in den Urwald, wo man uns wieder Gewürze und Maniokwurzeln zeigte. In den Kardamombergen waren die Waldarbeiter wieder beim Bäume fällen und es war irgendwie unheimlich dort.

Alle 2 Stunden, Tag und Nacht von 5 Uhr morgens bis 22 Uhr nachts, plärrte der Muezim stundenlang durchs Dorf. Wir hatten keine Scheiben in den Fenstern und hörten auch noch unsere besoffenen indischen Nachbarn bis 3 Uhr morgens auf Tamil krakeelen.

Das hörte sich dann so an:

Die Hotelleitung hat sich nicht getraut, diese Gäste hinauszuwerfen. So sind wir am nächsten Tag, als deren Terrasse voller Flaschen lag, todmüde weitergefahren.
ut

Kumily im Periyar- Gebiet

Die Jackfruits, die überall an den Bäumen wuchsen, mochten die Affen sehr gerne. Sie setzten sich darauf und fraßen vom Inneren und warfen sie dann hinab auf die Wege. So konnten die Menschen schön darauf ausrutschen, wenn sie sie nicht gar auf den Kopf bekamen.

Jack- Fruit

Abends, als die Affenbande in den Ort Kumily gelaufen war, um dort ihr Unwesen zu treiben, wollten wir noch zum See laufen, um ihn wenigstens anzuschauen, er war aber nicht zu sehen, nicht mal vom Eingang des Reservates aus.

Auf unserem Spaziergang dorthin kamen wir an ein paar interessanten Häusern vorbei.

Hier ist die Villa Reh mit Internetanschluss:

VillaReh mit Internet

Ein eingestürztes Haus:

zusammengebrochenes Haus

Und eins mit einem fantastischen Gerüst, das sicher nicht den Deutschen Baunormen entspricht:

Gerüst

Hier war das Dschungelcafe:

Junglecafe

Wir freuten uns darüber, wie gut es diese Kuh hier hatte:

Am Eingang des Reservates war alles voller Touristenbusse, lautes Gehupe und Auspuffgestank. Die Einheimischen meinten, um den See anzuschauen, müssten wir eine eintägige Tour mit Jeep und Führer buchen. Dazu war es aber schon zu spät.

Nach 18 Uhr wird nämlich der Park zugemacht, sogar für die Gäste, die in einem der Hotels im Park wohnen. Dann müssen sie sich davor ein neues Hotel suchen. Sie müssen sogar jedesmal, wenn sie wieder rein gehen neuen Eintritt bezahlen.

Die Affenbande trafen wir auch wieder, auf der Straße zum Dorf:

Fahrt ins Wildschutzgebiet Periyar

Nun hatte ich genug Tempel gesehen und konnte sie gar nicht mehr auseinander halten. Deshalb freute ich mich, dass wir nun in ein Wildschutzgebiet fuhren.

Auf unserer Fahrt nach Periyar fuhren wir an wunderschön grünen Reisfeldern vorbei, auf denen die Menschen arbeiteten. Wir sahen, wie die Menschen ihr Badezimmer an die Flüsse verlegt hatten.

Riesige Götterfiguren ragten aus der Landschaft heraus:

Götter in de rLandschaft

Auf den Baustellen machten die Frauen die schwere Arbeit wie Steine zerklopfen:

Bauarbeiterinnen

Wir wollten auf dieser Reise eigentlich mit dem Boot auf dem Periyarsee fahren, aber unser Reiseleiter riet uns dringend davon ab. Im See sollen vor 2 Jahren nämlich viele Touristen ertrunken sein, als ihr Boot kenterte. An der Sicherheit hat sich wohl seither auch nicht viel geändert.

Im Hotel gab es zwar einen Swimmingpool, aber da konnte ich auch wieder nicht baden. Mit fernsehen war auch nichts. Dafür gab es im Garten Spazierwege mit exotischen Pflanzen und schön geschnitzte hölzerne Hollywoodschaukeln zum Ausruhen.

Während ich im Restaurant des Hotels höchstens 2 Sekunden damit beschäftigt war, meinen Schweiß, der mir in die Augen lief, abzutrocknen, schlich sich ein Angestellter an unseren Tisch und wollte meine volle Teetasse wegtragen.Da wenig Gäste da waren, suchten sich die Angestellten regelrecht Arbeit. Sie waren aber sehr nett und fragten uns häufig, ob alles auch schmeckt oder wie es uns in Indien geht…

Schließlich fuhren wir los, um eine Gewürzplantage zu besichtigen. Überall unterwegs gab es hohe Speedbraker, so dass wir wieder um unser Auto fürchten mussten.

Auf der Plantage, auf der auch alle unsere Zimmerpflanzen und Mimosen wild wuchsen, wurden wir an einem Nachmittag in einem Crashkurs zu Botanikern ausgebildet.

Wir lernten alles über Kakao, Kautschuk und unzählige Gewürze.

Kautschuk

Dass Pfeffer eine Kletterpflanze ist und weißer Pfeffer gegen Halsweh wirkt und dass es sogar grünen Pfeffer gibt, wusste ich noch nicht. Hot Chili und Quark senkt den Cholesterinspiegel und Kardamom wirkt gegen Mundgeruch. Zimt hilft bei Diabetes, man muss aber aufpassen, weil es ein ähnliches Kraut gibt und dieses wirkt nicht. Wenn ich auch mal etwas beitragen wollte, war den Plantagenführern alles schon bekannt.

Dann stopfte ich mir die Taschen voll Nelken und Zitronengras gegen die Moskitos. Ich habe leider vergessen zu fragen, was gegen aufdringliche Affen hilft.

Dschungel in Periyar

Wir liefen noch im den Dschungel spazieren, betrachteten wunderschöne Orchideen und gingen in Deckung, als die Waldarbeiter riesige Bäume fällten.

Orchidee

Als wir völlig erschöpft zurückkamen und uns auf unseren Kaffee freuten, hockten schon welche auf unserem Balkon: eine Affenfamilie.

Wir rasten die Treppe hinauf und sausten ins Zimmer, bevor sie sich versahen, waren wir drinnen und trauten uns nicht mehr raus.Wir fühlten uns eingesperrt wie Affen im Käfig.

Einen ihrer Art warfen sie dann (statt uns)kurzerhand mal ein paar Meter tiefer vom Balkon, aber bald darauf krabbelt er wieder hoch.