Tag-Archiv | Prozession

Was Männer statt Zumba unternehmen

Um von unserer Ferienanlage zum See zu kommen oder an der hübschen Strandpromenade nach Garda spazieren zu können, müssen die Feriengäste erst einmal eine Weile an einer stark befahrenen Straße entlanglaufen, weil das ganze Ufer voller abgezäunter Privatgrundstücke ist und es kaum Durchgänge gibt.

Wir konnten schließlich nicht einfach durch die Grundstücke laufen, weil überall Schilder von bissigen Hunden aufgestellt waren:

bissige Hundeschilder

Hier auf dieser Straße, die um den See herumführt, waren sie also, die Männer, die nicht ins Zumba gehen.

Scharenweise fuhren sie im Rudel mit ihren Fahrrädern oder höllisch knatternden Motorrädern immer um den Gardasee herum!

http://www.myvideo.de/movie/9161646
Der höllische Verkehr in Garda – MyVideo

http://www.myvideo.de/watch/9161646/Der_hoellische_Verkehr_in_Garda

In Garda kam dann auch noch diese urige Prozession vorbei. In den Hauseingängen standen Marienfiguren und weiße Bettlaken hingen aus den Fenstern heraus:

http://www.myvideo.de/movie/9161154
Prozession in Garda – MyVideo

http://www.myvideo.de/watch/9161154/Prozession_in_Garda

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Palmsonntag in Jerusalem

Wir kamen als Pilger nach Jerusalem um die heiligen Stätten zu besuchen an denen das Leiden Jesu und die Auferstehung stattfanden und um einen Teil der heiligen Karwoche mitzufeiern. Palmsonntag, der Sonntag vor Ostern, war der Tag, an dem die Juden sich erinnerten, dass Gott sie aus Ägypten befreit hat.

Wir starteten gut ausgerüstet mit gesegneten Palmzweigen und Kamera, mit der Prozession bei den Franziskanern. Auf dem Ölberg wollte ich flüchten, weil ich mir nicht vorstellen konnte, wie so viele Menschen durch so enge Gassen passen können ohne zerquetscht zu werden. Aber meine Reisebegleiter redeten mir gut zu und zeigten mir Ausweichstellen, falls es zu Tumulten kommen sollte.

Aber alles blieb zwar ausgelassen und fröhlich, aber friedlich, bis wir dann über das Kidrontal in die Altstadt von Jerusalem gelangten. Jede Volksgruppe intonierte und tanzte anders. So viele verschiedene Sprachen habe ich noch nie gehört. So muss es wohl gewesen sein, als auch Jesus zum Ärger der hohen Priester und der Pharisäer, auf einem Esel reitend als Friedenskönig in Jerusalem einzog und die Leute ihm zujubelten:

Von Lucknow nach Varanasi

Unserem Taxifahrer wurde nachts in seiner Unterkunft seine Geldbörse gestohlen. Wir mussten ihm Geld für Benzin ausleihen, damit er zurückfahren konnte.

Auf unserem Landeanflug nach Varanasi erfuhren wir, dass wir noch eine Weile kreisen müssen, weil sich Tiere auf der Landebahn befinden. Nach einer halben Stunde erhielten wir endlich die Landeerlaubnis.

Wir wurden von einem netten geschäftstüchtigen Inder abgeholt, der aber nicht mit seinem Goldschmuck bei uns den Eindruck eines Mafiosis hinterließ. Er besorgte uns ein tolles Hotel, weil das von uns über das Internet gebuchte einige Nachteile hat. Es steht z. B. häufig bei Monsun hüfttief im Wasser und wie sollen wir dann mit unseren Koffern zum Taxi kommen? Weiterhin passen in die engen Gassen weder Autos noch Rikschas und mit den Koffern kämen wir gar nicht an den Kühen vorbei. Das hörte sich ja schon merkwürdig an aber immerhin bekamen wir das Turmzimmer mit herrlicher Aussicht.

Auf seinen Vorschlag, abends im Dunklen mit einem klapprigen Boot auf den Ganges hinauszufahren um an einer Aarti, einer Feuerandacht teilzunehmen, gingen wir lieber nicht ein. Die Vorstellung mit diesem klapprigen Gefährt zu kentern und in das eklige Wasser, mit den darin herumschwimmenden Leichenteilen zu fallen, war viel zu gruselig. Arme Tote werden nämlich nicht vorher verbrannt und bei den Reichen reicht oft das Brennholz nicht aus.

Im Hotel hängen Bilder von Berühmtheiten, wie z. b. die legendäre indische Freiheitskämpferin
Rani von Jhansi, eine indischen Jeanne d`Arc, die indische Rebellen im Kampf gegen die britischen Kolonialherren anführte.

Rani von Jhansi

Zögernd trauten wir uns aus dem Hotel heraus in die quirlige eigenartige Welt des Assi Ghats. Vorsichtig mischten wir uns unter die Menge aus Büffelherden, Streifenhörnchen, Geckos, Ziegen, Hunde, Krähen und alle Arten von Menschen. Aber selbst die Sadhus passten besser in die Umgebung als wir. Immer fielen WIR irgendwie auf.

Nach und nach, als nichts Schreckliches passierte, wurden wir mutiger und wollten in den Gänsetempel hinein, aus dem laute Musik schallte. Aber am Eingang schob eine GANS Wache, so dass sich keiner an ihr vorbei und hinein traute.

Unsere Schweißausbrüche wegen der schwülen Monsunhitze steigerten sich mit der Zeit ins Unermessliche. Ich schleppte schon die ganze Zeit außer meinem völlig durchnässten Schal ein Handtuch mit mir herum, das ebenfalls recht schnell von den rinnenden Schweißbächen klitschnass war, genauso wie unsere gesamte Kleidung. Im Hotel hatten wir zwar eine Dusche, aber davon wurde das ganze Zimmer nass und die Luft noch feuchter. Also ließen wir das und puderten uns stattdessen, so wie die Leute zu Zeiten Ludwig des XIV. Da es sowieso überall nach verbrannten Leichen stank, fiel das auch niemandem auf.

Unser Taxi hatte plötzlich einen Platten und mitten auf der Straße im dicksten Verkehr wurde der Reifen gewechselt. Weil ich befürchtete, dass unser Taxifahrer dabei umkommt, habe ich erst mal den Verkehr ums Auto herum gewinkt. Das hat sogar funktioniert. Alle fuhren schön brav mit dem üblichen Gehupe um uns herum. Kaum war der neue Reifen drauf, standen wir ewig im Stau um ein paar Meter weiterzukommen. Dann war die Autobatterie leer. Während uns mehrere hilfsbereite Inder wieder anschoben, kam eine johlende Beerdigungsprozession vorbei.

Zum Glück gab es im Hotel sehr gutes Essen auf der Terrasse vor unserem Turmzimmer.