Tag-Archiv | Quellgeister

Die Naturgeister in den Offenen Gärten

0907_acanthus

Da ich keine Lust hatte, den Sonntag ins Wasser fallen zu lassen, hatte ich heute die Gelegenheit ergriffen um durch Privatgärten zu bummeln und zu schauen, wie es in anderen Gärten ausschaut:

https://www.youtube.com/watch?v=sqE0Um6au60&feature=youtu.be

Natürlich fand ich jede Menge Quell- und Wassernymphen. Bei dem Nieselwetter, wo ab und zu die Sonne hervor lugte, hatten sie richtig Spass.

Nur die Pflanze Akanthus erzählte ihre traurige Geschichte, dass sie einst als sie noch die Nymphe Acantha war, dem liebestollen Apoll sein Antlitz zerkratzte, als er sie vergewaltigen wollte. Aus lauter Wut verzauberte er sie in die Pflanze, die die Künstler seit der Antike überall auf den Kunstwerken und Säulen abbildeten.

Hier ist noch ein anderer verwunschener Garten vom vorletzten Jahr vom Tag der Offenen Gärten zu sehen: https://www.youtube.com/watch?v=DtWo4OzJYZk

Altweibersommer beim Filsursprung

Hallimaschglühen

Ich besuchte die Göttin Anfang Oktober beim Filsursprung. Dazu musste ich mich beim Bahnhöfle zuerst durch die Büsche schlagen, die von ein paar Steinwesen bewacht werden. Unmengen von Wanderern, allein und in Gruppen rasten eilends an ihnen vorbei, weil sie so furchterregend dreischauten. Ich wusste aber, dass ich den rechten Weg einschlagen musste, zu dem die spiegelverkehrte Schrift gehört. Als sie mich bemerkten, führten die Bäume mal wieder einen Schlangentanz auf.

Das Reich der Göttin am Filsursprung wird von den Quellgeistern gehütet und von überall her plätscherte es und wisperte es ganz wunderbar.

Die ganze Gegend war verzaubert und manche Naturwesen schauten ganz unschuldig drein.

Grüne Zwerge schauten griesgrämig aus dem Gebüsch.

Als die ersten Regentropfen in die noch junge Fils platschten, erklang eine wundersame Melodie. Dürre Baumgeister bewegten dazu ihre langen dürren Finger im Takt und die hellen Stimmen der Quellnymphen klangen von überall her. Nur die Forellen ließen sich leider nirgends blicken.

Überall sprossen Pilze hervor. Hallimasch, die Leuchtpilze die des Nachts mysteriös im Unterholz glühen und sich von totem Holz ernähren und lugten zwischen den Gräsern an den modrigen Baumstümpfen hervor. Die Feen wussten, dass er früher „Heil-im-Arsch“ hieß, wegen seiner abführenden Wirkung und weil er gegen Hämorrhoiden hilft.

Weiter unten, wo die Fils schon etwas kräftiger war, badeten die Quellgeister und trieben ihren Schabernack. Aber die Wanderer waren so verhext, dass sie schnurstracks an ihnen vorbei liefen, ohne sie wahrzunehmen.

https://www.youtube.com/watch?v=j36kkL8EbiI

Zuletzt machte der Elefant des Wappens von Wiesensteig die Türe zum Reich der Göttin wieder zu, damit niemand Unbefugtes eindringen kann.