Tag-Archiv | Riksha

Khajurahoooooooh

Das Frühstück im Hotel in der alten Tempelstadt Khajuraho schmeckte wieder sehr lecker und der köstliche schwarze heiße Tee….

… bis zu dem Zeitpunkt als ich auf dem Grunde meiner Tasse eine schleimige schmierige eklige Schicht fand, von der ich sogar etwas verschluckt hatte. Ich sah mich schon bis zum Ende meines Lebens auf dem Clo verbringen. Ihgitt! Das war gewiss mein erster und letzter Tee in Indien. Von jetzt an werde ich nur noch aus selbstgeöffneten versiegelten Wasserflaschen trinken.

Wir besichtigten stundenlang den wunderschönen Park mit den uralten Bäumen und die großartigen Gebäude der westlichen Tempelgruppe. Einige Japanerinnen in Shorts und Italienerinnen mit Spaghettitops hatten anscheinend noch nicht begriffen, dass sie schmackhaftes Moskitofutter waren.

Die Reiseführer fabulierten beim Besichtigen der sinnlich- erotischen in Stein gehauenen Schönheiten um die Wette. Einer berichtete beim Anblick einer in Stein gemeißelten Sexszene mit Mann und Pferd, daß es sich um „copulation con perros (Hunde)“ handle. Er meinte wohl aber „caballos“. Den Zuhörern fiel das aber offensichtlich gar nicht auf. Vielleicht sprachen sie kein Spanisch??? Ansonsten musste man die „unanständigen Szenen“ inmitten der vielen Steinfiguren mühsam suchen. Sie waren eher komisch und wegen der schwierigen Akrobatik auch nicht zum Nachahmen zu empfehlen.

Manche weibliche Steinfiguren hatten sogar einen Spiegel in der Hand. Leider waren schon viele Darstellungen zerfallen.

In unserer Hotelanlage gab es sogar einen Trimmdichpfad, auf dem wir gemütlich entlang schlenderten, weil die enorme Hitze keine anderen Bewegungen zuließ und anschließend konnten wir uns auf einer Chula, das ist eine Bank, die wie eine Schaukel von einem riesigen Baum hängt, ausruhen.

Im Hotel gab es mal wieder keine trockenen Handtücher im Bad. Diesen Trick kannten wir nun schon und wussten, dass es wieder um Bakschisch ging. Als wir den bezahlt hatten, bekamen wir mit viel Tamtam auch noch 4 Flaschen Wasser zu den trockenen Handtüchern dazu und unser Zimmer wurde von da ab als erstes gemacht. Baulärm tönte natürlich auch durch die Hallen. Irgendwann muss das Hotel ja auch mal renoviert werden, warum nicht dann, wenn wir drin wohnen?

Ziegejpg

Wir laufen mit Ziegen und Kuhherden in die ungefähr 1km entfernte Stadt und auf dem Gemüsemarkt schallt es von überall her: Do you want to see my shop? Do you want a guide? Want Riksha, cheap, cheap……

Voller Selbstbeherrschung widerstand ich dem Drang, dem aufdringlichsten Rikshafahrer einen Kuhfladen um die Ohren zu hauen.

Vom Luxusländle auf die Müllhalde

Unser Flug ging über London- Heathrow, wo die Zöllner verlangten, dass wir unsere Schuhe ausziehen. Dann leerten sie unsere sorgfältig gepackten Rucksäcke total aus und schnüffelten in den letzten Ecken nach irgendwelchen Elektrogeräten, aus denen sie dann triumphierend die Batterien herausholten und uns belehrten, dass wir diese nicht im Gerät, wohl aber außerhalb des Gerätes transportieren dürften. Schade, dass der Reisende mit seinem weißen Pulver im Honigglas, das aussah wie Anthrax nicht mehr zu sehen war, das Theater hätte ich gerne beobachtet.

Nachdem wir lange Wege durch die Flughallen mit interessanten, fremdländisch gekleideten Menschen zurückgelegt hatten und zum richtigen Gate sogar mit dem Bus fahren mussten und endlich im Flugzeug saßen, wurden wir alle erst einmal entlaust. Ich habe mich schnell unter meinen Anorak verkrochen und so lange wie möglich die Luft angehalten, weil dieses Spray so scheußlich stank. Irgendetwas war hier wohl falsch. Wieso gibt es in London Läuse, die nicht nach Indien fliegen dürfen? Vielleicht hängt das damit zusammen, dass es hier Katzen und Hunde regnet.

Wir wurden in Delhi am Flughafen von einem Taxifahrer und einem Manager abgeholt. Es dauerte eine Weile, bis ich verstand, warum sie unser Hotel in der Innenstadt von Neu- Delhi, das ich doch rot in die Karte eingetragen hatte, nicht finden konnten. Es war nicht etwa nur, dass nirgends Straßennamen und Hausnummern angebracht waren, auch nicht in Hindi, sondern dass sie weder englische noch Hindi-Buchstaben lesen konnten und schon gar nicht einen Stadtplan.

Irgendwann nach ein paar Stunden, nachdem wir das halbe Stadtviertel befragt hatten, kamen wir schließlich im richtigen Hotel an.

Delhistromkabel

Es war stickig und dämpfig, so wie vor einem Monsunregen und als dann unsere Klimaanlage nicht funktionierte, haben wir dann eine Suite bekommen, mit einem Piccolo-Balkönchen und einem umwerfenden Blick zur Straße. Da ja mal irgendwann das Hotel auch renoviert werden muss, konnten wir uns an den Bauarbeitern und am Baulärm erfreuen.

DelhiBauarbeiter

Wir drehten dann noch eine Runde um den Block und hier wurden meine Sinne völlig verwirrt, von dem unbeschreiblichen Lärm, den Leprakranken die mitten auf der Straße herumlagen und den dunklen Gestalten, die überall in den engen Gassen zu lauern schienen.

Die Obdachlosen hatten einfach mitten im Getümmel ihre Claims abgesteckt, blaue Plastikplanen drüber gezogen und fertig war das Wohnschlafesszimmer, wo auf den Chulas, den tragbaren Kochern gekocht wurde und mittendrin die Kinder und Tiere herumliefen.

Delhi street(2)

Unterwegs verpasste ein Passant plötzlich ohne ersichtlichen Grund einem Rikshafahrer eine Ohrfeige. Dieser hat sich aber nicht gewehrt und sich nur erkundigt, warum er die bekommen hat. Seltsame Gebräuche sind das!

Kaum waren wir wieder im Hotel, prasselte unser erster Monsunregen los.
http://dschjotiblog00.blog.de/2010/11/19/monsun-indien-10009426/

Der Monsun in Indien

Die Luft ist voller schwirrender Libellen, die den Mosun ankündigen. Die Feuchtigkeit ist schon so hoch, daß sich meine Haare in kleine Löckchen kringeln. Von Juni bis September herrscht hier der niederschlagsreiche große Südwest- Monsun.(arabisch „Mausim“, Hindi „Mausam“ = Jahreszeit)
Er beinhaltet 80 -90 % der jährlichen Niederschlagsmenge in Indien, außer im Süd-Osten.

Auf unserer Stadtrundfahrt in Delhi zum India Gate und dem Parlamentsgebäude überraschte uns ein Monsunregen. Agni, der Feuergott der Veden kegelte. Danach war das Connor Emporium überschwemmt, mit den sündhaft teuren Kunstgegenständen und Saris. Aber diese und auch die Antiquitäten waren viel zu teuer für unseren Geldbeutel.

Kaum waren wir im Hotel, ging es wieder los, diesmal hämmerten aber die Handwerker. So liefen wir auf die Straße, um nach den Fluten zu sehen. Die Einheimischen nahmen es gelassen. Die Bauern sind auf den Monsun angewiesen, daher wohl auch die Vorliebe für das Regenwetter.

Aber die armen Rikshafahrer tun mit leid. Die bekommen die Fäkalienbrühe voll ab.

In Varanasi, war ebenfalls Regenzeit und die Mutter Ganga hatte Hochwasser. In dicken schlammigen Strömen floss sie Shivas Haare hinab. Sie leckte an den Stufen der Ghats und hatte schon etliche von ihnen verschlungen. So konnten wir nicht mehr an den Ghats entlang wandeln.
Aber auch in den Gassen dahinter ergossen sich richtige Sturzbäche durch die engen und winkligen Gassen. Wir wateten oder sprangen durch die Büffelscheißebäche zurück zum Hotel. Seit meiner Schulzeit habe ich keine solchen Sprünge mehr gemacht.

Unser Bett im Hotel fanden wir im Wasser stehend vor, obwohl wir ein Turmzimmer ganz oben bewohnten. Der Regen hatte gegen die Tür gepeitscht, die war aber undicht. Als ich anfing sämtliche verfügbaren Lappen im Hotel einzusammeln, sprangen die Angestellten plötzlich los und wollten auch helfen, das gab wieder Bakschisch.

Während und nach dem Monsun richten regelmäßige Überschwemmungen im Jumma-, Ganges,- und Brahmaputra-Tal schlimme Zerstörungen und ein großes Verkehrschaos an.

Mit dem Hüpfball nach Indien

Manchmal machen wir nach unserem Tanzkurs noch ein paar Entspannungsübungen.

Einmal probierten wir Hüpfbälle aus. Zuerst legten wir uns ganz entspannt mit dem Rücken auf die Bälle. Dann wussten Einige noch ein paar Gymnastikübungen, die wir brav nachmachten.

Hüpf2

Doch irgendwann ging der Gaul mit uns durch. Oder besser das Känguru. Wir hüpften vorwärts, rückwärts, seitlich und im Kreis und konnten kaum genug davon bekommen. Es war ein wahres Wunder, dass keine sich in ihren Tanzgewändern verwickelte.

Hüpf1

Am nächsten Tag habe ich mir gleich einen Hüpfball gekauft. Noch hüpfe ich damit nur durch die Wohnung. Aber ich überlege mir schon, ob ich ihn nächstes Mal mit nach Indien nehme. Dann brauche ich keine Riksha und kein Taxi mehr und kann im hohen Bogen über die Scheißhaufen von Kühen und Menschen hüpfen. So wie hier:

Jetzt brauche ich noch einen Sari, mit dem ich üben kann.