Tag-Archiv | Schurwald

Hört Ihr mein leises Om an Shivaratri?

Voller Ruhe und Zufriedenheit mit einem Lächeln auf den Lippen meditiere ich nun im Lotussitz.

Shiva

Wundersame Bilder und Engelsgesänge meines letzten Schneespaziergangs begleiten mich dabei:

Begleitet von Harmonium und Gesang fliege ich in dieser dunkelsten Neumondnacht des Jahres in magische Höhen um mich mit dem kosmischen Bewusstsein zu vereinigen, mein Leben zu transformieren und loszulassen.

Shiva zuliebe habe ich heute nicht gefastet, wie es eigentlich an Shivaratri üblich ist. Aber weil heute Faschingsdienstag ist und in dieser glücksverheißenden Nacht Shiva vom Kailash zu uns herabsteigt, um über die Erde zu wandeln, soll er ruhig auch einmal den Geschmack von Fastnachtsküchle kennenlernen, während ich leise mein zitterndes OM vor mich hin schmachte…

Adventszauber im Schurwald

Auf meiner Adventswanderung kam ich durch das Dorf Hohengehren, welches eigentlich Haugairn heißt und aus einem Oberdorf und einem Unterdorf bestand, das zu einem Haufendorf zusammengewachsen ist. Deshalb blühten hier wohl noch jede Menge Sommerblumen und in den Streuobstwiesen hingen noch die Äpfel in den Bäumen.

Als ich an die beiden kleinen Weiher und den Schlösslesbrunnen kam, erinnerte ich mich, dass ich dort am Mammutbaum, bei den Geo-Koordinaten 48.749821 | 9.4249753 vor einem Jahr schon einmal rastete:

http://dschjotiblog00.blog.de/2013/11/11/verzauberte-wald-schloesslesplatz-16817803/

Später bewunderte ich die schönen Grenzsteine am Kaisersträßle, lief durch Mischwälder und Streuobstwiesen und kam am Biotop Baacher Tümpel vorbei.

Baach liegt in einem Kerbtal, voller Quellen und Bäche, wo auch der Beutelsbach entsteht und der Schlierbach entlangfließt.

Mein Navi führte mich mitten durch den Morast, bergauf und bergab. Manchmal behauptete es auch mit fester Stimme, dass ich nun links abbiegen soll, wo nichts war, als eine Steilwand.

Nikolaus b

Irgendwo dort habe ich dann wohl auch den Nikolaus fotografiert. Als ich umgestürzte Bäume, die den Weg versperrten umrundete, schimpfte das Navi unentwegt.

Als ich das Navi abgeschaltet habe, und dieses Mantra sang, sangen die Naturgeister kräftig mit:

Endlich fand ich dank eines Hubschraubers das Auto wieder. Die Waldgeister hatten mal wieder seit einer Stunde alle Wegzeichen versteckt. Sogar eine auf der Karte eingezeichnete Hütte hatten sie unsichtbar gemacht!

Der verzauberte Wald um den Schlösslesplatz

Ein märchenhafter Zauber lag im Schurwald, zwischen der Fils und der Rems. Er ist das Naherholungsgebiet für den Großraum Stuttgart. Schoren bedeutet im Schwäbischen Mühsal, schwerer Feld- und Waldarbeit. Mittelhochdeutsch ist „schure“ Scheren oder Kahlschlagen. bedeutet.

Gleich am Anfang begrüßte mich der Baumgeist der Bühleiche, die nach dem 30-jährigen Krieg (ca. 1648) gepflanzt wurde. So genau wusste er es aber auch nicht.Er empfahl mir den SAV- Weg mit dem blauen Punkt zu folgen. Aber ich merkte schnell, dass er über dem lehmigen und glitschigen Boden zu schweben pflegt, weil ich dauernd mit den glitschigen Blättern in irgendwelche Wasserpfützen rutschte. Auch versperrte ein umgekippter Baum wohl schon seit einiger Zeit den Pfad.

Als das Sonnenlicht durch die bunten Buchenblätter schien, wurde der ganze Wald zu einer Märchenlandschaft. Aber dieser Weg führte auch krummenwegs in den Bannwald mit dem Namen „Schachen“ hinein, einem der größten Naturwaldreservate in der Region Stuttgart. Hier sieht es aus wie es früher im bayrischen Wald aussah. Es fehlte nur noch etwas mehr Totholz.

Im Lützelbachtal verschandelten die Schutzhülsen der neu angepflanzten Jungbäume die Natur.

Die Waldgeister hatten im Bannwald wieder ihren Schabernack mit den armen Bäumen getrieben und sie mit der Krone nach unten in den Boden gerammt. Kein Wunder, dass sie keine Kronen mögen, wenn die Adligen früher lautschallend in die Wälder einfielen, die armen Tiere jagten und die Waldgeister erschreckten.

Im königlichen Jagdrevier wurden die Wege dann breiter und bequemer, damit Herzog Eberhard Ludwig schneller zu seinem Jagdschloss kam.

Ganz verrückt war, dass es ein „Parkhaus“ mitten im Wald geben sollte. So voll war es doch hier gar nicht und die seltsamen Gestalten, die ich schon des Öfteren im Wald angetroffen habe, kreuzten meinen Weg mit irgendwelchen Gefährten auf 2 Rädern, die ja wirklich kaum Platz einnahmen oder in einem Parkhaus abgestellt werden müssten. Dieses kleine bewohnte Häuschen, das Wächterhäuschen an der Straße zwischen Baltmannsweiler und Baach sollte ein Parkhaus sein? Da passen ja gar keine Autos hinein…

Irgendwelche Waldgeister hatten mal wieder die Schilder vertauscht und einige der Schilder hatten auch gruselige Namen, z. B.: Kurze Richtstatt oder Schlösslesrichtstatt.

Dort wurden auch die armen Leute hingerichtet, die im Wald Brennholz für den kalten Winter gesammelt hatten oder gar ein Wild gejagt hatten, weil sie sonst verhungert wären.

Außerdem war das Jagdschloss Hohengehren der württembergischen Könige mitten aus dem einstigen Wildpark vom Schlösslesplatz verschwunden. Nur noch zwei kleine Weiher waren zu sehen.

Die Waldgeister wisperten Eigenartiges: Ein König Wilhelm I. soll das Schlösschen von König Friedrich I. als Rathaus nach Altbach verkauft haben, wo es Stein um Stein wieder aufgebaut worden ist:

http://dschjotiblog00.blog.de/2013/09/16/altar-geklaut-16403403/

Ob dort wohl auch der Altar von Uhingen zu finden ist?

Auf dem Höhenrücken des Schurwaldes lief ich wieder auf dem Kaisersträßle, auf dem die staufischen Kaiser vom Hohenstaufen zu ihrer Kaiserpfalz Waiblingen ritten. Der Jakobsweg, den ich neulich nicht mehr gefunden hatte, tauchte hier auch wieder auf.

Nachdem ich an einer Weymutskiefer vorbeigelaufen bin und einen Mammutbaum bestaunt hatte, kam ich an einer Rekonstruktion eines kleinen Teils der alten 2 Meter hohen Wildparkmauer, von der der ehemalige Wildpark eingeschlossen war. Dort wurden die Tiere und Waldgeister hinauf gehetzt um den Herzögen vor die Füße zu fallen, damit diese sie abschießen und anschließend mit ihren Trophäen angeben konnten.

Etwas weiter weg hingen dann die Socken im Gebüsch. Vom Träger war keine Spur zu sehen. Ob sich sich die Wildschweine oder die Naturgeister an ihm gerächt haben, war nicht zu erkennen.

Beim Keltischen Hügelgrab war kein Hügel weit und breit zu sehen. Da hat wohl jemand gleich den ganzen Hügel samt Inhalt geklaut. Oder das Schild steckte mal wieder an der falschen Stelle.

Vielleicht war das der Geist des württembergischen Jagdknechtes „Schlappohrle“ aus dem 17. Jahrhundert, vor dem die Reisenden von damals sich ebenso sehr fürchteten, wie die Menschen unseres Jahrhunderts, die sich außer an den Wochenenden kaum noch in den Schurwald trauen.Dabei behaupten sie allen Ernstes es gäbe keine Geister mehr in unserem Jahrhundert!Hier habe ich sie aber mit meiner Kamera eingefangen:


Kurz bevor ich zum Stumpenhof zurückkam, zierten Holzfiguren den Waldweg. Beim Jubiläumsturm hatte ich eine wunderschöne Aussicht hinab ins Neckartal und zur Schwäbischen Alb.

Die Naturgeister am Herrenbachstausee im November

An diesem schönen Tag im Herbst trieben es die Naturgeister es besonders wild. Die meisten Spaziergänger hatten sich schon gar nicht hierher getraut und sogar das Schwanenweibchen hatte Reißaus genommen. Aber vielleicht war ihm ja das aggressive Männchen auch nicht geheuer.

Dabei waren die Naturgeister im Sommer noch recht friedlich:

Nun aber waren überall die zerstörerischen Kräfte am Werk und verwirrten die Gemüter der Menschen und der Geister. Die Windgeister pfiffen uns um die Ohren. Der Verfall kennzeichnete die Natur. Bedrohlich grinsten uns die Waldgeister an, so dass uns nasskalte Schauer über den Rücken liefen. Da hatte es die hervor blinzelnde Sonne nicht leicht dagegen anzustrahlen.

Die schönen geschnitzten Holzfiguren hatten sie angenagt und bei einem Baumstamm die Türe abgerissen.

Irgendeinem Wanderer hatten sie die Schuhe geklaut und nur so zum Possen über dem Barfußpfad wieder aufgehängt. Dazu hatten sie auch noch ein Schild geschrieben, dass man ausgerechnet dort seine Schuhe abstellen sollte.

Die Wassergeister hinderten mich massiv daran, auf dem Barfußpfad über den Bach zu laufen, so dass ich mit meinem Rollator umkehren musste und natürlich im Kies stecken blieb.

Zuletzt flüchtete sogar die Katze der Herrenbachmühle vor den umher tollenden Geistern ins Auto. Sie kroch blitzschnell unter den Sitz und wollte gar nicht mehr hervor kommen. Nur mit viel Überredungskunst gelang es mir schließlich, sie davon zu überzeugen, dass es hier viel mehr Mäuse als bei mir zuhause zu fangen gibt.

Als ich wieder zuhause war und meine Wanderschuhe auszog, merkte ich, dass die Waldgeister mir beide Sohlen so zerbissen hatten, dass ich sie wegwerfen musste.

Selbstverteidigungswaffen im Schurwald

Beim Waldspaziergang entdeckten wir seltsame hellgrüne Gebilde im Wald. Sie waren auch nicht rohrförmig, sondern quaderförmig. Sollte das etwa ein Schutz gegen hungrige Rehe im Winter sein?

Baumschule

Ich schaute mir die Dinger genauer an. Tatsächlich- drinnen war ein Stecken und eine Pflanze, wohl eine junge Tanne oder Fichte.

Verbissschutz

Es wird aber auch Zeit, dass die Lücken, die der Orkan Lothar in den Schurwald gerissen hat wieder gefüllt werden. Von alleine scheinen die nicht zuzuwachsen.

Hungrige Rehe habe ich zwar schon lange keine mehr gesehen. Ich dachte, die seien alle geschossen worden.

Aber hier kann man sehen, was einem im Wald passieren kann, wenn man keine Stecken dabei hat:

Jedenfalls weiß ich nun, dass die Jäger die Stecken in die grünen Gebilde gesteckt haben, damit sie sich gegen die Rehe im Wald verteidigen können.

Sie könnten doch ruhig mal ein Hinweisschild aufstellen, damit die Spaziergänger auch wissen in welche Richtung sie laufen müssen, falls sie mal von einem Reh verfolgt werden.