Tag-Archiv | Selbsterkenntnis

Wer hat Shiva gesehen?

Auf meinem Sonntagsspaziergang am heißesten Tag des Jahres traf ich mitten im Schwabenländle auf Shivas Reittier Nandi.

Zebus im Schwabenländle

Buckelrinder, die sonst nur in tropischen oder subtropischen Gebieten Asiens leben, auch Zebus genannt stammen vom Auerochsen ab und sind optimal an die Hitze angepasst.

Ich hielt Ausschau nach Shiva, dem Asket im Aschekleid und hoffte, ihn auf seinem Tigerfell in der Sonne liegend im Freibad zu finden. Aber mit dem Ganges ist so ein Freibad natürlich in keinster Weise zu vergleichen. Außerdem hätte der Bademeister sicher darauf bestanden dass Shiva seine Asche abduscht.

Als ich seinen Dreizack aus einem Heuhaufen hervorstehen zu sehen glaubte, war es aber nur eine Frau, die das Gras zusammen rechte. Vielleicht hat er Nandi, seinem Reittier einen Holzschrein sägen wollen und hat sich dabei im Wald verlaufen.

Jedenfalls hat Shiva seine Reittiere prächtig mit schwäbischem Gras genährt. Wie üblich wollten sie die Gräser aus Nachbars Garten, obwohl auf ihrer eigenen Wiese genug wuchs.

Ich musste beim Pflücken der Grasbüschel und Blumen achtsam sein, falls sich Shivas Schlangen darin versteckt haben.

Wenn ich die Begierde überwunden hätte und zur Selbsterkenntnis gelangt wäre, hätte ich wie Shiva auf Nandi reiten können um ihn zu finden.

Weiß einer von Euch wo Shiva sich gerade aufhält?

Yoga Nidra, des Yogis Schlaf

Ich höre das typische schnarchende Geräusch, während ich entspannt auf dem Rücken auf meiner Meditationsmatte liege und meine Gurina mir zum x-ten Male auf die Zehen schlägt, weil ich wieder ausgebüxt bin.

Yogis Schlaf

Während unsere Gurina uns anwies, die Geräusche um uns herum zu beobachten, die Aufmerksamkeit in die verschiedenen Körperteile zu schicken, das Atmen bewusst wahrzunehmen und sogar zu zählen(!) hatte ich ja eigentlich Wichtigeres zu tun. Ich kann mich aber nur noch erinnern, dass ich irgendeine dringliche Arbeit zu erledigen hatte…

Aber eigentlich bin ich ja hergekommen, um mit dieser Tiefenentspannung aus dem Tantra Yoga, dem Yoga Nidra, die Spannungen des stressigen Arbeitstages loszuwerden.

Yoga heißt Vereinigung. Die Yogatechniken sollen uns mit dem Atman, dem eigenen Selbst vereinigen.

Yoga Nidra ist ein bewusster Schlaf im Alphazustand. Das Bewusstsein wird so von seinen im Alltag aufgenommenen Mustern befreit. Außerdem wollten wir ja alle durch Yoga Nidra in Kontakt mit der Quelle der Selbsterkenntnis und der Inspiration kommen!

Zuerst hatten wir ein paar körperliche Entspannungsübungen vollzogen. Dann legten wir Yogis ( das sind diejenigen die Yoga machen) uns mit geschlossenen Augen auf den Rücken, die Handflächen nach oben. Während der Meditation durften wir uns nicht bewegen und auch nicht einschlafen. Dabei schlafen Anfänger wie ich immer ein, wenn sie nicht irgendwie daran gehindert werden. Während sich der Körper entspannt, entspannt sich auch das Bewusstsein.

Wir hörten nun bewusst auf die Geräusche der Umgebung.

Nun mussten wir uns eine zu uns passende Affirmation (Sankalpa) in Gedanken vorstellen, z. B.:

Meine Spiritualität ist groß, meine Gesundheit ist optimal, täglich kann ich mich besser konzentrieren, ich kann dies oder das immer besser….

dieses Sankalpa wird im Moment der Entspannung ins Unterbewusste gelegt, damit es die inneren geistigen Kräfte stärkt und aufblühen lässt.

Dann nahmen wir unseren Atem wieder in den einzelnen Körperteilen wahr.

Wir nahmen Gefühle im Wechsel wahr, z. b. lustig und traurig, leicht und schwer, heiß und kalt….

So verbinden sich die beiden Gehirnhälften miteinander.

Wir mussten die von Gurina angegebenen Körperteile visualisieren, zuerst rechts, dann links, damit sie mit Energie aufgeladen wurden. Ob sie wohl auch keines vergaß?

Dann lenkte sie unsere Aufmerksamkeit zuerst auf die Berührung unseres Rückens mit dem Boden, sodann auf unsere Vorderseite.

Nun visualisierten wir Landschaften, Symbole, Formen …
Hier wäre ich am liebsten für immer geblieben, wenn nicht dieser blöde Schnarchton meine Gurina dazu gebracht hätte, mir wieder auf die Zehen zu schlagen!

Die Meditation beendeten wir, indem wir uns unser anfänglich gewähltes Sankalpa (Vorsätze) noch einmal intensiv vorstellten.

Dann atmeten wir mit dem Bauch, und zählten: einatmen 28, ausatmen 27, einatmen 26 …

Bis wir bei 1 ankamen und wieder unseren Körpers bewusst fühlten. Wir spürten den Kontakt mit der Kleidung und dem Boden.

Dann bewegten wir wieder unsere Zehen und Fingerspitzen, Beine und Arme und kamen langsam in die Realität zurück. Ich fühlte mich so frisch wie nach einem Urlaub.

Kennen Sie Ihre Lebensaufgabe?

Viele Menschen wissen gar nicht mehr, wer sie eigentlich sind und dass sie auf der Erde sind um zu leben. Sie leiden, weil sie ihre Lebensaufgabe nicht verstehen.

Das Leben das ich selbst gewählt

Ehe ich in dieses Erdenleben kam
ward mir gezeigt, wie ich es leben würde.
Da war die Kümmernis, da war der Gram,
da war das Elend und die Leidensbürde.
Da war das Laster, das mich packen sollte,
da war der Irrtum, der mich gefangen nahm.
Da war der schnelle Zorn, in dem ich grollte,
da waren Hass und Hochmut, Stolz und Scham.

Doch da waren auch die Freuden jener Tage,
die voller Licht und schöner Träume sind,
wo Klage nicht mehr ist und Plage,
und überall der Quell der Gaben rinnt.
Wo Liebe dem, der noch im Erdenkleid gebunden,
die Seligkeit des Losgelösten schenkt,
wo sich der Mensch der Menschenpein entwunden
als Auserwählter hoher Geister denkt.

Mir ward gezeigt das Schlechte und das Gute,
mir ward gezeigt die Fülle meiner Mängel.
Mir ward gezeigt die Wunde aus der ich blute,
mir ward gezeigt die Helfertat der Engel.
Und als ich so mein künftig Leben schaute,
da hört ein Wesen ich die Frage tun,
ob ich dies zu leben mich getraute,
denn der Entscheidung Stunde schlüge nun.

Und ich ermaß noch einmal all das Schlimme
„Dies ist das Leben, das ich leben will“,
gab ich zur Antwort mit entschlossner Stimme.
So war’s als ich ins neue Leben trat
Und nahm auf mich mein neues Schicksal still.
So ward ich geboren in diese Welt.
Ich klage nicht, wenn’s mir oft nicht gefällt,
denn ungeboren hab ich es bejaht.

Hermann Hesse

ERKENNE DICH SELBST! – sagen alle großen spirituellen Weisheitslehrer.

Sie können ihre Lebensaufgabe z. B. durch die Kabbala, die Numerologie oder die Astrologie finden.

Worin ihre Lebensaufgabe liegt, verrät Ihnen in der Astrologie das Haus und das Sternzeichen, in dem sich Ihr Drachenkopf (aufsteigender Mondknoten) befindet. Die karmisch verursachten Aufgaben lesen sie dann aus dem absteigenden Mondknoten. Ungelöste und schwierige Seiten zeigen die rückläufigen Planeten und die Mondknoten.

Manche Menschen wissen schon als Kind, welche Aufgabe sie in der Welt ausüben wollen, ob sie die Kranken heilen oder als Lehrer Wissen vermitteln wollen. Andere merken erst später dass sie für sich innere Ruhe finden sollen oder die Liebe so leben sollen, dass sie nicht nur geliebt werden, sondern auch selbst Liebe geben müssen.

Will sich jemand partout nicht unterordnen, ist es möglicherweise seine Aufgabe Demut zu lernen.
Um Hingabe zu entwickeln muss zuerst das Gegenteil, die Auflehnung erkundet werden. Er muss sich dann mit seinem Schatten auseinandersetzen und erkennen, dass er sich in einen größeren Zusammenhang, z. B. eine Gruppe einzufügen hat oder einer guten Sache dienen soll. Dann lebt er im Fluss mit seinem Leben und er wird von allen Seiten unterstützt.

Ist jemand oft Situationen ausgesetzt, in denen er große Angst verspürt, deutet es darauf hin, dass er lernen muss zu vertrauen.
Auch das Loslassen lernen soll wohl zur Erkenntnis führen, dass das Schicksal nichts nimmt, ohne wieder etwas zu geben.

In periodischen Auslösungen bekommt jeder Mensch immer wieder etwas zu lernen, auch wenn er seine Lebensaufgabe nicht kennt. Es geht hier um Selbsterkenntnis. Diese wird erreicht, wenn man die wiederkehrenden Momente und Probleme seines Lebens betrachtet.

Von der materiell ausgerichteten Denkweise, die sich auf Ereignisse und Erfolge bezieht, können wir unser Bewusstsein über den Konflikt hin zum Höheren oder Wahren Selbst erweitern.
Je mehr ein Mensch in seiner Mitte ruht, umso klarer sieht er seinen Weg selbst als seine Lebensaufgabe. Wenn wir unsere Lebensaufgabe verinnerlichen und bejahen, können wir wachsen und gedeihen.