Tag-Archiv | St. Sebastian

Auf dem Franziskusweg zur Antoniuskapelle

Wir trafen uns an der wunderschönen St. Sebastiankirche in Ottenbach und bestaunten die bunten Glasfenster, durch die die Abendsonne uns begrüßte.

Am Holzbrücklein am Bach verzauberten die Naturgeister unseren Weg, so dass wir uns den Weg zum Sonnenmotiv, das wir schon von weitem sahen, durch die noch nicht gemähten Wiesen bahnen mussten. Ab hier flogen auf dem Franziskusweg überall fröhliche Orbs durch die Lüfte.

Franziskus ist der Hippie aus Assisi, dessen wohlhabender Vater über seine extreme Freigebigkeit so empört war, dass er ihn enterbte. Das fand Franziskus so amüsant, dass er daraufhin all sein Eigentum ablegte und nur noch mit einer einfachen Kutte und einem Strick um den Bauch herumlief und von Almosen lebte.Um sich in Demut üben zu können, provozierte Franziskus die Menschen so lange, bis er beschimpft wurde.

Bald darauf wurden wir im Wald von Mond und den Sternen empfangen und die Sonne schien auch noch dazu durch die Bäume. Irgendwelche guten Geister hatten an einer Baumwurzel ein hübsches Gesteck gezaubert.

Von einer Lichtung aus konnten wir die Umgebung bewundern.Nach dem Aufstieg stand am Waldesrand eine Bank zum ausruhen. Dort konnten wir die im Wind wehenden Fähnchen betrachten, wie bei den Tibetern.

Am Kreuz rannten alle vorbei um das Fell eines ausgekämmten Hundes und die Drahtkathedrale zu bestaunen.

Als die Liebe Gottes wie ein Feuer aus dem Herzen von Franziskus hervor brach, verkündete er, dass jeder der ihm 3 Steine schenkt, dafür den dreifachen Lohn Gottes bekäme. So konnte er drei Kirchen wieder aufbauen. Ob sie wirklich so aussahen, wie diese Drahtkapelle?

Weiterhin gründete er drei Orden, einen davon, einen Frauenorden mit der Heiligen Clara zusammen.

Wir liefen dann über die Kuhwiese nach Kitzen. Beim Dorfbrunnen kühlte ich gemäß des Themas Wasser meinen Kopf und meine Füße.

Bei der Mariengrotte zündeten wir unsere Kerzen an und meditierten eine Weile still vor uns hin.Die Umgebung war voller Energien der hierherkommenden Menschen.

Nun war es nicht mehr weit zur Antoniuskapelle beim Waldenhof. Aber nicht alle unserer Gruppe wollten etwas Verlorenes wiederfinden, zum Beispiel ihren Glauben. Sich mit dem Heiligen Antonius zu verbinden heißt Loslassen vom Alltag und in der Ruhe und Einsamkeit zum Göttlichen zu finden.

Der Weg zu dieser wunderschönen Kapelle, mitten in der Einsamkeit hat sich gelohnt. Lauter Heilige und Maria und Jesus versammelten sich hier mit uns und wir beteten gemeinsam in der Stille.

Die Kastanien waren hier prall gediehen. Hier spürten wir alle die Kraft des Ortes und verließen ihn so energiegeladen, dass wir dreimal so schnell zurückliefen, wie wir gekommen waren. Währenddessen ging die Sonne hinter den Bergen unter und als wir am Friedhof ankamen war es schon ganz dunkel.

Durch die Liebe war Franziskus mit Gott und allen seinen Geschöpfen, die er als seine Geschwister sah, vereinigt. Sogar die wilden Tiere hörten auf ihn.

Einst betete er verzückt in den einsamen Bergen von Alverno, als ihm der Gekreuzigte erschien. Die von ihm ausgehenden Strahlen, bohrten ihm die Wundmale Christi in den Körper. Die Stigmatisierung peinigte ihn furchtbar und von Sehnsucht und Liebe verzehrt verließ er das Diesseits um in Gottes Herrlichkeit einzugehen. Die Dämonen konnten ihm nur körperliche Schmerzen bereiten, da sein Geist bereits in Gott eingegangen war.

Franziskus, der Schutzpatron Italiens wurde von Papst Johannes Paul II. zum Patron des Umweltschutzes ernannt. Er ist auch der erste Tierschützer und hilft gegen Kopfschmerzen und die Pest.

http://www.spiritualresearchfoundation.org/de/schutz-gegen-geister-spirituelles-niveau

Franziskus hinterließ uns als Geschenk den Sonnengesang, eine Hymne auf Gottes wunderbare Schöpfung in einem umbrischen Dialekt.

Ein Lobgesang auf die Schöpfung

Zunächst bewunderten wir still und andächtig die wunderschöne helle Kirche St. Sebastian in Ottenbach.

Daraufhin nahmen wir den Pilgerweg unter unsere Treckingschuhe und die Pläne in die Hände und liefen gemäß der Wegeschreibung kreuz und quer in Ottenbach herum. Als wir dann ratlos mitten auf einer Wiese standen, weil der Weg aufhörte, kamen uns schließlich die Naturwesen zu Hilfe.

Sie ließen ein hell orange leuchtendes Kreuz mit einer Sonne am Waldesrand aufleuchten.

Von nun an wichen die Naturwesen nicht mehr von uns. Sie begleiteten uns auf dem Franziskusweg, auf dem wir die Schönheit der Schöpfung erschauen wollten, vorbei an den, in den Bäumen wohnenden Gottheiten.

Als ich im dichten Hain stehenblieb, hatte ich das Gefühl der Gegenwart einer Muttergottheit und bekam so die Ahnung von etwas Höherem. Auch die alten Germanen wussten, dass die Götter nicht menschenähnlich aussahen und nur mit dem Geiste geschaut werden können.

In den heiligen Hainen der Kelten, unter freiem Himmel, befanden sich häufig Orakelstätten mit heiligen Eichen. Priesterinnen deuteten das Rauschen der Eiche, zu deren Wurzeln das der Gottheit geweihte Gold und Silber lag.

Hier, im Kitzhölzle hingen der Mond und die Sterne, die Brüder und Schwestern von Franziskus in den Bäumen.

Der Lichtung vor dem Rehgebirge begegneten wir mit Ehrfurcht und voller Dankbarkeit. Hier konnten wir ungehindert Kontakt zur Natur und zu uns selbst, aber auch mit den geistigen Welten aufnehmen. Hier konnten wir Kraft bekommen um den Berg hinauf, zu den bunten Fahnen die im Winde wehten und dem Windspiel, aufzusteigen. Sie sollen Wind und Wetter ausdrücken.

Während wir uns unter einer Drahtkapelle ausruhten, ragte aus dem Walddunkel plötzlich ein Kruzifix mit dem Gekreuzigten hervor. Die Tafeln unten beschrieben das Leben des Franziskus.

Als wir dem Weg nach Kitzen über die eingezäunte Kuhweide folgten, malte Bruder Wind eigenartige Symbole für uns in den Himmel.

Der tief ins Innere der Erde, hinab zu den Unterirdischen führende Dorfbrunnen ließ auch hier das Göttliche erahnen.

Beim Kitzenbach in der Nähe der Grotte badeten Nymphen, als wir uns meditierend dem Tempel beim Wald am Bächlein, in dem Maria verehrt wurde, näherten. Maria wurden bei der Christianisierung die Aufgaben der alten Erd- und Muttergöttinnen übertragen.

Ich fühlte hier bereits die Anwesenheit von drei Gestalten. Ob es die Drei Jungfrauen aus dem christlichen Mittelalter oder die keltisch- germanischen drei Matronen (http://dschjotiblog00.blog.de/2013/07/29/besuch-villa-rustica-16273658/) waren oder die Trinität Brahma, Vishnu und Shiva, das weiß ich nicht, weil sie sich nicht mit mir unterhalten wollten.

Am Waldrand kurz vor Ottenbach kamen wir dann an den Bildstock von der Heiligen Dreifaltigkeit.

Ich spürte wie sich die Energie verdichtete. Sie stammte wohl von den Menschen, die hier zuletzt gebetet hatten. Sie verstärkten meine eigene Energie und riefen in mir eine Spannung und ein Prickeln auf der Hautoberfläche hervor. Ich spürte auch das seltsam Wunderliche, Geheim und Behütete und den alten Zauber dahinter. Dieser Ort besaß magische Kräfte.

Oft wurden heidnische Tempel neben Quellen gebaut und später in Kapellen verwandelt. Musste man früher wirklich das Anzünden von Lichtern beichten und wurde dies gar unter Strafe gestellt?

Die orientalische Quellgöttin Kybele war noch erschöpft vom rauschhaften Tanz, der sich in der letzten Nacht wieder bis zur Raserei gesteigert hatte und so konnte sie mir nicht das Murmeln des Baches übersetzen, der mir etwas über die Zukunft erzählen wollte.

In dem Gärtchen aus Büschen steht das Tau, der griechische Buchstabe, mit dem Franziskus die Menschen segnete und unterschrieb.
Das Tau ist das Zeichen der Erwählung. Bevor das Strafgericht über Jerusalem hereinbricht, zeichnet der Herr die Gerechten zum Schutz mit einem Tau auf der Stirn.

Die Einwohner von Ottenbach, deren Häuserdächer, Autos und Gartenzwerge von den riesigen Hagelkörnern getroffen wurden, haben sicher nicht den Göttern geopfert, wie die Menschen es taten, zu den Zeiten als die Sonne abwechselnd in die Ober- und Unterwelt fuhr.

Dass sie gott- trunken, einen alten Labyrinthtanz mit Kranichmasken aufführten oder wie die Gallier aus Ruten geflochtene und mit Menschen gefüllt Käfige, angezündet und den Göttern geopfert haben, konnte ich mir auch nicht vorstellen, als ich das Geflecht beim Gärtchen sah.

Unterirdische Gottheiten bekamen damals solche Opfergaben: die Asche und andere Überreste der Geopferten wurde rituell in der Erde versenkt oder über die Felder gestreut, damit die Göttin, die Grosse Mutter nicht zornig wird. Dann nämlich hält ihr Gestirn, der Mond den Regen zurück. Darauf versiegen die Quellen aus der Unterwelt, die Felder trocknen aus, die Saat verdorrt …

Auf dem Friedhof sahen wir viele Steine und Kreuze. Manche Hinkelsteine mit überirdisch ausgestatteten Kräften, Menhire die einst mit Öl gesalbt, mit Milch übergossen und Kerzen verziert wurden, wurden zur Zeit der Christianisierung in ein Kreuz umgeformt oder darin wurden Heiligennischen eingegraben. Hieran musste ich denken, als ich das Loch in der Stele sah, das die Auferstehung, den Sieg des Lebens über den Tod symbolisiert.

Als wir genug lustgewandelt und ausreichend wundersame Gefühle aus uns hervorgekommen waren, meditierten wir noch ein wenig in der Kirche.