Tag-Archiv | Wallfahrtskirche

Das Herz mit den Schwertern

An diesem Morgen zog ich die Tarotkarte mit den Neun Schwertern.

Weil die Sonne mich aber so lieb anlächelte, pilgerte ich zur Wallfahrtskirche zur Schmerzhaften Mutter Gottes.

Diese hübsche Kirche aus dem 17. Jahrhundert mit dem Zwiebelturm im Baustil des Bauernbarocks wollte ich schon lange einmal besuchen, aber sie war immer wegen Renovierungsarbeiten geschlossen.

Als der Hahn mir in Birenbach schon vom Kirchturm aus entgegen krähte, wusste ich, dass die Kirche heute geöffnet sein würde.

Überall um die Kirche waren die wunderschönen alten Bäume abgesägt worden. Nur noch die Stümpfe klagten mir von der lieblosen Zerstörung durch „ Alt und Entfernen“, wie es bei den Menschen heute normal ist.

Schmerzensreiche Madonna

Beim Hochaltar zog mich gleich das Gnadenbild der Schmerzhaften Mutter Gottes aus dem 15. Jahrhundert in seinen Bann. Das Herz mit den sieben Schwertern zeigte ihre sieben Leiden. Die Schmerzen Mariens bestehen im Mitleiden bei der Passion ihres Sohnes aber auch in der Entfremdung von ihrem unbegreiflichen Sohn.

Hier wurde ich derart von den Energien ergriffen, dass ich in eine tiefe Meditation versank:

An den beiden Seitenaltären war außer Maria auch der Heilige Vitus, einer von 14 Nothelfern und Schutzpatron der Tänzer und Schauspieler. Dieser Schwammerlnpatron der Slawen kann sogar den Veitstanz heilen. Vor der Christianisierung hieß er Gott Svantevit, der die Felder beschützte und aus dem Speichel seines Reittieres entstanden die Pilze. Ich ließ ihn aber links liegen, damit er mich nicht etwa von meiner Tanzbegeisterung heilt.

Auf dem Altartisch im Querhaus erschreckte mich das Haupt Johannes des Täufers, so dass ich ein wenig aus meiner Haut fuhr. Aber der Weltenheiland auf der Kanzel, mit der Erdkugel in der Hand brachte mich wieder auf die Erde zurück, so dass ich noch ein wenig die Umgebung erkunden konnte.

Speiden und Eisental

Drachen

Auf dem Weg nach Speiden kam ich durch viele Örtchen, wie z. B. Vorder- und Hinteregg, Ober- und Unterdeusch…

In der Kapelle St. Joseph auf der Wies wurden 1771 fünf Menschen vom Blitz erschlagen. Vielleicht war deshalb die Wieskirche zugeschlossen, aber es war sowieso die falsche Wieskirche.

Später fand ich dann die Engelskapelle. Danach trösteten mich die Engelschöre in der Wallfahrtskirche Maria Hilf, als ich traurig vor der Holzschnitzerei in Speiden stand, die gerade schloss, als ich um fünf nach 12 Uhr ankam um Geschenke einzukaufen.

Warum im Bärengarten in Eisental anstatt eines Bären ein Schwein lag konnte mir Hildegart von Bingen auch nicht sagen.

Überall duftete es im Kräutergarten nach exotischen Kräutern und die Naturgeister trieben ihr fröhliches Spiel. Sie ließen sogar das Echo der Berge in ihren lieblichen Gesang einfließen, während sie fabelhaften Gestalten annahmen.