Tag-Archiv | Wellen

Von Sirenen und anderen Meeresbewohnern

Octopus

Nachts, als der Mond schien, kamen die Sirenen mit den Wellen sangen mich in den Schlaf.

Anders als Orpheus und Odysseus die an der Sirenen-Insel vorbeisegelten und ihren Gesang mit ihrer Leier übertönten, öffnete ich mein Herzchakra ganz weit, um ihrem betörenden Gesang besser lauschen zu können.

Sie nahmen mir meine Augen und gaben mir ihre dafür, so dass ich damit in die Unendlichkeit schauen konnte.

Sie nahmen mir meine Ohren und gaben mir ihre dafür, so dass ich sie noch besser verstehen konnte, wenn sie mir von ihren Gestaltwandlungen berichteten, durch die sie sich auch unter die Menschen mischen konnten, ohne durch ihre Fischschwänze oder Flügel aufzufallen.

So wurde mein Geist vollkommen ruhig und ich wurde eine von ihnen. Ich erfuhr, dass ein Elbe seinen Namen dem Fluss geschenkt hat, ebenso wie der Neckar seinen Namen von einem Fischschwänzigen bekam und dass Lorelei eine der vielen Töchter von Vater Rhein ist.

Im Reich der Meeresgötter leben Aegir und seine Schwester Ran in einer tiefen Seehöhle an der brausenden Küste. Ihre kapriziösen Töchter, die Wellen faszinieren mich immer wieder wenn sie mit ihren grünen und blauen Schleiern am Strand entlang tanzen oder übermütig über die Klippen springen, wenn sie von ihrem Bruder, dem Wind gejagt werden.

Werbeanzeigen

Strandspaziergang bei Platja de Pals

Geckos

Am Wochenende war der Strand immer gut besucht. Vor allem liefen und standen überall „von Gott gekleidete“ herum und wollten bewundert werden und das nicht nur weit ab von den Beobachtungsposten, die gerade aufgestellt worden sind.

Das Parken ist in zahlreichen Orten an der Costa Brava leider ein kostspieliges Problem. So wurden auch in Platja de Pals Parkautomaten aufgestellt, obwohl gar nicht so viele Autos zu sehen waren.

Als ich nachmittags endlich friedlich im Pool schwamm, tönte eine Heckenschere durch die Gegend. Der Nachbar musste unbedingt die Sonntagsruhe stören, weil er am nächsten Tag sein Haus verkaufen wollte und deshalb noch der Garten in Ordnung gebracht werden musste.

Zum Glück hatten sonntags die Geschäfte geöffnet und so konnte ich nach meinem Strandspaziergang noch einkaufen gehen. Danach konnte ich wieder den Melodien der Naturgeister lauschen.

Die Sirenen von Platja de Pals

Frühmorgens wurde ich durch das Krakele der Möwen geweckt. Alle Verwandten kamen um die lieben Kleinen zu bewundern. Andere Neugierige wurden mit großem Gejohle davongejagt.

Sirenen jjj

Also begab ich mich zum schönsten und längsten feinsandigen Sandstrand an der Costa Brava, der angeblich in 3 Minuten zu erreichen war. Aber da waren natürlich Autominuten gemeint.

Eigentlich wäre er ja luftlinienmäßig in dieser Zeit auch zu erreichen, wenn nicht zwischen Häusern und Meer eine umzäunte amerikanische Militärbasis läge, die zwar Ende der 80ziger Jahre aufgegeben wurde aber dann zum Naturschutzgebiet erklärt worden ist.

Die Sirenen zogen mich wieder mit der Verführungskraft ihrer orgiastischen Chöre in ihren Bann und ich hatte jedes Mal große Mühe, mich wieder von ihnen zu verabschieden, so herzzerreißend schluchzten sie beim Abschied.