Tag-Archiv | Weltenbaum

Wintereinbruch

Seit 1997 Ingwer als offizielle Heilpflanze im Deutschen Arzneibuch steht, hemmt er Entzündungen, wirkt gegen Viren und Schmerzen, heißt es.

Ich suchte also im Lebensmittelmarkt Norma nach einem älteren Ingwermännchen, weil ihre Shoagole meine Wärmerezeptoren in der Mundschleimhaut stark erregen und so meine Halsschmerzen davonjagen und meine Verdauung unterstützen sollten.

Ingwermännchen

Da winkte mir schon ein hübsches Exemplar aus der Gemüsekiste zu und wollte mitgenommen werden. Es versprach mir im Kampf gegen die Erkältungsviren unerbittlich zu sein und viele magische Zauberformeln gegen sie anzuwenden. Natürlich ließ es sich auch schön von allen Seiten fotografierten, bevor ich ihm seine Körperteile abschneiden durfte.

Während ich genüsslich meinen Ingwertee schlürfte, dachte ich an die ersten Frostgeister, die nun eingetroffen sind aus Niflheim, der Eiswelt in deren undurchdringlichen Nebelsuppe dunkle zusammenziehende Kräfte wie Zweifel und diffuse Ängste gedeihen. An diesem Ort der Täuschung lebt auch der Drache des Unbewussten, der einem die Energien absaugt. Nidhögg spritzt hier sein Gift in die Wurzeln des großen Tannenbaumes (Lebensbaum).

http://dschjotiblog00.blog.de/2009/12/29/yggdrasil-weltenesche-baum-wissens-7657231/

http://dschjotiblog00.blog.de/2010/12/23/weihnachtsbaum-strahlt-lichterglanz-10246005/

Die Wintergöttin Skadi, deren Name Schatten bedeutet begleitet mich durch die weiße Winterpracht und erzählt mir von ihrem Vater, dem Frostriesen Thjazi und von Ullr, dem bogenschießenden Wintergott.

Am Anfang war das Chaos und Ymir, der Urzeitriese, der aus dem nebeligen Abgrund als Gletscher aufstieg und die Frost- und Reifriesen gebar…

Als meine Gänsehaut irgendwann allzu sehr vibrierte, beschlossen wir zu singen:

Du bist Allah, du bist Ishvara, der mächtige Gott.
Du bist auch der barmherzige, mitleidvolle Rama.
Du bist Jesus, Guru Nanaka, Zorashtra und auch MAHAVIRA; GAUTAMA Buddha und Kabir.
Du bist der Allerbarmende.

Und so glitten die Frostgeister wieder in die Ferne, in der sie so wunderschön und harmlos erscheinen…

Beltane, Walpurgis und die Maibaummeditation

An Beltane, der Nacht vom 30.April auf den 1. Mai öffnet sich die Anderswelt für Hexen, Schamanen und Co. Diese Walpurgisnacht ist deshalb vorzüglich für Rituale geeignet.

Mehr zu Beltane hier:

http://dschjotiblog00.blog.de/2010/04/28/beltane-fest-strahlenden-sonne-8474052/

Walpurgis ist das Fest des wiedererwachten Frühlings, an dem Sonne und Erde eine innige Verbindung eingehen – die heilige Hochzeit des Männlichen und Weiblichen. Die Wintergeister dürfen sich noch ein letztes Mal austoben, deshalb wird in dieser Nacht von der Jugend kräftig Schabernack getrieben.

Mehr zu Walpurgis und den 9 Nächten davor:

http://dschjotiblog00.blog.de/2010/04/23/befinden-schon-mitten-9-walpurgistagen-1-mai-frueher-wurden-tagen-8440039/

In vielen Orten steht der Maibaum, ein altes Fruchtbarkeitssymbol um das getanzt wird und in Bayern wird nach alter patriarchaler Sitte auch aus dem Aufstellen dieses phallischen Weltenbaumes ein Fest für die männliche Sonnenkraft gemacht. Der Kranz symbolisiert die weibliche Kraft der Erde.Mit dieser heiligen Hochzeit wird der wiedererwachte Frühling gefeiert.

Ein feinstofflicher Maibaum soll das Bewusstsein unserer Gruppe erhöhen indem wir uns mit dem gemeinsamen höheren Bewusstsein verbinden, damit es uns führt.

Der Maibaum steht in der Mitte des Raumes und viele farbige Bänder hängen von der Spitze zu uns herab. So sind wir alle miteinander über diesen Baum verbunden. Die Spitze des Maibaumes symbolisiert das höhere Bewusstsein, in dem wir alle eins sind.

Wir schreiten nun auf den Maibaum zu. Jede wählt ein Band in seiner Lieblingsfarbe, nimmt es in die Hand und ist so mit dem höheren Bewusstsein verbunden.

Das höhere Bewusstsein erscheint uns nun als Symbol an der Spitze des Maibaumes und wir bitten es um seine Führung und dass es uns durch das Band alles sendet, was wir brauchen.
Wir halten unsere Hände wie kleine Schalen im Schoß, bereit zu empfangen und atmen tief ein.

Dann bedanken wir uns bei unserem höheren Bewusstsein für seine Gabe, Wir atmen alles Verbrauchte aus, das uns behindert hat.
Universelle Liebe strömt nun in und durch jede von uns.

Nachdem wir uns dermaßen gestärkt haben, können wir nicht nur Bäume ausreißen, sondern auch einen Maibaum in der realen Welt aufstellen:

Der Weihnachtsbaum strahlt in seinem Lichterglanz

Er soll die weihnachtliche Romantik herbeizaubern.

In unserem weltlichen Leben geht es an Weihnachten aber oft mehr um Geschenke, um Weihnachtsbraten und wer den schönsten Weihnachtsbaum hat.

Eine Hymne an den Christbaum:

… und wer hat den größten Weihnachtsbaum?

Wer hätte es gedacht?

Der Vatikan!
Auf dem Petersplatz des Vatikans verbreitet ein 30 Meter hoher Weihnachtsbaum aus Südtirol Lichterglanz. Die Tanne ist mit goldenen und weißen Lichterketten geschmückt.

Hier gibt es sogar einen Christbaum aus Menschen:

Dieser Weihnachtsbaum bezieht seinen Lichterglanz aus der Qual eines Aals!

Vergleicht man unseren Weihnachtsbaum mit dem Lebensbaum oder dem Weltenbaum, mit der immergrünen Weltenesche Yggdrasil, fällt einem die Symbolik auf, mit der wir unseren Christbaum schmücken.

Zum Beispiel:

Die goldenen Äpfel der Iduna, die den Göttern ihre Unsterblichkeit gewähren. Die Walnüsse, die aussehen wie ein Gehirn, entsprechen der Weisheit. Fliegenpilze, nach deren Genuss man durch die Äste fliegen kann. Den Met von der Ziege Heidrun, die an den Blättern des Weltenbaums knabbert. Die von den Lichtwesen angezündeten Kerzen, die das Licht verbreiten und das Lametta, das das Licht reflektiert wie der silberne Mond.

Die Spitze des Weihnachtsbaums, der Weihnachtsstern, war in vorchristlicher Zeit, ein goldener Stern, dessen acht Strahlen den Speichen des Jahresrades entsprachen. Der Stern war das Sonnensymbol. Da in seiner Figur aber auch das Kreuz des Christentums enthalten ist, ist der Stern heute der Weihnachtsstern der Christen, der den Weisen aus dem Morgenland leuchtet und in alle Himmelsrichtungen strahlt.

Das Leben, das die Erde mit dem All verbinden soll, strömt durch diesen Baum, dem Wohnsitz der Götter.

Yggdrasil – die Weltenesche , ein Baum des Wissens

Geschichtlich reicht der Weltenbaum zurück bis in indogermanische Zeiten und besteht in verschiedener Form bei den verschiedenen Völkern unter anderem Namen weiter.

Bei den Germanen schufen die Asen aus dem Urriesen Ymir die immergrüne Weltenesche Yggdrasil, ein Sinnbild der Unsterblichkeit. In den Edda- Liedern besungen, stellt sie das Universum dar. Sie verbindet den Himmel mit der Mittelwelt und Unterwelt.

Vom der Achse des Stammes geht jegliches Leben durch ihre Wurzeln und Äste um die verschieden Welten zu nähren. Zwischen den Zweigen tummeln sich allerlei Tiere mit psychologischen Entsprechungen ihrer Eigenschaften. Oben auf der Krone sitzt der Polarstern um den sich der Himmel dreht. An ihren Wurzeln nagt die zerstörerische und lebensvergiftende Nidhöggschlange (auch zwei Schlangen Goin und Moin) und an einer Wurzel schlummert das Weltengedächtnis, an einer anderen Wurzel liegen Weisheit und Verstand verborgen.

Weil Odin sich selbst an Yggdrasil aufhängt, um das geheime Wissen der Runen bei den Wurzeln Yggdrasils zu erlangen, kann man in Yggdrasil auch einen Wissensbaum sehen, über den der Schamane von Midhgard, der Erde, aus zum geheimen Wissen und in andere Welten gelangen kann. Dazu muss er aber seine Vorstellung aufgeben, dies sei die einzig erfahrbare Wirklichkeit. Er muß oft durch schmerzliche Erfahrungen die Weltenschlange, die sich selbst verschlingt, überwinden und so kann er am Weltenbaum initiiert werden um im Weltenbaum reisend Menschen heilen zu können.
Danach kann sich der Schamane auf Reisen in die verschiedenen Welten begeben:

Zu den Naturgewalten, zu den Elfen und Zwergen,….
sogar ins das Totenreich von Hel oder zu den Nornen.

Von einigen Orten wird abgeraten, da die dortigen Kreaturen dem Menschen feindlich gesinnt sind, z. B. Muspelheim, dem Land des Feuers und des Eises. Aber dazu hat der Schamane ja seine Krafttiere.