Tag-Archiv | Ziegen

Die Geschöpfe bei Bad Ditzenbach

Als ich auf dem Oberbergfelsen über Bad Ditzenbach saß und meditierte, fühlte ich, wie die kleinen Wesen, alte Geschöpfe wie Gnome und Zwerge mit ihren roten Tarnkappen mich anstarrten.

Laurins Schwert

Sie verstanden nicht, dass ich sie und sogar das runenbeschriftete Schwert ihres Königs, welches sie manchmal zwischen die Bäume stellen, mit einer Kamera und einem PC sichtbar machen kann.

Ich hörte die Zwerge aus den Felsspalten heraus wispern und sogar singen, dass die Riesen, die die Berge einst mit ihren Füßen erzeugten und dass die Tränenströme der Riesinnen dazwischen hindurchflossen. Dass es die Zwerge sind, die das Echo in den Bergen erzeugen, habe ich auch erst von ihnen erfahren.

Nachts wandern die Berge manchmal im Nebel umher und zu den Zeiten, zu denen sie wie die Elefantenbullen brünstig werden, werfen sie in ihrer Raserei riesige Felsen auf Kirchen oder was ihnen sonst noch so alles im Wege steht.

An den Mauerresten der Ruine Hiltenburg soll angeblich ein Zwerg Schuld sein, der einen Fluch um die Burg gelegt hatte, weil ihm einst der Burgherr ein Unrecht antat.

Aber heute, auf der Wanderung, waren sie recht friedlich und spielten nur mit den Steinmanderln und richteten auf dem Weg durch Bad Ditzenbach auch nicht allzuviel Unfug an, wenn man von den Ziegen mal absieht…

Wann gibt es Chimären im Tierpark?

Fischtaur1

Chimären sind Mischwesen aus der griechischen Mythologie. Zuerst waren es Ziegen, dann wurde der Begriff auf alle Mischwesen ausgeweitet.

In der Biomedizin werden zur Stammzellenforschung künstliche Tier- Mensch- Embryonen hergestellt. So können aber auch Zwitterwesen aus Menschen und Tieren gezüchtet werden.

Noch ist es ist Deutschland verboten, Mischwesen aus Mensch und Tier zu erschaffen.
In Großbritannien hat das Unterhaus die Produktion solcher Chimären zu Forschungszwecken erlaubt.

Heute ist eine Chimäre ein künstlich aus zwei Individuen zusammengesetztes Lebewesen. Jeder Empfänger einer Organspende ist also auch eine Chimäre.

Wenn ihr eine Bluttransfusion bekommt, seid ihr auch solange eine Chimäre, bis die fremden Blutzellen wieder abgebaut worden sind.

Spaziergang in den Neckarauen bei Plochingen

Am Valentinstag war es trotz Temperaturen um Null Grad eisig kalt. Die Ziegen schienen sich nicht daran zu stören.

Die Papageien in der Kleintierzüchteranlag ließen wieder die urigsten Töne erschallen und fühlten sich hörbar wohl.

Mitten durch die Entenbrutgebiete fuhren alle paar Minuten rote Züge.
Am Neckar waren wegen des Hochwassers Sperren errichtet worden.

Nur gut, dass ich immer schön brav ins Zumba gegangen bin. So konnte ich locker über die Beton- Absperrungen springen um dann gemütlich auf der Fußgängerbrücke über den Neckar zum Wohn- und Erholungsgebiet Bruckenwasen zu laufen. Von dort aus sieht das Hundertwasserhaus auch sehr idyllisch aus.

Der Frühling ist auch nicht mehr weit, da an vielen Bäumen schon die Kätzchen erscheinen.

Spaziergang zur Hütteneckalm

Wir wollten mal eben einen Spaziergang um die Almhütte herum machen um den Kuckuck zu besuchen, der immer von dort oben herunter schrie.

Hütteneckalm

Der Weg entpuppte sich dann aber als mehrstündige Wanderung, weil er auf der Karte falsch eingezeichnet war und weiter oben dann im Geröll endete.

Gleich morgens lief uns der erste Feuersalamander über den Weg:

Oben auf der Hütteneckalm gab es einen Gasthof mit Ziegen

und Enzianwiesen

Enzian

Trollblumen dienen den Trollen als Fackeln um ihnen den Weg zu leuchten.

Trollblumen

Hier beobachteten wir einen Schmetterling:

Gegen Abend sprang auch noch ein Reh über die Wiese:

Laufenten verjagen Einbrecherin

Als ich ein wenig in der Vereinsanlage der Kleintierzüchter mit den Graupapageien schäkerte,

saß Mama einige Meter weiter vor dem Haus und eines ihrer Jungen und kauten genüsslich auf dem Dach vor sich hin.

Das Kleine lag im Futtertrog und sprang aufgeregt heraus, als meine Tasche herunterfiel:

Papa schaute auch ganz entgeistert:

Ziegenbock

Aber bald darauf brachte die Mama das Kleine wieder in seinen Futtertrog:

Und die Welt war für die Ziegen wieder in Ordnung:

Ziege auf dem Dach

Jedoch:

Ganz aufgeregt fingen im nahe liegenden Hühnerstall die Enten zu schnatter an. Vergeblich versuchten die Laufenten einen Eindringling zu verscheuchen:

Von Kovalam nach Mahabalipuram

Wir flogen von Tivandrum nach Madras und hatten jetzt eigentlich schon genug von Indien.

Flug nach Chennai

Im Flugzeug war es eiskalt, in den überfüllten und lauten Flughallen, in denen wir ewig lang warten mussten und in den Zubringerbussen ebenso. Gut, dass ich meine Tempelsocken und meinen warmen Anorak dabei hatte. Durchsucht nach Waffen, Drogen und Handgranaten wurden wir natürlich auch wieder.

In den Toiletten am Flughafen standen wieder Messbecher und Wassereimer. Mit der rechten Hand nimmt man den Becher und wäscht die linke Hand, mit der man den Po geputzt hat über dem Loch im Boden. Deshalb hatten wir immer Klopapier in den Taschen, das dann bei der Leibes- und Taschenkontrolle peinlicherweise zum Vorschein kam.

Dieses Mal ging es mit dem zum Hotel kommen etwas schneller, weil wir nach dem Inlandflug nicht mehr durchsucht wurden. So freuten wir uns, als wir endlich im Taxi saßen darauf, uns in unserem Hotel mit Swimmingpool am Meer eine Woche lang von den Strapazen der Reise erholen zu können.

Wir bekamen dann erst mal nach langer Warterei einen Schlüssel für ein dunkles Erdgeschosszimmer ohne Terrasse. Das fand ich irgendwie unheimlich, schließlich war hier 2004 alles durch den Tsunami zerstört worden. Außerdem hätten wir dann unsere ständig klatschnassen Klamotten in den Bäumen trocknen müssen, wie diese findige Japanerin.

tree for laundry drying

Wir sagten an der Rezeption Bescheid, dass wir ein Zimmer mit Balkon wollten und gingen erst mal einkaufen, weil es meistens ziemlich lange dauert, bis wir dann hinein können.

In Mahabalipuram liefen bissige Hundemeuten in den Straßen herum. Einige Hunde knurren uns an, weil wir neben der Straße langliefen und nicht wie anständige Touristen im tuc tuc fuhren. Das war hier schließlich ihr Revier.

Ein freundlicher älterer Einheimischer machte mich darauf aufmerksam, dass ich nicht neben der Straße, sondern auf der Straße ganz nah bei den Autos laufen solle, dahin trauen sich die Hunde nicht. Hier wurde ich zwar nicht mehr angeknurrt, aber dafür streiften ein Bus und ein Motorradfahrer meinen Ärmel.

Unser Taxifahrer meinte dazu, dass er deshalb immer seine Seitenspiegel einklappe.

Ich betete nun zu den Hindu- Göttern, dass sie mich schützen mögen, weil ich mir nicht vorstellen konnte, dass das noch im Zuständigkeitsgebiet des Heiligen Christopherus lag.

Eine Kuh fraß das Obst der Gemüsefrau. Die warf dann mit ihren Gewichten nach der Kuh, bis sie wo anders fressen ging.

Mahabalipuram

Die Ziegen fraßen dafür die Blumenmalas eines Motorradfahrers auf:

Als wir uns dann mit Keksen und versiegelten Wasserflaschen eingedeckt hatten, sind wir völlig erschöpft im Hotel angekommen und ich wollte nur mal eben duschen und dann nur noch in den riesigen Pool.

Swimmingpool

Aber dann war der Boy mit dem Schlüssel für ein anderes Zimmer, ein Stockwerk höher mit Balkon immer noch nicht da. Das dauerte so lange, dass keine Zeit mehr übrig war zum Schwimmen im Pool. Es kamen nämlich bereits die Giftspritzer und hüllten die ganze Umgebung in eine dunkle Giftgaswolke ein. Das sollte wohl gegen Ungeziefer sein:

Der Safe im Zimmer funktionierte auch nicht richtig. Jemand kam dann zum reparieren. Hier gab es auch jeden Abend zwei – bis dreimal Stromausfall. Das bedeutete, der Kühlschrank, die Klimaanlage, der Fernseher funktionierten dann zeitweilig trotz Notstromdiesel nicht.

Nachts träumte ich vom Tsunami und wie das Bett im Wasser schwamm. Wir mussten aber zuerst die Goldfische retten, bevor wir fliehen konnten. ..

Unsere Zimmer waren oft liebevoll dekoriert und abends brachte man uns süße Betthupferl und wir wurden gefragt ob wir auch ja zufrieden wären.

Welcome

Am nächsten Morgen wurden wir vom Personal des Frühstücksbuffets ausführlich befragt, woher wir sind, wohin wir gehen und wie wir Indien finden ….

Unsere englischen Antworten verstanden sie aber meistens falsch, möglicherweise haben sie ja auch nur diese speziellen Fragen auf Englisch gelernt und Hindi verstanden sie auch nicht, nur das blubb-blubb von Tamil Nadu.Das konnten wir nicht verstehen, weil es eben so blubberte.

Die Lieblingsfrage war wieder, ob wir es im Norden oder im Süden besser finden. Was wäre wohl mit uns passiert, wenn wir Norden geantwortet hätten?

Das Frühstücksbuffet enthielt alle Köstlichkeiten Indiens und Europas vom Frühstück übers Mittagessen Kuchen und Abendessen und natürlich der leckeren Dekoration! Grins. 😉

Dazu gab es eine viel zu laute Kreischmusik von Barbara Streisand, die natürlich lauter gedreht wurde, als ich darum bat, sie leiser zu stellen oder eine schöne indische Musik anzumachen.

Dann haben sich alle Angestellten gewundert, warum ich dann die Dekoration auf der Terrasse verspeist habe. Aber es saßen ja noch genügend Opfer im Speisesaal.

Khajurahoooooooh

Das Frühstück im Hotel in der alten Tempelstadt Khajuraho schmeckte wieder sehr lecker und der köstliche schwarze heiße Tee….

… bis zu dem Zeitpunkt als ich auf dem Grunde meiner Tasse eine schleimige schmierige eklige Schicht fand, von der ich sogar etwas verschluckt hatte. Ich sah mich schon bis zum Ende meines Lebens auf dem Clo verbringen. Ihgitt! Das war gewiss mein erster und letzter Tee in Indien. Von jetzt an werde ich nur noch aus selbstgeöffneten versiegelten Wasserflaschen trinken.

Wir besichtigten stundenlang den wunderschönen Park mit den uralten Bäumen und die großartigen Gebäude der westlichen Tempelgruppe. Einige Japanerinnen in Shorts und Italienerinnen mit Spaghettitops hatten anscheinend noch nicht begriffen, dass sie schmackhaftes Moskitofutter waren.

Die Reiseführer fabulierten beim Besichtigen der sinnlich- erotischen in Stein gehauenen Schönheiten um die Wette. Einer berichtete beim Anblick einer in Stein gemeißelten Sexszene mit Mann und Pferd, daß es sich um „copulation con perros (Hunde)“ handle. Er meinte wohl aber „caballos“. Den Zuhörern fiel das aber offensichtlich gar nicht auf. Vielleicht sprachen sie kein Spanisch??? Ansonsten musste man die „unanständigen Szenen“ inmitten der vielen Steinfiguren mühsam suchen. Sie waren eher komisch und wegen der schwierigen Akrobatik auch nicht zum Nachahmen zu empfehlen.

Manche weibliche Steinfiguren hatten sogar einen Spiegel in der Hand. Leider waren schon viele Darstellungen zerfallen.

In unserer Hotelanlage gab es sogar einen Trimmdichpfad, auf dem wir gemütlich entlang schlenderten, weil die enorme Hitze keine anderen Bewegungen zuließ und anschließend konnten wir uns auf einer Chula, das ist eine Bank, die wie eine Schaukel von einem riesigen Baum hängt, ausruhen.

Im Hotel gab es mal wieder keine trockenen Handtücher im Bad. Diesen Trick kannten wir nun schon und wussten, dass es wieder um Bakschisch ging. Als wir den bezahlt hatten, bekamen wir mit viel Tamtam auch noch 4 Flaschen Wasser zu den trockenen Handtüchern dazu und unser Zimmer wurde von da ab als erstes gemacht. Baulärm tönte natürlich auch durch die Hallen. Irgendwann muss das Hotel ja auch mal renoviert werden, warum nicht dann, wenn wir drin wohnen?

Ziegejpg

Wir laufen mit Ziegen und Kuhherden in die ungefähr 1km entfernte Stadt und auf dem Gemüsemarkt schallt es von überall her: Do you want to see my shop? Do you want a guide? Want Riksha, cheap, cheap……

Voller Selbstbeherrschung widerstand ich dem Drang, dem aufdringlichsten Rikshafahrer einen Kuhfladen um die Ohren zu hauen.