Der Zorn des Benacus

Benacus hatte mal wieder seinen Dreizack in die Felsen des Monte Baldo gerammt und die Funken stoben, dass es krachte. Der Himmel öffnete sich und die Fluten rasten die Berge herab.

Wir fuhren und mit dem Bus von Torri del Benaco zurück nach Garda und landeten mitten in diesem Unwetter.

Zum Glück konnten wir uns ins Wartehäuschen flüchten und hatten einen prima Blick auf den Busbahnhof. In der Mitte der Kreuzung war ein Gulli mit einem Strudel.

Die Geschäftsleute, denen die Brühe in die Läden lief, waren natürlich nicht so begeistert, wie die meisten Urlauber, die das Unwetter lustig fanden und drauflos planschten, weil es auch recht warm war und sowieso jeder nass war.

Da kaum jemand einen Schirm dabei hatte, mussten Mülltüten, Einkaufwagen, Stühle und sonstwas als Regenschutz herhalten. Die Unterführungen waren nur noch unterirdische Wasserläufe und so gab es oberirdisch auch erst mal ein Chaos beim Überqueren der Straßen.

Das liebliche Bächlein war zu einem wütenden Fluss geworden.

Zum Glück war eine Autoschlange an der hochfrequentierten Straße vor unserer Anlage. So wurden wir wenigstens nicht von den Autos nassgespritzt. Dafür hatte sich ein undurchsichtiger See davor gebildet, durch den wir mit unseren Sandalen hindurch waten mussten:

http://www.myvideo.de/movie/9165092
Unwetter in Garda – MyVideo

Vom Berg kam ein reißender Bach unsere Straße herab und ich kam mir vor, wie eine Forelle, die den Fluss hinaufschwimmen muss. Vorsichtig prüfte ich mit den Füßen, ob mich die reißenden Fluten auch nicht hinwegspülen würden. Dann hagelte es auch noch und ich musste eine Weile unter den Olivenbäumen Zuflucht suchen.

Ich war schon nass bis auf die Haut, als ich endlich unser Haus erreichte und mich unter der warmen Dusche wieder aufwärmen konnte.

13 Kommentare zu “Der Zorn des Benacus

  1. ich würde mit meinem Auto auch nicht so fröhlich durch die Pfützen rauschen.Den Berg hinauf, als das ganze Wasser die Straße hinab kam und ich kaum noch was sehen konnte vor lauter Regen, war mirs auch mulmig.

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  2. Ja, das fegte über die Kanaren weg wie verrückt.
    Das war Anfang der 80er. Ich habe noch Fotos von gekenterten Frachtschiffen, der Strand war voll mit Tomaten, die angespült wurden, die Strandkörbe waren zerlegt und über 200km weit verstreut.
    Strandbars wurden weggerissen…es war schlimm.

    Damals habe ich Demut vor der Natur des Wassers gelernt.

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