Tag-Archiv | Shivaratri

Hört Ihr mein leises Om an Shivaratri?

Voller Ruhe und Zufriedenheit mit einem Lächeln auf den Lippen meditiere ich nun im Lotussitz.

Shiva

Wundersame Bilder und Engelsgesänge meines letzten Schneespaziergangs begleiten mich dabei:

Begleitet von Harmonium und Gesang fliege ich in dieser dunkelsten Neumondnacht des Jahres in magische Höhen um mich mit dem kosmischen Bewusstsein zu vereinigen, mein Leben zu transformieren und loszulassen.

Shiva zuliebe habe ich heute nicht gefastet, wie es eigentlich an Shivaratri üblich ist. Aber weil heute Faschingsdienstag ist und in dieser glücksverheißenden Nacht Shiva vom Kailash zu uns herabsteigt, um über die Erde zu wandeln, soll er ruhig auch einmal den Geschmack von Fastnachtsküchle kennenlernen, während ich leise mein zitterndes OM vor mich hin schmachte…

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Die Nächte vor Shivaratri

view from Hohenstaufen

Weil Sai Baba, die göttliche vedische Mutter, mir in ihrer wesenhaften Unergründlichkeit erklärt hatte, dass ich mich in den Niederungen derer tummelte, die ihr Leben mit leerem Geschwätz vergeuden, anstatt mich auf den Himalayapfad zu den Lotusfüßen des Gauri Shankar hinaufzubegeben, wollte ich ihr wenigstens etwas entgegenkommen und machte mich trotz Eiseskälte auf den Weg und fuhr zu den Dreikaiserbergen.

Bis zum Himalaya war es mir einfach zu weit, um zur Einsicht zu erwachen und zur Weisheit zu reifen.

Als ich die Serpentinen zum Hohenstaufen emporfuhr, glaubte ich meinen Augen nicht zu trauen, als ich Shivas Gestalt zwischen den Zweigen wahrnahm. Ich erkannte ihn sofort an seiner Schönheit.

Ich hielt kurz an, um die wunderschöne Aussicht vom Hohenstaufen zu genießen. und wanderte dann weiter bis zum Gipfel.

Im Gebüsch wisperten die Naturgeister, dass Er zu den heiligen Nächten vor Shivaratri, dem Neumondfest, vom Kailash hierher zu uns herabgestiegen sei.

Immer wieder zeigt Shiva sich in seiner wandelbaren Gestalt, wenn er in der vierzehnten Nacht der dunklen Hälfte des Monats im Kali- Yuga, dem jetzigen Zeitalter, über die Erde geht und dabei wunderschöne Schneekristalle herab rieseln lässt oder als der tanzende Shiva Nataraja, das energiegeladene Universum symbolisch verkörpert.

Ich ließ mich in meiner Meditation davontragen und so durfte ich seinen erhebenden Anblick meinem Herzen einprägen.

Während Gott Brahma und der lotusnablige Gott der Schöpfung Vishnu sich stritten wer der Höchste von ihnen sei, erschien eine Feuersäule in Form eines Lingams vor ihnen, aus der Shiva, heraustrat und sprach:

„Wer in Zukunft fastet, Nachtwache hält und mich verehrt, wird von allen Sünden befreit und erlöst werden“.

Shiva befindet sich in jedem Lingam und wenn diese Phallus-Symbole mit Glauben und Verehrung erfüllt und zum Leben erweckt werden, nimmt Shiva die Sünden der Menschen hinweg.
Von überall her konnte ich aus Abhayaranyam, dem Wald in dem es keine Furcht gibt, die himmlische Harmonie in Form von wundersamen Mantren klingen hören, die mit jedem Atemzug Ananda (Glückseligkeit) gewährten.

Wer Shiva in dieser Nacht mit Mantren verehrt, wird von seinen Sünden befreit:

Viele Spaziergänger tummelten sich auf den rutschigen Wegen. Sie waren so stark von seiner gewaltigen Energie angezogen worden, dass manche nicht einmal Zeit hatten ihre Sonntagslackschuhe gegen rutschfeste Wanderschuhe auszuwechseln. So wären sie die steilen schneebedeckten Abhänge hinab gerutscht, wenn sie nicht ihren unsteten Geist, den monkey mind, an seine göttlichen Lotusfüßen hätten heften können.

So hatten die Naturgeister jede Menge Spaß mit ihnen, so dass Freude in ihren Herzen aufwallten konnte.

Shivaratri Shivas weibliche Hälfte Parvati

Shiva besteht, wie wir Menschen auch, aus zwei Hälften. Beide laden mich mit ihrem lieblichen Lächeln, das ihre Lippen umspielt ein, ihrem jeweils einzig richtigen Weg zu folgen.

Shiva Parvati

Shivas weibliche Hälfte, Parvati, deren Wangen im Purpur der göttlichen Gnade gefärbt sind, ist anmutig und ihr Blick war strahlend wie die Sonne. Sie umgarnt mich mit der Aussicht auf weltliche Freuden und Genüsse.

Shivas männliche Hälfte ist nur mit einem Fell bekleidet. Obwohl sein Antlitz tiefe Verinnerlichung zeigt, funkelt sein Blick wie die Sterne am Himmel, während er mich vor Parvatis honigsüßen und egosteigernden Wein warnte. Wo Freude ist, da ist auch Leid.

Er erinnert mich an die Vergänglichkeit des irdischen Lebens und lässt mich an meine Tränen und schlaflosen Nächte denken.

Ich erwähne aber auch, dass nicht nur Wege mit Disteln, Dornen und Gestrüpp ins Paradies führen.

Er empfiehlt mir, lieber aus dem kosmischen Milchozean trinken. Sein Reich sei nicht gespickt mit Einsiedlerhöhlen, in denen gefastet wird und wo man sich selbst kasteit. Es lauern in der Einöde auch nicht überall bösartige Dämonen, weil er sie mit seinem Dreizahn alle besiegen würde, meint er. Immerhin stände er ja auf dem Dämon der Unwissenheit. Während er dabei ärgerlich shimmyartig sein Haupt schüttelt, steigt ein wohlriechender Duft aus seinen Haaren. Der Klang Shivashallt durch die Nacht:

Shiva tanzt mit mir die kosmischen Sprünge, Funken schlagen aus seinen Augen, die mich in Ananda, den ekstatischen Zustand, in dem sich das Ego auflöst, bringt. Statt Abhängigkeit fühlte ich Freiheit.

Der Lauf Parvatis Sonne erscheint mir nun viel zu langsam. Shivas Glanz blendet mich und flößt mir Ehrfurcht ein.

Ich küsse seine lieblichen Lotusfüße, die bezeugen, wie gerne er damit über die Erde schreitet und blinzele dabei heimlich unter sein Fell.

In der Mitte seines Antlitzes liegt sein geschlossenes drittes Augen im Nebel, mit dem er alles wahrnimmt. Ich hoffe, dass er es nicht öffnet, denn dann würde er möglicherweise voller Wut mit den Füßen aufstampfen und mit seinem Feuer die gesamte Schöpfung vernichten.

Shivaratri, Shiva erscheint

Wir beginnen mit „Om Namah Shiva“, Großer Gott wir grüßen dich:

Während dieses Mantra mich in die höheren Gefilde Shivas trägt, vernehme ich am Klang seiner Tanzschritte, wie der Gott seinen kosmischen Reigen, den ewigen Kreislauf von Geburt und Tod durch das Universum tanzt. Mein Herz schlägt wie verrückt, während in klangvollen Tönen Shivas Trommeln erschallt. Ich schlage meine Trommel in seinem Rhythmus. Die entstehenden Energien heben mich zu einer höheren Bewusstseinsebene empor:

Sein Name hallt im Rhythmus der pulsierenden Schöpferkraft, wie der heilige Schöpfungston OM durchs ganze Universum. Immer wieder singe ich seinen Namen: Shiva, Shiva, Shiva Shambho…

Shiva beschützt mich und zerstört mein Ego. Meine Persönlichkeit verschwindet ebenso wie Leid und Trauer. Ich strecke die Fühler meiner Fantasie aus und die Bilder strömen im bunten Wechsel in meine Seele.

Mich zieht es auf den Berg Kailash, den eisigen Gipfel der Metaphysik, zu Shiva, dem Gott des Universums, dem Hüter der Orientierungslosen, der den Tod überwindet und Glückseligkeit schenkt. Ewig umkreise ich diese Wohnstätte Shivas, während die Brahmanen sich unten auf der Erde streiten, wie oft der Tempel umrundet werden soll, um seine höhere Wahrheit zu erkunden.

Shiva, strahlend schön und verführerisch wie Luzifer, ist der barmherzige Gott mit den Lotusaugen dessen blauen Kehle die Schlangen der Weisheit und der magischen Erneuerungskraft schmücken.

In einem Zeitalter als die ganze Welt vergiftet war und die Götter und Dämonen den kosmischen Milchozean quirlten, um das Lebenselixier zu gewinnen, fiel ein Tropfen des Giftes hinein. Gott Shiva trank das Gift Halahala um die Welt zu erretten. Es färbte seine Kehle blau. Zum Dank nennt man ihn jetzt Nilakantha („Blauhals“)

Shiva taucht aus dem Nebel hervor und hält das läuternde Wasser des Ganges in seinen Haarlocken. Mit seinen mond-geschmückten Haaren bändigte er den heiligen Ganges. Erleuchtung und Weisheit strahlen von der Aura seines Hauptes aus.
Er trägt den Dreizack und reitet auf dem heiligen Bullen Nandi.

Ich tauche ein in Shivas Gewässer, in sein Nebelreich, das die harten Konturen verschwinden lässt und die Dualität zerstört.

Im endlosen Wechsel- und Lobgesang, küsse ich den Saum seines Tigerfelles um mit ihm zu verschmelzen.

Mit meinen geistigen Fingern begreife ich die Welt Shivas, die nun zu funkeln beginnt. Ich entdecke Fülle und Reichtum, die Schätze in der Tiefe meines Herzens…

Vorbereitungen zur Heiligen Nacht Shivas

Shiva 2

Maha Shivaratri symbolisiert die Vereinigung der Seele mit dem unbegrenzten Göttlichen. Es ist die Nacht, in der Shiva und Parvati ihre Hochzeit halten.

Vor dem Fest putzte und reinigte ich (spirituell) mit dem Dunst von Kurkuma-Wasser die Wohnung. Ganz besonders reinigte ich die Fenster um einen besseren Einblick in Shivas Reich zu gewinnen.

Daraufhin schmückte ich den Raum mit bunten Blumen, Tüchern und wohlriechenden Düften. Ich dachte daran, ihm als Opfer eine Walnuss als Symbol meines Intellektes darzubringen, weil der Lidl wegen der Feierlichkeiten geschlossen war und beim Aldi alle Kokosnüssen von den vielen Hindus, die hier leben, weggekauft worden waren.

Dann badete ich und kleidete mich in einen blauen Sari mit feinen Gedankenfäden, weil mir ein immaterieller weißer Sari ohne Bilder nicht steht. Um der Erleuchtung vorauszueilen färbte ich schon mal mein Haar golden.

Mit meinen frischgewaschenen und duftenden Lotusfüßen wollte ich zu diesem Anlass auch nicht in meinen irdischen Pantoffeln durchs Leben wandeln. Barfuß konnte ich statt des nüchternen Bodens der äußeren Wirklichkeit, den Reichtum eines farbigen Teppichs unter mir fühlen, während ich die lebhaften Bilder in meinem Inneren empfand.

Sorgfältig malte ich extra für Shiva auf meine Stirn drei Balken aus Kurkuma, Asche und Sandelholz.

Wenn die Gäste kommen, werden wir unsere Lieder zu Ehren Shivas singen, meditieren und während wir uns die ganze Nacht mit ihm beschäftigen, erwachen wir in der Traumwelt bis wir gegen Morgengrauen ermüdet einschlafen werden.

Shiva 1

In dieser Nacht, meditiere ich in einer anderen Welt und sehe die Gesichter der Menschen aus anderen Zeitaltern hervor grinsen und lasse sie im Nebel der Vergangenheit wieder verschwinden.

Himmlische Kräfte steigen auf und nieder, während ich mit meinem Bewusstsein durch die Zeitalter schwebe, traumhafte Bilder schaue und tanze:

Die Rituale, das Beten, Fasten und Singen, die ganze Nacht hindurch, werden mir wieder bewusst machen, dass alles nur ein Spiel ist. Es ist aber ein Spiel in dem ich Shivas Energie als Frucht der Erkenntnis mit den Händen begreifen kann.

Erfahrungen in der Shivaratrinacht 2010-02-13

Alle singen vor dem Altar aus voller Kehle. Auf dem Altar stehen Bilder und mehrere Statuen von mehreren Heiligen. Der Raum ist voller Energie. In der Ecke steht ein orangener Sessel und überall stehen Blumen in Vasen und liegen frische weiße und rote Blütenblätter verstreut.
Satya Sai baba

Schon bald verdichtet sich eine dunkle Wolke über dem Stuhl und plötzlich sitzt Sathya Sai Baba dort und grinst mich an. Er ist also doch zu Shivaratri nach Deutschland gekommen und lauscht den Gesängen zu seinen Ehren. Leider ertönte dann eine durchdringende Frauenstimme und er verschwand wieder. Das heißt er verschwand nicht ganz. Seine Lotusfüße standen noch dort.

Lotusfüße

Ein Lied nach dem anderen wird gesungen und je nachdem wer gerade vorsingt, bilden sich andere geometrische Muster über dem Stuhl. Mal sind es Quer- mal Längsstreifen, auch Quadrate und Dreiecke, schräg oder gerade.
Einmal schwebte während eines Jüdischen Liedes ein 9-armiger Leuchter herab und leuchtete wundersam.

Shirdi Sai Baba

Sai Baba ist schon lange wieder verschwunden, da kommt aus einer hellen Wolke der andere Sai Baba, der der aussieht wie Ali Baba mit der Piratenkappe und einem grauen Bart. Irgendwie war Shirdi Sai Baba mir sympathisch und ich erfreute mich an seiner Gegenwart bis die hohe Stimme ihn wieder vertrieb.

Sananda

Nach einiger Zeit bemerkte ich, dass mich jemand anstarrte. Da stand ein Bild von Jesus Christus auf dem Altar und ich hatte das Gefühl als ob er mir etwas mitteilen wollte. Heute weiß ich, dass er das nicht war, sondern dass er Sananda heißt.

Dann ertönten die lauten Shivagesänge und die Energie wurde so stark, daß ich meine Augen schließen musste, damit mein Kopf nicht schmerzte. Er tanzte stampfend auf der Erdkugel, er trommelte durchs Weltall, die Welt erzitterte und mein Kopf dröhnte wie eine Glocke. Ich fürchtete, das wäre zu viel. So entstehen Erdbeben!

Bei Tonga im Südpazifik hat sich in dieser Nacht um 3:34 Uhr deutscher Zeit ca. 100 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Nukualofa ein Erdbeben mit einen Wert von 6,3 auf der Richter-Skala ereignet. Das Epizentrum lag in knapp zehn Kilometer Tiefe.

Shivas Lingam senkte sich in dieser Nacht auch noch wie ein riesiger Kokon auf den Stuhl herab, aber als ich gerade in die Küche gehen wollte um Milch und Honig zu holen um es damit zu übergießen, kam die Sängerin mit der hohen Stimme herein und sang mit lauter Stimme: „Jesus Christ“!

So blieb wenigstens der schöne orangene Posterstuhl sauber.

Brief an Shiva zu Shivaratri

Lieber Shiva, du bist Schuld, dass unsere Wissenschaftler jetzt einen Knall haben. Unseren Urknall, den Du vor 13 Komma! 7 Milliarden Jahren gemacht hast. Dank der Super String Theorie wissen sie, dass du das immer schon gemacht hast und immer wieder machen wirst. Sie behaupten auch, dass die Milchstrasse nach Himbeeren mit Rum und nicht nach Milch schmeckt. Haben sie aber noch nicht umbenannt.

Wenn du nicht ständig „high“ wärest, gottestrunken im Soma-rasa-Zustand hättest Du sicher schon bemerkt, dass sie Dich suchen.

Auch heute Nacht, in Deiner Nacht, Shivaratri werden die Menschen singen. UND auch die Sterne singen Dir zu Ehren. Das wissen die Wissenschaftler, weil sie durch die Astroseismologie die Schwingungen der Sterne erfassen können. Sie haben sogar Deine Trommel entdeckt, zu deren Takt du als Galaxie den Tanz des Seins tanzt. Sie nennen sie den blau-weißen Zwerg V391 Pegasi. Aber noch feiern die Wissenschaftler sich selber – mit Nobel Preisen. Wie lange wird es noch dauern, bis sie Dich endlich finden?

Du schufst für uns Gesänge und besondere Kräuter um uns von unseren erstarrten Vorstellungen zu befreien. Aber uns Menschen würde es nichts nutzen heute feuchtfröhlich zu feiern, da ja nur die geläuterten Sadhus deines Rausches würdig sind. Wir würden uns nur wie die Wissenschaftler in den Weiten des Raumes verlieren. Deshalb werde ich heute auf Paulus hören, der vor dem Saufen und Fressen warnt, weil wir sonst nicht das Reich Gottes erben. Ab jetzt werde ich fasten.

Das Selbstbestimmungsrecht des Menschen darfst auch Du nicht verletzen, wir müssen unsere Erfahrung selbst machen um so unsere Willenskraft zu entwickeln und unser Bewusstsein zu erweitern. Viele Geschöpfe vergessen aber ihr wahres Selbst und ihr Spiel wird bitterer Ernst. Sie sind gefangen in der Illusion, im Maya.

Deshalb, Shiva, befreie sie und verbinde dich mit ihnen, errette sie und lasse sie wieder deine tanzende Shakti fühlen, die die Vielfalt der Schöpfung tanzt.

Jay Shiva,

Dschjoti