Tag-Archiv | Herbst

Alleine

anderwelt

Heute, an Totensonntag floh ich aus meiner zerstörten Welt in die Anderwelt um dort nach meinen verlorenen Seelenanteilen zu suchen:

https://www.youtube.com/watch?v=Cj8k4Pb4DbQ

Aber ich konnte sie nicht finden…

Ein kleines Mädchen, welches ich hören, aber nicht sehen konnte, malte mir „weil ich so alleine bin“ mit bunten Farben eine neue Welt mit Schutzgeistern, die über mich wachen sollen, bis der große Kreis wieder von vorne beginnt.

Altweibersommer beim Filsursprung

Hallimaschglühen

Ich besuchte die Göttin Anfang Oktober beim Filsursprung. Dazu musste ich mich beim Bahnhöfle zuerst durch die Büsche schlagen, die von ein paar Steinwesen bewacht werden. Unmengen von Wanderern, allein und in Gruppen rasten eilends an ihnen vorbei, weil sie so furchterregend dreischauten. Ich wusste aber, dass ich den rechten Weg einschlagen musste, zu dem die spiegelverkehrte Schrift gehört. Als sie mich bemerkten, führten die Bäume mal wieder einen Schlangentanz auf.

Das Reich der Göttin am Filsursprung wird von den Quellgeistern gehütet und von überall her plätscherte es und wisperte es ganz wunderbar.

Die ganze Gegend war verzaubert und manche Naturwesen schauten ganz unschuldig drein.

Grüne Zwerge schauten griesgrämig aus dem Gebüsch.

Als die ersten Regentropfen in die noch junge Fils platschten, erklang eine wundersame Melodie. Dürre Baumgeister bewegten dazu ihre langen dürren Finger im Takt und die hellen Stimmen der Quellnymphen klangen von überall her. Nur die Forellen ließen sich leider nirgends blicken.

Überall sprossen Pilze hervor. Hallimasch, die Leuchtpilze die des Nachts mysteriös im Unterholz glühen und sich von totem Holz ernähren und lugten zwischen den Gräsern an den modrigen Baumstümpfen hervor. Die Feen wussten, dass er früher „Heil-im-Arsch“ hieß, wegen seiner abführenden Wirkung und weil er gegen Hämorrhoiden hilft.

Weiter unten, wo die Fils schon etwas kräftiger war, badeten die Quellgeister und trieben ihren Schabernack. Aber die Wanderer waren so verhext, dass sie schnurstracks an ihnen vorbei liefen, ohne sie wahrzunehmen.

https://www.youtube.com/watch?v=j36kkL8EbiI

Zuletzt machte der Elefant des Wappens von Wiesensteig die Türe zum Reich der Göttin wieder zu, damit niemand Unbefugtes eindringen kann.

Spaziergang um den verzauberten Rechberg

Zauber am Rechberg

„Mensch, steig‘ nicht allzuhoch, bild‘ Dir nichts Übrigs ein, die schönste Weisheit ist, nicht gar zu weise sein“, rät Angelus Silesius.

Deshalb stieg ich jetzt im Herbst nicht auf den Kailash um gutes Karma zu erwerben, sondern umrundete noch einmal den Rechberg. Unterwegs und oben bei der Burg wurde ich schon in diesem Leben mit diesen herrlichen Aussichten belohnt:

Herbstzauber in Stuttgart

Als ich in Stuttgart aus dem Zug ausstieg, war plötzlich der Hauptbahnhof mit dem besonderen Uhrturm, der ein Wahrzeichen Stuttgarts ist, verrückt und das um ca. 200 Meter!

Baumgeister in Stuttgart

Im Park rasten die Radler die Gehwege entlang, besonders die, die nur für Fußgänger ausgewiesen waren, als ob der Teufel hinter ihnen her wäre. Dabei sangen die Naturgeister doch so lieblich zu den raschelnden Blättern im Winde. Spinnennetze schwebten in den Büschen, die Wasservögel putzten sich und die Sonne schien…

Beim Bahnhof und auf der Königstraße waren überall Polizisten verteilt, manche sogar auf Pferden. Ob das wohl mit dem Fußballspiel zusammenhing?

An der Großbaustelle wunderte ich mich über die Zelte für die Ausgrabungen.
Ob die Archäologen dort wohl wirklich die älteste Spätzlesmaschine der Welt gefunden haben?

Damit wollen sie doch wohl nicht den sofortigen Baustopp des gigantischen Bahnprojekts erreichen?

Die Nesenbachfrau, die dort gefunden wurde, muss ihnen wohl so gestunken haben, dass sie das Geburtsdatum dieser schwäbischen Urfrau auf den 1. April 2014 gelegt haben.

Hier steht das alles ganz genau: http://www.dguf.de/index.php?id=328
Ob sie wohl mit dem Urururgroßvater aus Steinheim verwandt ist?

http://dschjotiblog00.blog.de/2013/09/08/urururur-opa-frau-16366984/

Herbstzauber

Eine göttliche Hymne begleitete meinen Spaziergang. Fliegenwedel, die Insekten vertrieben verneigten sich wie ein Symbol der Autorität ehrerbietig im Grase. Der Wind vertrieb meine trüben Gedanken.

Unendlich viele Wasserläufer tummelten sich unter der Brücke im See.

Überall blühten bereits Herbstblumen. Mir gefiel besonders der rote Sonnenhut, Echinacea purpurea. Echinos heißt das griechische Wort für Igel.
Die Indianer verwenden den Sonnenhut als Gabe für die Geister, weil man damit gut zaubern kann. Es kam auch sofort eine schwarze Katze angerannt und zeigte ihre magische Kunst.

Rosensträucher neigten sich mir zu und flüsterten, dass die Germanen sie auf Opferstätten und Gräbern pflanzten um zu zeigen, dass die Seelen nach dem Tod weiterleben. Ich pflückte ein paar Blütenblätter der Hundsrose, weil sie schützen, heilen und Glück bringen. Der rote Zaubermantel der Hagebutten stärkte meine Kräfte, so dass ich den Hügel zum verzauberten Turm leicht hinauflaufen konnte.
Früher wurden mit dem Wurzelsaft der Hundsrose tollwütige Hunde geheilt. Daher kommt ihr Name.

Im Park blühten viele blauen Blumen als Symbole der Wanderschaft und des Fernwehs.

So eine Unterhose, wie sie die Strohfigur trägt gilt übrigens als Zeichen der sexuellen Mäßigung.

Mit den weichen haarigen Blättern der riesigen „kleinblütigen Königskerze“ konnte ich meine neu gekauften Wanderschuhe ausstopfen, die ich wohlweislich eine Größe zu groß gekauft habe. Ihre Blätter werden im Winter die Kälte abhalten und wenn ihre Spitzen nach Westen zeigen, wird mich auch kein Blitzschlag treffen. Die Verbaseum Thapsus heißt schließlich auch Wetterkerze.

Die Naturgeister am Herrenbachstausee im November

An diesem schönen Tag im Herbst trieben es die Naturgeister es besonders wild. Die meisten Spaziergänger hatten sich schon gar nicht hierher getraut und sogar das Schwanenweibchen hatte Reißaus genommen. Aber vielleicht war ihm ja das aggressive Männchen auch nicht geheuer.

Dabei waren die Naturgeister im Sommer noch recht friedlich:

Nun aber waren überall die zerstörerischen Kräfte am Werk und verwirrten die Gemüter der Menschen und der Geister. Die Windgeister pfiffen uns um die Ohren. Der Verfall kennzeichnete die Natur. Bedrohlich grinsten uns die Waldgeister an, so dass uns nasskalte Schauer über den Rücken liefen. Da hatte es die hervor blinzelnde Sonne nicht leicht dagegen anzustrahlen.

Die schönen geschnitzten Holzfiguren hatten sie angenagt und bei einem Baumstamm die Türe abgerissen.

Irgendeinem Wanderer hatten sie die Schuhe geklaut und nur so zum Possen über dem Barfußpfad wieder aufgehängt. Dazu hatten sie auch noch ein Schild geschrieben, dass man ausgerechnet dort seine Schuhe abstellen sollte.

Die Wassergeister hinderten mich massiv daran, auf dem Barfußpfad über den Bach zu laufen, so dass ich mit meinem Rollator umkehren musste und natürlich im Kies stecken blieb.

Zuletzt flüchtete sogar die Katze der Herrenbachmühle vor den umher tollenden Geistern ins Auto. Sie kroch blitzschnell unter den Sitz und wollte gar nicht mehr hervor kommen. Nur mit viel Überredungskunst gelang es mir schließlich, sie davon zu überzeugen, dass es hier viel mehr Mäuse als bei mir zuhause zu fangen gibt.

Als ich wieder zuhause war und meine Wanderschuhe auszog, merkte ich, dass die Waldgeister mir beide Sohlen so zerbissen hatten, dass ich sie wegwerfen musste.

Herbstwanderung zwischen Jebenhausen und Bezgenriet

In Jebenhausen beim Naturkundemuseum wartete ein uralter Baumgeist einer subfossilen Mooreiche, die zwischen 252-525 n. Chr. gewachsen ist, auf uns. Er versprach auf unser Auto aufzupassen und führte uns später auf den Jakobsweg, den wir vor zwei Monaten schon mal begonnen hatten:

http://dschjotiblog00.blog.de/2013/08/11/feng-shui-jebenhausen-16305270/

Im Museum konnten wir weit zurück in die Steinzeit gehen und die Höhlengemälde der Urmenschen betrachten. Im Bastelraum standen noch einige Farben herum. Nachdem wir jede Menge ausgestopfter Tiere und Muscheln betrachtet hatten, wusste ich nun, dass meine einst gefundenen Patronen aus dem Krieg nur Belemniten aus dem Lias, aus einer längst vergangenen Zeit sind. Meine Seeigel aus dem Urlaub habe ich auch in den Vitrinen erspäht.

Beim Schloss haben es die Naturgeister besonders toll getrieben. Es war ganz verhext. Eine riesige Spinne hatte ihr Nest hoch in den Baumwipfeln über dem Gebäude angelegt. Wahrscheinlich sollte sie dort die Paparazzi fangen.

Dann freute ich mich, dass ich den Jakobsweg wieder gefunden hatte. Aber es war leider nur dieses eine Schild da und bis Bezgenriet kamen wir auch an keinem mehr vorbei.

Eigentlich hatten wir an diesem tropischen Nachmittag Ruhe und Stille ersehnt, aber die Wärme hatte die Bauern aufs Feld getrieben und so fuhren sie dort mit ihren riesigen Landmaschinen auf den Feldern herum und machten einen Höllenlärm. Den armen Anwohnern vom Schopflenberg hat das sicher nicht so gut gefallen.

Die Laurentiuskirche in Bezgenriet mit ihren Fresken zum Weltgericht war am Samstagnachmittag leider geschlossen.

Auf dem Rückweg beobachteten wir, wie Abermillionen von Spinnennetzen die von Grashalm zu Grashalm gesponnen waren in der untergehenden Abendsonne funkelten.

Zuletzt erfrischten wir uns am leckeren Mineralwasser, das gar nicht nach Schwefel schmeckte und das aus der Wand des Museums aus den Tiefen heraus kam.

Die Mineralquellen von Jebenhausen sind schon seit Jahrhunderten für Trink- und Badekuren bekannt.